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Sie wissen nicht, was sie tun
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Nun wankt auch er: FCL-Sportchef Remo Meyer bei der Vorstellung von Trainer René Weiler (rechts) (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Warum dem FCL ein Blick in die Ostschweiz helfen könnte Sie wissen nicht, was sie tun

4 min Lesezeit 3 Kommentare 20.12.2019, 10:01 Uhr

Zu wenig Punkte, immer weniger Zuschauer, ein entlassener Trainer und ein Chaos in der FCL-Führungsetage. Die abgelaufene Vorrunde stellte den Club und seine Fans auf eine harte Probe. Jetzt muss etwas gehen, sonst droht dem FC Luzern den Fall in die Bedeutungslosigkeit. Ich bin jedoch überzeugt, dass es nicht soweit kommen wird.

Es waren vielfach harte und lange Minuten auf der Tribüne der Luzerner Allmend in dieser Vorrunde. Gewisse Heimspiele kann man nicht schönreden, die Auftritte gegen Thun oder Lugano waren ganz einfach schwach und einer Profimannschaft nicht würdig.

Manchmal fragte ich mich, ob die Spieler wissen, wie viel Geld die Fans für ihre Tickets ausgeben und wie lange sie dafür arbeiten müssen. Wohl kaum, denn sonst würden wir Kampf und Leidenschaft für blau und weiss in jedem Spiel unserer Mannschaft sehen.

Den Faden komplett verloren

Nach einem glücklichen Saisonstart kamen die ersten Probleme, dank zwei Siegen im Oktober schien aber alles gut zu kommen. Nach dem Donnerwetter in der FCL-Führungsetappe ging bei der Mannschaft aber plötzlich nichts mehr. Nach sechs Niederlagen in Serie rettete Trainer Thomas Häberli auch den Sieg gegen Basel nicht mehr, er wurde entlassen.

Eine Überraschung? Ganz und gar nicht. Eine Überraschung wäre gewesen, wenn Häberli FCL-Trainer geblieben wäre. Es passt zu meinem Lieblingsclub, dass man beim kleinsten Widerstand umfällt und alles über den Haufen wirft. Kontinuität ist in Luzern ein Fremdwort, leider seit Jahren haben die Verantwortlichen keinen Mumm, den eingeschlagenen Weg einmal eisern weiterzuführen.

Die Probleme beginnen mit der Trainerwahl

Warum ist dies so? Weil der FC Luzern sich bei den letzten Trainerwahlen verpokert hatte. Bei René Weiler war man völlig überrascht, dass dieser mit seinen hohen Ansprüchen nicht nach Luzern gepasst hat. Dies hätte ich Meyer & Co. bereits vor der Einstellung können, aber manchmal will man gewisse Dinge ganz einfach nicht hören und sehen.

Auch bei Thomas Häberli hat man bei der Auswahl versagt, dies weil man ihm nach so kurzer Zeit den Turnaround nicht mehr zutraut. Warum nicht? Die letzten Spiele gegen YB und Basel haben doch gezeigt, dass er mit vielen jungen Spielern etwas erreichen kann in Luzern. Aus meiner Sicht ist diese Entlassung völlig unnötig und man hätte mit Häberli weiterarbeiten können. Schliesslich ist der FC Luzern aktuell nur einen Platz schlechter platziert, als von Hauptinvestor Bernhard Alpstaeg gefordert.

Genug der Ironie, klar ist diese Vorrunde für den FCL und seine Fans nicht zufriedenstellend verlaufen. Trotzdem wünschte ich mir, dass man in Luzern bei solchen Situationen mehr Fingerspitzengefühl zeigt. 

Jetzt wankt auch der Sportchef

Weiler und Häberli sind also Geschichte. Nun muss die nächste Trainerwahl sitzen, sonst braucht der FC Luzern bald auch einen neuen Sportchef. Soweit muss es nicht kommen, denn in der aktuellen Hektik beim FCL vergisst man schnell, dass Remo Meyer auch viele gute Entscheide getroffen hat.

Bei den Transfers von Seoane, Omlin oder Vargas hat er einen guten Job gemacht und viel Geld für den FCL eingetrieben. Mit dem starken Torhüter Marius Müller oder dem schnellen Offensivspieler Ibrahima Ndiaye hat der FCL Sportchef zudem starke Spieler nach Luzern geholt. Die freiwillige Abgabe von Christian Schneuwly Anfang Saison bleibt für mich aber nach wie vor ein Rätsel. Neben den unglücklichen Trainerentscheiden ist dieser Entscheid ganz klar der grösste Fehler von Remo Meyer.

Ein Blick in die Ostschweiz könnte helfen

Was der FC Luzern jetzt braucht ist Ruhe und ein klares Konzept. St. Gallen macht es den Luzernern aktuell vor. Im Verein herrschen klare Verhältnisse, jeder weiss, was er zu tun hat und was nicht. Die Clubführung schenkt der Mannschaft und dem Trainerstaff Vertrauen und diese zahlen dieses mit tollen Leistungen und einer grossartigen Vorrunde zurück. Wenn man bedenkt, wie jung die aktuelle Mannschaft der Ostschweizer ist, muss man als Luzerner ganz einfach den Hut ziehen. Ja, genau solche Strukturen will ich auch für meinen FCL. Eine Vision 2021 mit Zitaten wie Fussballfeste feiern und Pokale gewinnen ist ein Schwachsinn.

Nun braucht es endlich ein Konzept

Die FCL-Führung soll endlich einmal einen langjährigen Plan präsentieren und zwar öffentlich. Was will der Club wirklich und wie will man diese Ziele erreichen. Beispielsweise könnte man als FC Luzern das Ziel haben, jedes Jahr einen Rang zwischen 3-6 zu erreichen in der Super League. Dieses Ziel will man mit einem Trainer schaffen, welcher Offensivfussball spielen lässt und konsequent auf die eigene Jugend setzt. Ausreisser nach oben, aber auch nach unten sind einkalkuliert, der Trainer wird nicht bei jeder Negativserie in Frage gestellt.

Nein, ich will endlich einmal Verhältnisse wie bei anderen Vereinen, bei welchen die Vereine mit seinen Angestellten durch dick und dünn gehen. Ich wünsche mir klaren Ansagen von der FCL Vereinsführung, ob der neue Trainer Van Eck, Berner oder Mister X heissen wird (zentralplus berichtete). Denn ich bin überzeugt, dass der langfristige Erfolg beim FCL erst dann einkehren wird, wenn alle wissen, was zu tun ist und die FCL-Führung auch in schwierigen Zeiten ruhig bleibt und konsequent am eingeschlagenen Weg festhält.

Hopp Lozärn

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3 Kommentare
  1. Thomas Sigrist, 21.12.2019, 05:44 Uhr

    Den Aussagen zum sportlichen Bereich stimme ich zu. Zusätzlich stinkt beim FCL aber der Fisch vom Kopf. Und zwar doppelt. Einerseits durch die unglücklichen Management-Strukturen, welche halt nur bei positivem Spielstand funktionieren. Dann auch aufgrund der speziellen Charaktere mit ausgeprägten Egos, die in den Management-Gremien vertreten sind. Sie nennen sich Investoren, sollten aber Mäzene sein. Denn als erfahrene Geschäftsleute sollte ihnen bewusst sein, dass in der beschaulichen Schweiz mit Fussball kein grosses Geld zu verdienen ist. Dafür viel Anerkennung und Bewunderung, wenn sie sich ehrenhaft für ein Volksgut wie unseren FCL einsetzen. Doch statt lokale Sonnenkönige sind sie nun die Buhmänner, weil ihr Verhalten wahrhaft unverständlich ist – sowohl für das gemeine treue Fussballvolk als auch für die Fans, die über den Spielfeldrand hinausdenken.

    Natürlich gebührt all diesen FCL-Exponenten aber auch riesiger Dank für deren Einsatz, immerhin haben wir ein neues Stadion, welches das Kerngeschäft auf dem grünen Rasen ermöglicht. Doch rundherum wird seit Jahrzehnten soviel brachliegendes Potential verschossen, da blutet mein FCL Herz.

    So schielt der FCL neidisch nach St. Gallen, das exakt so positioniert ist wie es der FCL sein sollte. In Tuchfühlung mit der Tabellenspitze, Zuschauerschnitt 13’000. Notabene: deren Mannschaft ist keinen Deut besser als das FCL-Team, aber ein Top-Management ist am Werk. Beim FCL werden beste Chancen nicht nur von den einfachen Spielern auf dem Rasen ungeschickt (doch immerhin ungewollt!!!) vergeben, sondern vielmehr von den selbsternannten abgehobenen Big-Players im Management – und dies absichtlich, boshaft, testosterongeschwängert, ohne die Konsequenzen durchzudenken. Etwas mehr Erdung, Weitsicht, Vernunft und Demut wären angebracht.

    Doch nein, tatsächlich gelingt es dem FCL immer wieder, mit noch unglaublicheren destruktiven Machenschaften die schon ausreichend ramponierte Aussenwahrnehmung weiter zu schädigen. So ist es kein Wunder, bringen die bemitleidenswerten Spieler oft keinen Fuss vor den anderen, wenn das Management von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen stolpert und Eigentore am Laufmeter schiesst wie letzthin das von FCL Präsident Philipp Studhalter geforderte Presseverbot. Gemäss Artikel 17 unserer Bundesverfassung ist die Medienfreiheit ein Schweizerisches Grundrecht. Wenn Herr Studhalter mit dem gerichtlich eingeforderten Presseverbot sogar in seiner Kernkompetenz als Jurist scheitert, zweifle ich an seinen notwendigen Fähigkeiten auf fremden Terrain, die sein anspruchvolles Nebenamt als FCL Präsident fordert. An diesem hat die Öffentlichkeit durchaus ein Interesse. Herr Studhalter verwechselt hier wohl hausgemachte schwindende Zuschauerzahlen im Stadion mit generellem FCL-Interesse an den Stammtischen? Zudem stellt der FCL sich gleich selbst in’s Abseits, mit dem misslichen Image dürfte es schwer fallen, neue notwendige Sponsoren zu akquirieren.

    Moral der Geschichte? Auf dem Rasen könnten die Spieler das Glück erzwingen, wenn sie dann mal wieder einen guten Lauf haben. Dann geht der Schuss von Schürpf nicht an den Pfosten sondern in’s Tor. Ein Abpraller von Schürpf’s Hüfte kullert dann nicht in’s eigene Tor, sondern in die Arme des Goalies. Für einen guten Lauf muss aber auch das Umfeld stimmen, was absolut nicht der Fall ist. So kann man halt mit schlechtem Karma auch das Pech erzwingen. Ich will nun nicht allzu esoterisch werden, sondern sehne mich nach folgendem simplen Vorgehen mit entsprechenden Zielen: klare ehrliche Kommunikation gegenüber Medien und Öffentlichkeit mit sehr zeitnaher Klärung der Situation um die Aktionäre. Im September 2020 interessiert dann ein runder Tisch mit Adlaten wohl tatsächlich niemanden mehr, wenn der FCL auf dem grünen Rasen in der Challenge League darbt.

    Thomas Sigrist, FCL Fan seit 1979

  2. urs gründeler zuchwil, 20.12.2019, 15:33 Uhr

    Ist Meyer noch nicht gegangen?

  3. Urs Eggler, 20.12.2019, 12:24 Uhr

    Genau so ist es. Ich gratuliere zu diesem gelungenen Artikel!