Was man an Kindergeburtstagen so alles erlebt
Wie sich der Kindergeburtstag zur Pfiffli-Malerei entwickelte

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«Dieses Jahr feiern wir wieder old school.» (Bild: pixabay)

Unser Sohn feiert bald seinen 10. Geburtstag. Das nächste Fest steht also an. Auch wenn die Kindergeburtstage immer sehr schön sind, allerlei kreative Spiele gespielt werden und man einiges über die Anatomie der Mitväter erfährt, fragt man sich: Müssen immer gleich Gabentische wie an Weihnachten aufgestellt werden?

Bald wird unser Sohn zehn Jahre alt. Die Geburtstagsparty gibt bestimmt schon seit Januar zu reden: «Mama, bald habe ich ja Geburtstag (ja, geht ja nur noch ein halbes Jahr), müssen wir nicht anfangen, die Einladungen zu schreiben?» «Nein, mein Kind. Glaube mir, du wirst deine Gästeliste noch tausendmal ändern bis dahin. Den Buben bleibst du ja treu, aber die Mädchenfreundschaften wechselst du wie deine Unterhosen.» Darüber werde ich mit ihm noch reden, keine Angst.

Jetzt aber ist es wirklich bald so weit und es geht langsam ans Organisieren. Ich gehöre ja da definitiv zu den Old-School-Mamis in Sachen Kindergeburtstagsparty. Ein paar liebe Freunde einladen, wenige Spiele spielen wie das altbekannte Schoggispiel, Geschenke auspacken, Kuchen essen und dann, nach drei Stunden zu viel von allem: merci, adee, tschüss bis zum nächsten Jahr. Kind selig, Mutter ko.

Haben wir denn schon Weihnachten?

Früher in der guten alten Zeit – ich bin bald vierzig, ich darf so reden –, da waren ja die Festli mit den Freunden bei allen in etwa gleich. Da hat man am Schluss seine kleinen hart erspielten Preise in Form von Carambar, Bazzokkakaugummi und einem Glitzerstift stolz nach Hause gebracht und sich damit wie der König der Welt gefühlt.

Heute gibt es da schon rechte Unterschiede. Ich persönlich finde es zum Beispiel ein bisschen befremdlich, dass nach Wünschen der Kinder gefragt wird. Ich meine, wenn man unseren Buben nach seinen Wünschen fragt: Lego minecraft, Lego ninjago, eine Katze, eine Reise ins Legoland und evtl. die Aussicht darauf, die blonde Moderatorin aus «Wow die Entdeckerzone» in ferner Zukunft zu heiraten. Das sind – mehr oder weniger – realisierbare Wünsche, schon klar. Aber nicht nötig. Solche doch eher grössere Wünsche versuchen wir als Eltern, Grosseltern, Götti usw. zu erfüllen, aber doch nicht die Eltern der Schulgspändli?

Ich persönlich finde ja ein Limit von zehn Franken gut, aber wenn man Kindern nach ihren Wünschen fragt, sagen die halt schon eher selten: Hmmm, ich hätte gern ein paar lustige Chläber und ein Päckli Gummibärchen. Ist ja völlig logisch, seien wir ehrlich. Als ich unseren Sohn letzten Sommer an einem Fest abgeholt hatte und den Gabentisch da sah, hat es mich echt fast vom Hocker gehauen. Der Tisch sah aus wie an Weihnachten. Kann man (mit)machen, muss man aber nicht.

Die Anatomie der hiesigen Väter

Ich freue mich immer auf die Geburtstagsfeste unseres Sohnes. Ich mag seine Freunde und sie plaudern immer so schön über Gott und die Welt. Im letzten Jahr fing ich an, das Zeichenspiel mit den Kindern zu spielen, bei dem man zuerst die Kopfbedeckung zeichnen muss, dann falten und weitergeben, dann den Kopf zeichnen und falten, und so weiter, bis man bei den Füssen angekommen ist und dann die tollsten Wesen kreiert hat.

Kann ich nur empfehlen. Nicht nur weil die Kinder das super finden und sie sich halb schlapp lachen, sondern auch weil man da so tolle Dinge erfährt wie: «Ich hab meinem Monster das Pfiffli meines Papas gemalt. Voll grusig!» Hach ja, solche Aussagen machen das Leben erst so richtig lebenswert. Und danach ist es in eine wahre Pfiffli-Malerei ausgeartet – und ja, liebe Papas, ich bin nun informiert.

Mottoparty und gruselige Piraten

Was mir auch aufgefallen ist: Mottos regieren die Kinderpartywelt! Da passt alles zusammen. Piraten oder Einhorn auf Servietten, Pappbechern bis hin zu Girlanden und auch auf den Kuchen finden sich die Mottos wieder. Ich hab das Gefühl, nur ich bin noch so blöd und blas mich mit Ballonen halb ohnmächtig. Dafür sind die Kinder dann auch lange damit beschäftigt. So simpel, funktioniert aber auch im Jahre 2018 immer noch prima.

Einen Partyanimateur in Form eines Piraten gab es bislang nur einmal und die Hälfte der Kinder hatte Angst vor dem Typen. Nun ja, ich hab ihn gesehen und es ging mir genauso. Also gestrichen. Ausflüge gab es auch schon, kam bei meinem Sohn super an. Zum Beispiel in den Wald zum Cervelat «brötle» oder auch mal in den Tierpark, aber dort kann ich ja nicht das lustige Faltspiel spielen und das unbeständige Schweizer Wetter ist dabei ein Stresspunkt. Dafür wiederum gäbe es nicht so ein mega Saupuff zu Hause. Welch ein Dilemma.

In diesem Jahr bleibt aber alles beim Alten, denn wir sind umgezogen und haben nun noch mehr Platz für Blinde Kuh, Chöbelitschutten, Wasserschlachten und Saupuff machen und darum ist der Fall klar: Wir bleiben auch in diesem Jahr old school und feiern zu Hause.

Wie gestaltet ihr die Geburtstagsfeste eurer Kinder?

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