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Zack, den Stempel drauf: Wie Eltern schubladisiert werden
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Die Erhörung aus Hollywood:«Bad Moms» (schlechte Mütter) (Bild: Michele K. Short/STX Productions)

Gutes Mami, schlechtes Mami Zack, den Stempel drauf: Wie Eltern schubladisiert werden

2 min Lesezeit 01.10.2017, 11:02 Uhr

Kaum verkündet man die frohe Botschaft über den neuen Erdenbürger, suchen hilfreiche Mitmenschen nach der passenden Schublade. Im neuen Eltern-Blog erzählt unsere Autorin Nina Hübscher, weshalb sie damit so gar nichts anfangen kann und wieso die Erhörung ausgerechnet aus Hollywood kam.

Es beginnt schon mit der Verkündung der Schwangerschaft, das Schubladendenken, mit dem alle Mütter und Väter immer wieder konfrontiert werden. Spätestens, wenn man das Geschlecht des Kindes verkündet, wird man das erste Mal eingeordnet.

Zack, Stempel drauf

«Oh, ein Junge, wie toll.» Und zack, wird man in die Kategorie der «Eltern eines Jungen» eingeordnet. Der erste Stempel von vielen, bei dem die Leute schon eine genaue Vorstellung davon haben, wie man sich zu verhalten hat. Mit der Geburt des kleinen Wunders wird frau dann erneut klassifiziert. Natürliche Geburt (mit oder ohne PDA), Wunschkaiserschnitt, Hypnobirthing, Alleingeburt? Das Label sitzt, sobald das neue Menschlein seinen ersten Schrei ausgestossen hat.

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Meine Schublade und ich

Auch ich musste mich als Neu-Mama erst mal daran gewöhnen, von allen mit bestimmten Merkmalen gebrandmarkt zu werden. Mir war schon vor der Geburt unseres Sohnes klar, dass ich wieder arbeiten gehen möchte. Die erste Schublade liess nicht lange auf sich warten, denn alleine diese Tatsache verlegte mich schon mal unfreiwillig in das Register der «Working Moms» (ausser Haus noch arbeitende Mütter).

Ob ich mich in dieser Definition wohl fühlte oder nicht, war egal, ich war es einfach. Auch wenn ich mich komplett anders organisierte als Kollegin XY und auch einen völlig anderen Job hatte, das Label sass. So ging es dann immer weiter, bis sogar ich glaubte, so eine Mutter zu sein. Ich wurde beinahe irre.

Hollywood als Erhörung

Etwas rebellisch veranlagt war ich schon immer. So schwamm ich schon als Kind mal gerne gegen den Strom und war einfach ich selbst (was nicht immer so gut ankam). Doch bis ich als Mutter die Rebellin in mir wieder entdeckte, verging einige Zeit. Schritt für Schritt brach ich aus meiner kleinen Schublade aus und fand Gefallen daran, die Leute zu irritieren, Unerwartetes zu machen und dabei unseren ganz eigenen Stil zu finden.

Die endgültige Erhörung brachte mir dann der – leicht übertriebene – Hollywoodfilm «Bad Moms». Mein neuer Lieblingssatz: «Wir gründen die Bad Moms.» Nicht, dass ich nicht gerne die perfekte Mutter wäre, wer wäre das schon nicht, aber ich will, dass meine Familie und ich einfach wir sind, egal, wie uns Aussenstehende wahrnehmen.

Im Endeffekt sind wir Eltern doch einfach Eltern, egal, in welche Schublade wir passen oder eben nicht. Wir wollen alle nur das Beste für uns und unsere Kinder.

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