FC Luzern: Auf zu neuen Ufern
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Der neue FCL-Präsident Stefan Wolf – ein Luzerner, welcher im Verein und bei den Fans geschätzt wird. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Josef Bieri ist für den FCL ein Glücksfall FC Luzern: Auf zu neuen Ufern

4 min Lesezeit 3 Kommentare 09.03.2021, 11:01 Uhr

Der FC Luzern ist im Jahr 2021 nicht wiederzuerkennen. Am Schmutzigen Donnerstag verkündeten die Luzerner einen regelrechten Urknall. Auch wenn mein Fasnachtsherz an diesem Schmudo blutete, machte es gleichzeitig blau-weisse Luftsprünge. Denn die Zeiten des Investoren-Theaters scheinen nun vorbei. Noch vor einigen Jahren wollte mich einer von ihnen sogar wegen Rufschädigung verklagen.

Dass der FCL an einem in Luzern heiligen Schmutzigen Donnerstag eine derart brisante Medienkonferenz machte, ist wohl nur im Jahr 2021 möglich. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Luzerner Fasnacht nicht wie gewohnt statt. Ansonsten wären diese Knaller-News im fasnächtlichen Treiben untergegangen. Aber diese Neuigkeiten hatten einen würdigen Rahmen definitiv verdient.

Ein Investor wollte mich verklagen

Immer wieder war das Investoren-Theater rund um den FC Luzern in den vergangenen Jahren ein schweizweites Thema. Nach einem Kommentar als damaliger Sportchef von Radio Pilatus wollte mich ein Investor 2017 sogar einmal verklagen. Rufschädigung warf er mir vor, weil ich öffentlich gesagt hatte, dass einige Investoren beim FCL keine Ahnung vom Fussball hätten und Eigeninteressen vor die Interessen des Clubs stellen würden.

Nie bekam ich in meiner Zeit als FCL-Berichterstatter aus der Bevölkerung ein derart positives Feedback. Mehrere Hundert Leute, viele davon kannte ich nicht persönlich, schrieben mir und bedankten sich für meine ehrlichen Worte. Nicht eine negative Rückmeldung war dabei. Dies zeigte mir, dass ich beim FCL den wunden Punkt getroffen hatte. Ein Fussballverein muss mit Herzblut geführt werden und braucht keine Profilierungsneurotiker. Ich sagte also nichts als die Wahrheit und weil diese nicht bestraft werden kann, kam es auch nie zu einer Anklage.

Endlich ist das Investoren-Theater vorbei

Als ich dann nach der Tagwache am Schmudo, welche ich mit vier Freunden Corona-konform besucht hatte, vom Luzerner Investoren-Beben mitbekam, ging es mir gleich besser. Zwar blutete mein Herz als eingefleischter Fasnächtler an einem Tag ohne Urknall, Fötzeliräge oder der Strassenfasnacht. Die News von der Allmend waren aber Balsam auf die angeschlagene blau-weisse Seele. Endlich, dachte ich mir, geht es aufwärts beim FCL.

Josef Bieri übernimmt für einen symbolischen Betrag die Aktien der drei abtretenden Herren und sucht neue Investoren. Jetzt kann es nur gut kommen, davon bin ich felsenfest überzeugt. Ich kenne Josef Bieri nun bereits seit vielen Jahren. Unser Start des Kennenlernens war holprig. Die Idee des FCL-Passes für alle und die Vision 2021 fand und finde ich immer noch schlecht und falsch. Diese Vision läuft diesen Sommer übrigens aus. Pokale hat unser FCL seither leider keine gewonnen und Fussballfeste dürfen wir schon lange nicht mehr gemeinsam im Stadion feiern.

Josef Bieri ist für den FCL ein Glücksfall

So kam es, dass Herr Bieri und ich zusammensassen und uns aussprachen. Er verstand meine Argumente gegen die Vision und ist heute wohl in vielen Punkten gleicher Meinung. Später, als der FCL mit dem neuen CEO Marcel Kälin die Welt erobern wollte, war ich einer der ersten, der Josef Bieri zu verstehen gab, dass auch dieses Projekt scheitern würde. Leider viel zu spät bemerkten es die Investoren, viele gute Mitarbeitende waren da bereits nicht mehr auf der Allmend.

Trotz oder eben gerade wegen meines kritischen Blickes hinter die FCL-Kulissen blieben Josef Bieri und ich in den vergangenen Jahren immer in Kontakt. Mittlerweile kenne ich ihn ganz gut und bin davon überzeugt, dass er es war, welcher unseren FC Luzern in den vergangenen Jahren am Leben erhalten hatte. Er war es, der zwischen den beiden zerstrittenen Investoren-Fronten vermittelte und schlussendlich einen grossen Anteil daran hat, dass das Investoren-Theater nun endlich vorbei ist.

Mit Stefan Wolf zu neuen Ufern

Die Verpflichtung von Stefan Wolf ist ganz klar die Handschrift von Josef Bieri. Immer wieder fragte er mich, was dem FC Luzern denn fehlen würde. Meine Antwort war immer die gleiche – ein Gesicht. So wie es Mike Hauser als FCL-Präsident war. Einer von uns. Ein Luzerner, welcher im Verein und bei den Fans geschätzt wird. Einer, der etwas vom Fussball versteht und die richtigen Leute für den Sport einstellt. Einer, der die Leute arbeiten lässt. Einer, der nicht nach zwei Monaten meint, er müsse nun Trainer werden und jeweils die Aufstellung machen. Einer wie Stefan Wolf eben.

Ich finde die Wahl perfekt. Für mich ist klar, dass der FC Luzern nun eine erfolgreiche Zukunft vor sich hat. Vorbei sind die Zeiten, in welchen Investoren unseren FCL mit unnötigen Entlassungen oder Verpflichtungen um Jahre zurückwarfen. Klar, es wird immer wieder Rückschläge geben, die gehören zum Fussball. Nun aber kommt die Zeit der Ernte. Mögen wir in den kommenden Jahren zusammen Pokale gewinnen und hoffentlich bald wieder im Stadion Fussballfeste feiern. Dazu brauchen wir keine Vision, sondern blau-weisse Leidenschaft und Herzblut.

Hopp Lozärn ond bliebed gsond.

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3 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 10.03.2021, 10:52 Uhr

    Kaum gewinnt der FCL zufälligerweise ein paar Spiele, glauben gewisse, dass man mit diesem Durchschnittsverein tatsächlich einen Pokal gewinnen könne. Selten einen solchen lächerlichen Verein gesehen, in welchem ein paar alte Männer ihrem Testosteron freien Lauf lassen.

  2. oldrabbit 2, 09.03.2021, 15:03 Uhr

    Genau Sämi Deubelbeiss. Wir haben es dem Josef Bieri zu verdanken, dass es beim FCL ruhiger wird. Das Problem war das Aktionariat. Da gehe ich mit dem guten Herrn einig.
    Im weiteren disqualifiziert sich Deubelbeiss mit seinem Blog aber gleich wieder selbst. War es nicht gerade ein Deubelbeiss , welcher mit seiner Berichterstattung auf Boulevard-Niveau dem Fortschritt beim FCL über Jahre hinderlich war? So war es auch er der die FCL Vision öffentlich zersägt hat.
    Was sagte die Vision aber? Der FCL will Pokale gewinnen, was nichts anderes heisst als raus aus dem Mittelmass zu kommen und einen Mentalitätswechsel beim FCL aufzeigen mit einem Selbstverständnis von den Junioren bis zu den Profis. Die Durchlässigkeit von den Junioren zu den Profis ist beim FCL erst nach Implementierung erfolgt und dies gibt dem FCL Sauerstoff (vgl. Transfergewinne und machte den FCL von den Investoren unabhängiger).Die FCL Junioren begannen nach Jahrzehnten langen Versagen erst mit der Vision wieder u siegen und haben Pokale gewonnen. Meyer, Celestini, Wolf wären nie zum FCL gelandet, wenn es beim FCL keine Vision geben würde und diese auch öffentlich kundgetan worden wäre. Klar kommen Stadionfeste nur über den sportlichen Erfolg und schlussendlich will dies auch jeder Fussball-Anhänger in der Innerschweiz. Dies war und ist eine Grundlage für erfolgreichen Sport.

    1. Beat Keiser, 09.03.2021, 22:24 Uhr

      Besten Dank für Ihre Zeilen. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ziel der Vision war es auf die eigenen Junioren zu setzen, ehemalige FCL-Spieler nach Luzern zurück zu holen und Pokale zu gewinnen. Die Transfers der letzten Jahre haben das erste wohl mehr als bewiesen und ordentliche Geld in die Kasse gebracht. Mit Christian Schwegler wurde ein ehemaliger Spieler zurückgeholt, bei Fabian Lustenberger hat es leider nicht geklappt. Und die U-16 und die U-15 wurden vor zwei Jahren Schweizer Meister. Das die erste Mannschaft in dieser Zeit gleich einen Titel holt, damit hat wohl niemand gerechnet.

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