Wie binde ich meine Kinder in die Hausarbeit ein?
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Ämtliplanung – Magnete mit Motiven erleichtern das Aussuchen der Lieblings-Ämtli. (Bild: caz)

So wird der Ämtliplan ein Erfolg Wie binde ich meine Kinder in die Hausarbeit ein?

4 min Lesezeit 1 Kommentar 17.01.2021, 10:58 Uhr

Montag heisst Putztag, Waschtag und Aufräumtag. Bisher war ich für diese Angelegenheiten verantwortlich. Nun soll sich das ändern: Ein Ämtliplan muss her! Dass dies gar nicht so einfach ist, hätte ich mir nie gedacht…

Schon als ich noch ein Kind war, gab es einen Ämtliplan oder zumindest Aufgaben, die meine Geschwister und ich im Haushalt erledigen mussten. Natürlich war die Freude darüber immer klein, aber heute ist mir bewusst, wie wichtig dieses Einbinden in den Haushalt ist. So lernen die Jungs von Beginn an, mit anzupacken, und sie sehen insbesondere, dass alles irgendwann wieder weggeräumt werden muss.

Leider gibt es auch heute noch keine Heinzelmännchen. Lange haben wir Eltern überlegt, wie wir unsere beiden Jungs am besten in die Hausarbeit einbinden können. Klar, gewisse Sachen machen sie schon heute gut und selbst. Dennoch haben wir beide das Gefühl, es geht noch mehr. Darum haben wir uns schon vor einiger Zeit auf die Suche nach einem geeigneten Ämtliplan gemacht.

Wer will welches Ämtli

Per Zufall haben wir einen magnetischen Ämtliplan gefunden, bei dem jedes Ämtli in einer witzigen Zeichnung dargestellt wird. Gute Sache, denn so können die Kinder jedes Ämtli individuell interpretieren. Und die Kinder sind hell begeistert. Jeder einzelne Bildmagnet wird genaustens analysiert und eingeordnet.

Die Auswahl zwischen den Ämtli ist riesig. Von WC-Putzen über Toilettenpapier nachfüllen bis hin zum Leeren des Briefkastens ist alles möglich und die Meinungen über die einzelnen Aufgaben sind schnell gemacht: Das eine Ämtli ist super, das andere doof, dieses wiederum schwer auszuführen und jenes eher einfach. Super Sache, denke ich und lasse die Kinder munter auswählen.

Bis die beiden wieder zu streiten beginnen. Dies war absehbar: Der Grosse will das Ämtli des Kleinen, der wiederum will das vom Grossen vorgeschlagene Ämtli «Abstauben» partout nicht zu sich nehmen. Es endet wieder einmal in einem grossen Geschrei und Geheul und beide verziehen sich mit einer sauren Miene ins Zimmer. «Toll!», denke ich mir und räume den Ämtliplan wieder zusammen.

Zweite Runde im Ämtliplan

Gut, wir haben ja noch ein wenig Zeit, dies in Ruhe zu organisieren. Am nächsten Tag beginnen wir die ganze Übung noch einmal von vorn. Dieses Mal klappt es besser, unter Anleitung von mir ordnen die beiden ihre «Wunsch-Ämtli» vor sich auf dem Tisch. Jedes Kind hat für jeden Tag ein Ämtli und sogar noch ein Wochenämtli ausgesucht. Mein Einwand, dass dies viel zu viel ist, weisen die beiden Jungs mit einem Kopfschütteln von sich.

Ein paar Tage später ist von diesem Elan schon sehr schnell nichts mehr zu spüren. Die Jungs vergessen nicht nur immer wieder, ihre Aufgaben zu machen, sie weigern sich auch, auf dem Wochenplan nachzuschauen. «Nicht schon wieder, ich habe keine Lust», heisst es dann jeweils. Zugegebenermassen verliere ich sogar selber bei so vielen Aufgaben bisweilen den Überblick. So geht das nicht, ich beschliesse noch einmal Übungsabbruch! Es braucht einen richtigen Neustart.

Dritte und hoffentlich letzte Runde im Ämtliplan

Gemeinsam setzen wir uns alle an den Tisch und besprechen, wer was machen könnte. Wir kommen zum Schluss, dass wir nun nur noch ein Ämtli für eine ganze Woche lang machen. Nach längerem Hin und Her ist es entschieden: Der Grosse räumt nach dem Essen den Tisch ab und der Kleine putzt die Krümel und Essensreste vom Boden. Beide sind glücklich.

Dies hält auch die nächsten Tage an. Ich muss sie nicht einmal daran erinnern, voller Elan packen sie ihre Arbeit selbst an. Das geht gut, bis sich der Kleine gegen Ende der Woche benachteiligt fühlt. «Wieso hilfst du immer beim Abräumen, mir aber beim Putzen unter dem Tisch nie?», blickt er mich sauer an. Ich versichere ihm dann, dass ich ihm auch immer helfe, er das aber gar nicht merke und nehme ihm die Putzsachen aus der Hand. Leicht genervt verzieht er sich in sein Zimmer.

Der Ämtliplan könnte ein Erfolg werden

Die Woche darauf werden dann die Ämtli getauscht und der Kleine zeigt sich zufrieden, als ich auch ihm immer wieder beim Abräumen helfe. Mittlerweile gehört der Ämtliplan zur Routine, jede Woche gibt es wieder eine neue Aufgabe, welche teilweise auch erst gelernt werden will. So gibt es Fragen wie: «Wo sind eigentlich die WC-Rollen zum Auffüllen? Welche Kleidungsstücke gehören auf welchen Haufen für die Wäsche? Wo versorge ich diese Schüssel?»

Und ab und zu gibt es auch mal was zum Lachen, wenn der Kleine ein Ämtli falsch versteht und statt dreckiger Wäsche, die gewaschene Wäsche in die Waschmaschine stecken will. Alles halb so wild. Bis wieder ein Ämtlitausch auf dem Programm steht. Als beide Aufgaben verteilt und die Magnete wieder eingeräumt werden, blickt mich der Kleine fragend an und meint: «Mami, wieso kriegst du eigentlich nie ein Ämtli zugeteilt?» … Tja, gute Frage!

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1 Kommentare
  1. franziska, 18.01.2021, 19:10 Uhr

    Gefällt mir. Leicht und anschaulich geschrieben. Danke! Franziska

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