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Kreative Wortschöpfungen aus dem Reich der Natur

So kreativ benennen Kinder Geschlechtsteile

Gemeinsam Bücher zur Aufklärung anzuschauen hilft ebenfalls, um den Kindern gewisse Dinge genauer erklären zu können.

Nun ist auch mein jüngerer Sohn in das Alter gekommen, in dem er sich brennend für die weiblichen und männlichen Geschlechtsteile interessiert – und diese benennt. Doch wie kläre ich ihn richtig auf, nerven grosse Brüste beim Springen und was ist das Mutschli? Der Wissensdurst unserer Kids ist noch lange nicht gestillt.

Plötzlich werden die Fragen konkreter, die Blicke durchbohrender. Der Grosse will genau wissen, wie das mit den Kindern wirklich geht. Zum Glück ist dieser Moment schon eine Weile her, nun rückt aber der Kleine mit der Fragestunde nach. Auch er interessiert sich brennend für die weiblichen und männlichen Geschlechtsteile und kann sich beim Anblick einer Frau mit einer grossen Oberweite in einer Zeitschrift ein lautes Kichern nicht verkneifen.

«Warum grinst du so?», frage ich ihn. «Ich habe mich nur gefragt, ob euch Frauen eure Brüste beim Springen nicht nerven? Ich sage nur schwabel-schwabel …», entgegnet dieser und unterstreicht seine Aussage mit Handbewegungen rauf und runter. Nach einem kurzen Augenverdreher meinerseits zieht der Kleine mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht weiter. In den nächsten Tagen und Wochen wird er das «schwabel-schwabel» noch einige Male von sich geben. Ja, der Kleine ist mitten in der Forschungsphase angekommen. 

Mein Körper gehört mir!

Nun gut, es hat auch einen bestimmten Grund. Erst vor Kurzem durften die Kinder mit der Schule eine spannende und auch wichtige Ausstellung besuchen. «Mein Körper gehört mir!» der Fachstelle S&X – Sexuelle Gesundheit Zentralschweiz. Eine wirklich tolle Sache, welche ich als Mutter nur empfehlen kann.

Die Kids erfahren dabei spielerisch und auf eine kindliche Art, wie sie sich gegen sexuelle Gewalt schützen können. Auch wird dabei das Selbstbewusstsein gestärkt und die Mädchen und Jungs können mittels Kärtchen die geschlechtsspezifischen Körperteile benennen, ohne dabei gleich rot zu werden.

Was ist ein Mutschli?

Während der Grosse zu der Ausstellung mehr oder weniger schweigt, verfällt der Kleine nach dem Mittagessen in einen regelrechten Redeschwall. «Wir haben viele neue Namen für das da unten gelernt», meint er und zeigt dabei auf meinen Schoss. «Ja und welche wären das denn?», frage ich den Kleinen gespannt. Kaum eine Sekunde später bin ich auf dem neusten Stand, welche richtigen und auch lustigen Namen die Kids den Geschlechtsteilen heute geben. Der Kleine nennt zum Beispiel «Muschel», «Schnecke», «Schlange» und «Cipollatawürstchen» als Begriffe. Am meisten gefällt ihnen aber das Wort «Vulva», dieses sprechen sie immer sehr geheimnisvoll aus …

«Na ja, beim ‹Mutschli› bin ich mir nicht sicher, ob da nicht eher das Füdli gemeint ist», schmunzle ich zum Kleinen und dieser prustet los. Gemeinsam benennen wir danach jede Körperstelle mit einem anderen Namen. So wird aus dem Füdli plötzlich der Müllverwerter und aus der Nase ein Staubsauger. Ich merke schnell, die Kids muss ich nicht mehr aufklären, wie das alles heisst und was man damit macht. Den grössten Teil haben sie schon selbst herausgefunden.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Aber dennoch ist es mir als Mutter wichtig, dass sie wissen, was es bedeutet, ein Junge zu sein und wie man mit Mädchen umgeht. Daher habe ich mich in der Bibliothek schlau gemacht und ein paar Bücher nach Hause gebracht. Diese liegen nun bei uns zu Hause als Lektüre auf. Zwischendurch, wenn ich gerade am Kochen bin, höre ich dann wieder ein leises Gekicher und ein Gemurmel.

Manchmal kommt dann auch einer der beiden Jungs mit einem Buch in der Hand und will gewisse Sachen genauer erklärt haben. Dann nehme ich mir die Zeit dafür … sofern ich es auch erklären kann. Immer aber mit einem Lächeln oder Schmunzeln. Und auch das «Schwabel-schwabel-Dings» kommt immer wieder mal, aber daran habe ich mich inzwischen gewöhnt und schmunzle mit. 

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Kinder: Neun Monate sehnt man sie herbei und dann machen sie einen Haufen Arbeit. Und bestimmen ab sofort Mamis und Papis Leben. Fünf Mütter und ein Vater schreiben über ihren Alltag mit dem Familienzuwachs. Von Herausforderungen, Veränderungen, Ängsten und Freuden.
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