Ein Hoch auf Marius Müller
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Marius Müller legt sich mit dem Schiedsrichter an. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Schiedsrichter-Chef Daniel Wermelinger hat versagt Ein Hoch auf Marius Müller

4 min Lesezeit 2 Kommentare 22.12.2020, 19:01 Uhr

Der deutsche Torhüter Marius Müller hat beim FC Luzern voll eingeschlagen. Der Verein und seine Fans haben bald nach seiner Verpflichtung im Sommer 2019 gemerkt, dass «Mülli» mehr als nur ein guter Goalie ist. Er ist ein Typ, der immer gewinnen will und offen sagt, was er denkt. Dass die Liga nun ein Verfahren gegen ihn eröffnet, weil er öffentlich die Wahrheit über die Schiedsrichter erzählt hat, ist schlicht ein Witz.

Es ist aus meiner Sicht der bisherige Toptransfer von Remo Meyer in seiner Tätigkeit als Sportchef beim FC Luzern. Mit Marius Müller hat er vom deutschen Bundesligisten RB Leipzig den gewünschten Rückhalt für den FCL geholt. Jonas Omlin wurde adäquat ersetzt und so entstand seither auf der Goalie-Position nie eine Diskussion.

Mit Mülli holte Meyer aber nicht einfach den aktuell besten Goalie der Super League, sondern einen richtigen Typen. Einen, der auch nach einer bitteren Niederlage den Kopf hinhält und sagt, was er denkt. Solche Typen mit Ecken und Kanten, wie beispielsweise der selbsternannte «Gott» Zlatan Ibrahimovic, sind im heutigen Fussball leider die Ausnahme.

Marius Müller kritisiert Schweizer Schiedsrichter hart

Am vergangenen Wochenende platzte Marius Müller nun der Kragen. Einmal mehr wurde sein FC Luzern von einem Schiedsrichter benachteiligt. Ein klarer Fehlentscheid leitete die Niederlage gegen Lausanne ein. Statt Abstoss gab der Schiri einen Corner, dieser führte zum Ausgleich. Das war in der Summe zu viel für Müller.

Nach dem Spiel liess er seinem ganzen Frust freien Lauf: «Für mich ist es einfach ein Witz, ihr habt einen guten Schiedsrichter in der Schweiz.» Rums, der sitzt. Und er trifft ins Schwarze.

Noch am Sonntagabend habe ich zu meiner Frau gesagt, jetzt wird sicher ein Verfahren gegen Müller eröffnet. Und genau so kam es. Es ist wirklich unfassbar und eine Frechheit, dass man seine Meinung als Fussballer nicht mehr öffentlich sagen darf. Zudem ist es die Wahrheit, die Marius Müller in die Mikrofone posaunte.

Diese Aussage kann man nämlich mit Fakten belegen. Denn seit der WM 2010 in Südafrika (Massimo Busacca) war nie mehr ein Schweizer Schiri an einem Grossanlass wie einer WM oder EM mit dabei.

Schiedsrichterchef Wermelinger hat versagt

Aber in der Schweiz wird alles schöngeredet, die Fakten ausgeblendet. Als Urs Meier vor rund zehn Jahren das Schiedsrichterwesen professionalisieren wollte und scheiterte, schmiss er den Bettel hin. Seither hat sich leider nur wenig getan. Statt ehrlich mit den Leuten zu arbeiten, gibt man nie öffentlich Fehler zu.

Lugano-Spieler können St. Gallen-Spieler schwer verletzen, Schweizer Schiedsrichter pfeifen nicht einmal Foul. Konsequenzen? Fehlanzeige. Auch der VAR versagt immer wieder. Klare Penaltys werden nachträglich nicht gegeben, Spuckattacken nicht geahndet. Unfassbar.

In dieser Form ist der Videoschiedsrichter kein Mehrwert, sondern ein Ärgernis und gehört sofort wieder abgeschafft. Verantwortlich für diese Entscheide oder eben Nichtentscheide ist immer der gleiche Mann – Schiedsrichterchef Daniel Wermelinger.

Eines seiner letzten grossen Spiele als Schiedsrichter pfiff der Aargauer 2012. Es war der Cupfinal zwischen Luzern und Basel. Daniel Wermelinger benachteiligte die Luzerner mehrfach, der FCL verlor bitter nach Penaltyschiessen. Dass Wermelinger nach dem Spiel in der Katakombe Spieler des FC Basel umarmt haben soll, ist aus meiner Sicht ein Unding.

Dem Schweizerischen Fussballverband und der Swiss Football League würde ein neuer Schiri-Anstrich guttun. Ich finde, man sollte dieses Thema sehr ernst nehmen. Denn es geht darum, die eigenen Schiedsrichter besser zu machen. Daniel Wermelinger hat dies über Jahre nicht geschafft und hat daher für mich versagt.  

Die Luzerner müssen sich an der eigenen Nase nehmen

Zurück zu Marius Müller. Er hat im gleichen Donnerwetter-Interview am vergangenen Sonntag auch gesagt, dass sich die Luzerner an der eigenen Nase nehmen müssen. Auch wenn der Ausgleich nach einem Corner entstand, der keiner war, darf dies kein Alibi sein. Mülli sagte ehrlich, dass man diesen Standard schlecht verteidigt hat.

Richtig so, ganz meine Meinung. Seit Wochen vergeben die Luzerner beste Torchancen. Wie Louis Schaub beispielsweise gegen Lausanne völlig allein wenige Meter vor dem Tor den Ausgleich zum 2 : 2 fahrlässig vergab, ist ganz einfach nicht Super-League-tauglich.

Diesen Bock finde ich noch viel krasser als den Fehlentscheid vor dem Ausgleich. Hier muss beim FCL noch viel gearbeitet werden, damit man nicht gegen den Abstieg spielen muss. Fehlende Effizienz habe auch viel mit fehlender Klasse zu, sagte einst Ex-FCL-Trainer René Weiler. Wie wahr.

Trotzdem, ein Super-League-Spieler muss solche Chancen verwerten. Marius Müller wird dieses Thema in der Kabine bestimmt knallhart angesprochen haben, denn das machen Gewinner-Typen so.

Hopp Lozärn ond bliebed gsond.

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2 Kommentare
  1. StopLuzern, 26.05.2021, 17:00 Uhr

    to whom it may concern

    dass ein mittelmässiger Club in einer mittelmässigen Liga den Cup gewinnt, gegen ein ausgepowertes Team, das sich knapp gegen die Relegation hat wehren können, … dass man diese Kicker nun als Helden ansieht, das kann ich mit bestem Willen nicht nachvollziehen. Dass man dann der Torhüter, der nicht einmal die «echte» (ja, ich weiss, er ist sehr lang) Grösse hat , sich beim seinem Gegegspieler zu entschuldigen, nachdem er ihn mit beiden Fäusten gegen den Kopf zu Boden schlögt, dass man ihn jetzt als Held sieht (das Gegengoal geht übrigens zu einem grossen Teil auf seine Kappe), das finde ich lächerlich. Noch schlimmer Zibung: drei Mal im Final verloren, beim Sieg auf der Bank dabei: Freude herrscht, grosse Klappe! Auch das ist lächerlich.

    Ich wünschte mir von Zentral+ keine Hagiografien, keine als Artikel verkleidete Fanpost; dafür kann ich die LZ lesen; ich wünschte mir kritsche und analytische Aritkel … zu viel verlangt?

    1. FCL-Fan, 27.05.2021, 09:24 Uhr

      Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Der ist auf den 22.12.2020 datiert und hat rein gar nichts mit den jüngsten Ereignissen zu tun…

      Und wenn Sie etwas gegen den FC Luzern haben und sie uns diesen verdienten Cupsieg nicht zugestehen können, dann sollten sie selber nicht unabhängigen und kritischen Journalismus fordern…

      @ Zentralplus: tolle und sachliche Berichte rund um unseren FC Luzern, weiter so!

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