Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Tobsuchtsanfall in der  Migros: Wie ein Käfer lag sie tobend auf dem Rücken
  • Blog
  • Eltern-Blog
Wütenden Kinder können die Eltern an Ihre Grenzen bringen. (Bild: PIxabay)

Und das alles wegen eines Kinder Überraschungseies Tobsuchtsanfall in der Migros: Wie ein Käfer lag sie tobend auf dem Rücken

4 min Lesezeit 08.09.2019, 11:02 Uhr

Kinder sind etwas Wunderbares. Manchmal. So schön wir es mit ihnen haben können und so viel sie einem geben, so trotzig und rebellisch können sie manchmal sein. Auch die besten Eltern können da nicht immer gelassen bleiben, beispielsweise beim Einkaufen. Denn Eltern sind auch nur Menschen.

Schöne, freudige Momente mit unseren Kindern teilen wir gerne mit anderen, erzählen davon und durchleben sie nochmal in Gedanken. Momente jedoch, in denen wir auf unsere Kinder «hässig» sind und überreagieren, versuchen wir rasch zu vergessen und sind heilfroh, wenn nicht das ganze Dorf alles mitbekommt.

Der Tobsuchtsanfall im Dorfladen

Man könnte meinen, dies passiere nur mir. Oder uns als Eltern abwechslungsweise hin und wieder, aber niemals der ach so perfekten Mama in unserem Freundeskreis. Ich erinnere mich an einen Tobsuchtsanfall sondergleichen in der heimischen Migros. Habe ich solches je zuvor mit einem mir anvertrauten Kind erlebt, konnte ich total relaxt danebenstehen, aushalten, atmen. Alles wunderbar.

Unterstütze Zentralplus

Dann aber lag da plötzlich meine Tochter wie ein Käfer auf dem Rücken, tobend, mit hochrotem Kopf, weil ich dieses elende Kinderüberraschungsei, geschickt an der Kasse platziert, nicht zu kaufen gewillt war. Ich lief ebenfalls tiefrot an, ich schwitzte und spürte alle Blicke stechend auf mich gerichtet. So redete ich auf mein Kind ein. Der Kopf wusste, dass dies überhaupt nichts brachte, das Herz verstand gar nichts.

Als wir es endlich zurück auf die Quartierstrasse geschafft hatten, war ich fix und foxy und auch enttäuscht. Diese Gefühle in einer Mischung aus Ohnmacht und Wut habe ich nicht gewollt, sie kamen einfach über mich und hielten auch noch bis zum «Znacht» an.

Neue Gefühlsdimensionen

Seit ich Mama bin, haben die Gefühle eine neue Tiefe erreicht. So viel bedingungslose Liebe, so viel Glück, so viel Demut hätte ich zuvor niemals für möglich gehalten. Aber es gibt auch die Gefühle auf der anderen Seite. Früher habe ich nie so grosse Angst, Sorge und auch Wut gespürt. Die Kinder schaffen es, mich derart auf die Palme zu bringen wie sonst kaum jemand. Sie machen mich wahnsinnig. Sie bringen mich an meine Grenzen und manchmal darüber hinaus.

Diese Mischung aus permanentem Schlafmangel, Rund-um-die-Uhr-verantwortlich sein, tausend Dinge im Kopf haben, hundert Prozent verpflichtet und fremdbestimmt zu sein bringt mich an einen Punkt, an dem ich nicht immer so entspannt reagieren kann, wie ich es mir einst vorgestellt habe. Die Streitereien meiner «Fröleins», wenn sie das Gefühl haben, sie würden ungerecht behandelt, oder der Krach beim «Husi machen» sind nur zwei Reizpunkte.

Ein gelungener Morgen ist viel wert

Für mich beginnt jeder Morgen bei Null. Wir freuen uns auf einen neuen Tag. Mit den Machtkämpfen beim Anziehen kann ich spielerisch umgehen. Auch das Genörgel beim «Zmorge» lässt mich kalt. Wir schaffen es gerade noch zeitlich aus dem Haus, dies obwohl die Puppe das falsche Kleid trägt und das «Kindergartenfrölein» lieber in den Gummistiefeln statt den Sandalen losziehen will. Alles kein Problem … wir finden einen Kompromiss.

Kinder sind launisch – und wecken Emotionen

Mittags kommen beide energiegeladen zurück. Erst mal Raubtierfütterung und dann den Themen aus der Schule und dem Kindergarten Raum geben. Die Zeit ist viel zu kurz, um noch zu spielen. Mit meinem Rufen, es sei Zeit fürs Zähne putzen und Abmarschieren, störe ich ihren Seelenfrieden enorm. Lehne ich die Bitte ab, mit «Gspändli» abmachen zu dürfen, mutiere ich von der besten Mama der Welt (weil es zum «Zmittag» Fachjtas gab) zur allerfiesesten Mutter auf Lebzeiten, und dies innert wenigen Minuten.

Wenn das Essen stimmt, stehen die positiven Emotionen tendenziell im Vordergrund.

Oftmals kann ich mit einer gewissen Gelassenheit damit umgehen, manchmal aber reagiere ich genervt. Gegen Abend und nach dem x-ten Streit der beiden wird es kritischer. Es folgt der Kampf mit den Hausaufgaben, Instrument üben und aufräumen … dann kann es gut sein, dass meine Strategien für einen spielerischen Umgang mit dem Pjyama anziehen aufgebraucht sind.

Eltern sind auch nur Menschen

Ich mag nicht mehr und ich will schon gar nicht alles fünf Mal sagen. Ich will einfach Feierabend. Und zwar bald. Wer war grad so laut?! Oh nein, das war ja ich. Entgegen all meinen Vorstellungen. Ich schäme mich sehr dafür und doch ist es einfach so passiert. Ich bin halt auch ein Mensch mit allen Gefühlen.

Jawohl. Ich bin echt, wenn ich meine Gefühle zeige und den Kindern vorlebe, dass wir Eltern weiss Gott nicht perfekt sind. Im Gegenteil, wir machen Fehler und sind noch am üben. Ich habe mir sagen lassen, dass man mit jedem Kind gelassener werde. Wie viele Kinder passen eigentlich in unser Haus?

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare