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Opfer des eigenen Erfolgs
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Ruben Vargas hat dem FC Luzern 4 Millionen Franken eingebracht. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus))

Der FC Luzern und seine Transfers Opfer des eigenen Erfolgs

4 min Lesezeit 2 Kommentare 04.10.2019, 18:28 Uhr

Der FC Luzern hat die vergangenen Saisons stets in der vorderen Tabellenhälfte abgeschlossen. Viele eigene Spieler sind gegangen, viele Neue dazu gestossen. Geblieben ist die Tatsache, dass der FCL trotz der Vision 2021 nach wie vor auf einen Titel wartet. Dafür haben die Luzerner in den vergangenen Jahren auf dem Transfermarkt tolle Erfolge gefeiert.

Was der FC Luzern in den vergangenen Jahren sportlich erreicht hat, imponiert mir. Drei Mal beendete der FCL die Saison auf Rang fünf, zweimal wurde man sogar Dritter. Stark, wenn man bedenkt, dass viele Clubs in der Schweizer grössere Budgets haben.

Der sportliche Erfolg ist das eine, die Weiterentwicklung des Vereins das andere. Neben guten Tabellenrängen konnten sich junge Fussballer in den Vordergrund spielen. Plötzlich geschah etwas, was in Luzern jahrelang nicht mehr geschah. Spieler des FC Luzern wurden für andere Clubs attraktiv und der FCL konnte plötzlich Spieler verkaufen und so Geld verdienen.

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Die lange Transfer-Durststrecke hat ein Ende

Nachdem Fabian Lustenberger im Sommer 2007 Luzern Richtung Berlin verliess, blieb es bis Anfang 2016 ruhig in Sachen Toptransfers. Also fast zehn Jahre lang ging nichts in Luzern, eigentlich der absolute Wahnsinn im negativen Sinn. Aber dann war es soweit, den Anfang machten Lezcano und Freuler. Zwar beides keine Innerschweizer, trotzdem war es ein neuen Gefühl in Luzern, viel Geld (zusammen rund 4,5 Millionen Franken) für Spieler zu generieren.

Es folgten weitere Luzerner Toptransfers, der Obwaldner Jonas Omlin folgte für rund zwei Millionen Franken dem Ruf aus Basel und der Luzerner Ruben Vargas wechselte diesen Sommer zu Augsburg in die Deutsche Bundesliga. Mit Gerry Seoane konnte der FC Luzern vor rund einem Jahr für einige Hunderttausend Franken sogar einen Trainer zu den Berner Young Boys transferieren, bravo.

Opfer des eigenen Erfolgs

Solche Ereignisse haben aber auch eine Kehrseite der Medaille. Vielen Fans, auch ich, hätten es bevorzugt, dass der eine oder andere Spieler noch ein bisschen länger in Luzern geblieben wäre. Nach dem Abgang von Jonas Omlin beispielsweise zeigte sich, wie gut und wichtig der Sachsler für den FCL wirklich war. Nach einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen auf der Goalie-Position hat der FC Luzern mit Marius Müller nun wieder einen starken Torhüter gefunden. Trotzdem, menschlich hat der bodenständige Joni in Luzern ein Lücke hinterlassen.

Auch Ruben Vargas hätte ich gerne noch ein Jahr länger auf der Allmend gesehen, aber auch den Adligenswiler kann ich verstehen. Eine solche Chance muss man wahrnehmen und er hat schlussendlich alles richtig gemacht. In sechs Bundesliga-Spielen für Augsburg hat Vargas bereits drei Tore erzielt und seinen Marktwert fast verdoppelt. Übrigens, gemäss meinen Informationen hat der FCL für Vargas nicht 2,5 sondern rund 4 Millionen Franken kassiert. Auch hier kann man sagen, der FCL mit Sportchef Remo Meyer hat alles richtig gemacht.

Vision 2021 konsequent umsetzen

Zwar haben die Luzerner zuletzt viele gute, eigene Spieler verkauft, aber auch super Spieler und vor allem Typen verloren. Abgänge ohne Transfererlös wie jene von Hekuran Kryeziu oder Nici Haas muss der FCL künftig vermeiden.

In den vergangenen Saisons haben also diverse Innerschweizer den FCL verlassen. Trotzdem stehen im aktuellen 25-Mann-Kader des FC Luzern immer noch zehn Innerschweizer oder langjährige FCL-Junioren. Mit Knezevic, Voca und Sidler standen zuletzt gegen Basel nur noch gerade drei «Innerschweizer» in der Startformation. Dies war in jüngster Vergangenheit total anders, als Spiel für Spiel rund sieben «Eigene» in der FCL-Startelf standen.

Für den FC Luzern ist es nun wichtig, in dieser Übergangsphase nach diversen Abgängen weiterhin konsequent die Vision 2021 weiterzuleben. In dieser heisst es, dass man junge, talentierte Fussballer fördert und ihnen eine Lebensschule bietet. Auch wenn es aktuell vielleicht nicht so rosig aussieht und vor allem im Sturm schon lange kein eigener Nachwuchsspieler mehr den Durchbruch schaffte. Bleibt eurer Vision treu und setzt auf die eigene Jugend, über kurz oder lang wird sich dies ausbezahlen. Dann können wir hoffentlich bald einmal auch einen Titel gewinnen und zusammen ein Fussballfest feiern. Ich bin dann an vorderster Front mit dabei, versprochen.

Hopp Lozärn

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2 Kommentare
  1. Oli, 05.10.2019, 09:53 Uhr

    Inhaltlich stimme ich Sämi Deubelbeiss absolut zu!
    Es ist sehr erfrischend mal wieder einen wohlwollenden Bericht über den FCL auf dieser Plattform (und auch den traditionellen lokalen Printmedien) zu lesen. Als Fan möchte ich nicht nur immer lesen was mein Verein falsch macht.
    Danke und hopp Lozärn!

    1. Eric, 06.10.2019, 00:38 Uhr

      Merci für den Bericht! Endlich nicht immer nur das Negative suchen sondern auch mal das Positive sehen. Das macht Freude!