Das Corona-Heimspiel des FCL macht Lust auf mehr
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Die FCL-Fans mit Corona-konformen Abstand zu den anderen Besuchern. (Bild: cbi)

Ein Museumsbesuch ist problematischer Das Corona-Heimspiel des FCL macht Lust auf mehr

4 min Lesezeit 19.10.2020, 17:01 Uhr

Es ist geschafft. Nach monatelanger Durststrecke konnte der FC Luzern endlich wieder einmal vor mehreren Tausend Zuschauern spielen. Beim 2:2-Unentschieden gelang auf und neben dem Platz zwar noch nicht alles perfekt. Trotzdem, der FCL hat die Chance gepackt und dem Käfer den Meister gezeigt.

Bereits den ganzen Tag freute sich unsere dreijährige Tochter auf das Spiel des FCL gegen St. Gallen. Immer wieder fragte sie uns, wann wir nun endlich «hopp Lozärn» schauen gingen. Wir waren noch etwas früh dran, daher entschieden wir uns für einen Kurztrip an die Chilbi beim Hotel Schweizerhof Luzern.

Die Schweizerhof-Chilbi als Vorprogramm

Sofort steuerten wir in Richtung Grillwagen des legendären Rüüdigen Lozärners Urs «Doggi» Doggwiler. Um sicherzugehen, dass es in der Essensfrage keine Querelen geben würde, entschieden wir uns für den Full-Service: Kalbsbratwurst, Hamburger und Hot Dog – eine weise Wahl. Schlussendlich ass unsere Tochter nämlich von allem, und zwar nicht wenig. Dies entging auch Doggi nicht, der sich in seinem Grillwagen köstlich ab unserem Familienessen amüsierte.

Noch rasch auf die lange Rutschbahn, einmal Auto-Karussell fahren und unsere Tochter war im siebten Himmel. Nun war es aber Zeit zum Aufbrechen, denn es dauerte nur noch 45 Minuten bis zum Anpfiff in der Swissporarena.

Bitte den Anpfiff nicht verschlafen

Aber so einfach war der Transfer vom Schweizerhof auf die Luzerner Allmend mit Velo und Anhänger gar nicht. Feines Doggi-Essen macht nämlich satt, glücklich und müde, sodass unsere Tochter auf dem kurzen Weg fast einschlief. Zum Glück trafen wir kurz vor dem Stadion auf ihren Götti, der das Unheil gerade noch abwenden konnte.

Vor der Swissporarena ging bei uns alles wunderbar und schnell. Zwar hatten wir schon gesehen, dass bei den Eingängen für die Sektoren B und C viele Leute in einer langen Schlange standen. Bei uns, nahe dem Familiensektor, ging jedoch alles glatt. Mit dem Handy eingecheckt, Saisonkarte und ID vorgezeigt, waren wir in weniger als zwei Minuten im Stadion. Wach und mit Getränken ausgerüstet, nahmen wir auf unseren neuen Sitzen Platz, die uns Corona-konform mit Abstand zu den anderen Matchbesuchern zugeteilt worden waren.

Dieser Nachmittag macht Lust auf mehr

Klar, auf und neben dem Platz hat am ersten Corona-Heimspiel des FC Luzern mit mehr als 1’000 Zuschauern noch nicht alles perfekt geklappt. Da und dort wurde das Maskentragen nicht immer eingehalten, nachdem man sein Bier oder den Eistee getrunken hatte. Bei uns im Sektor war alles wunderbar, die Stadionmitarbeitenden waren freundlich, aber bestimmt. Ein rauchender Zuschauer wurde darauf hingewiesen, dass er das Abfackeln seines «Glühstängel-Petärdeli» doch bitte unterlassen solle, was er dann auch tat.

Im Grossen und Ganzen finde ich es aber klasse, wie der FC Luzern das Sicherheitskonzept umgesetzt hat. Wir fühlten uns zu jeder Zeit wohl und hatten nie Angst um unsere Gesundheit. Ja, der FC Luzern hat dem Corona-Käfer den Meister gezeigt und den Test bestanden. Weiteren Spielen in der Swissporarena steht nichts mehr im Wege; dies sieht übrigens auch der Bundesrat so und hat Grossveranstaltungen mit über 1’000 Fans nicht neu geregelt.

Erneutes Verbot von Grossanlässen zeigt Überforderung der Politik

Es gibt aber Politiker, die meine Meinung nicht teilen. Der Kanton Bern hat nämlich bereits mitgeteilt, ab sofort Grossveranstaltungen wieder zu verbieten. Dies, obwohl genau die gleichen Politiker die aufwendigen und teuren Schutzkonzepte der Sportvereine vor wenigen Wochen abgesegnet hatten. Dieses erneute Verbot zeigt, wie überfordert diese Leute mit der aktuellen Situation sind. Es zeigt auch, dass diese Menschen nicht am Leben teilnehmen und in den vergangenen Monaten schlicht geschlafen haben.

Ich bin mir sicher, dass dieses Debakel in Luzern nicht passieren wird. Der Match gestern hat gezeigt, dass die Ansteckungsgefahr an einem solchen Event, der draussen an der frischen Luft stattfindet, mit allen getroffenen Massnahmen auf ein Minimum reduziert werden kann. Da war ein Besuch in einem grossen Schweizer Museum vor wenigen Wochen viel heikler, als Tausende Leute auf engstem Raum ohne Masken durch die Ausstellungen in den Hallen drängten.

Jetzt braucht es gesunden Menschenverstand

Darum appelliere ich in der aktuellen Situation an den gesunden Menschenverstand. Nein, ich glaube nicht an Verschwörungstheorien und gehe auch nicht gegen die Corona-Massnahmen des Bundes demonstrieren. Wir müssen das Virus ernst nehmen und die Verbreitung stoppen. Wir müssen aber auch lernen, mit dem Virus zu leben und dazu gehören auch Grossveranstaltungen mit über 1’000 Leuten wie gut organisierte Spiele unseres FCL. Sodass die Luzerner in naher Zukunft vor vielen Fans nicht nur dem Käfer, sondern auch den Gegnern den Meister zeigen können. 

Hopp Lozärn ond bliebed gsond.

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