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Schöner Wohnen mit Kindern – ein Selbstversuch
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So schön könnte es sein: geschmackvolle Einrichtung in Naturtönen. (Bild: Breather)

Innendekorationsträume eines Mamis Schöner Wohnen mit Kindern – ein Selbstversuch

3 min Lesezeit 18.11.2017, 12:00 Uhr

Wie heisst es so schön: Kinder machen das Leben bunter – und definitiv auch die Wohnung. Unsere Eltern-Bloggerin erzählt vom Zurückerobern ihrer Gemächer.

Wer sich, wie ich, schon leicht unwohl fühlt, weil die (weisse) Tischdecke an einem Ende fünf Zentimeter weiter nach unten gerutscht ist, der bekommt spätestens im Kinderzimmer Schnappatmung.

Da liegt ein bunter Haufen von allen möglichen und unmöglichen Dingen in verschiedensten Formen, Holz über Plastik bis Papier und Metall, und nennt sich Spielzeug oder wurde kurzerhand zu solchem bestimmt. Nun denn, ein Zimmer ginge ja noch und ich hätte weiterhin genügend Platz, um frei nach dem Motto «my home is my castle» zu leben. Plötzlich ist da aber ein kleines Königskind, das nach und nach gleich sämtliche Gemächer in Beschlag nimmt.  

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Hohe Bodenvasen und übergrosse Glaswindlichter wurden schon lange aussortiert. Die Farbe des Sofas haben wir basierend auf der Farbe des zu erwartenden Schmutzes ausgesucht und praktische, hübsche Kisten als Spielzeugbehälter fürs Kinderzimmer angeschafft. Seit einiger Zeit fügt sich auch eine grün-rot-blau-gelbe, gut einen Meter hohe Autogarage aus stabilem Hartplastik ganz zauberhaft in unsere Wohnlandschaft ein. Ein Geschenk natürlich – was will man machen. Das Wohngefühl entspricht bei mir an manchen Tagen dem eines Indoor-Spielplatzes. 

Prospekt und Wirklichkeit

Fasziniert schaue ich daher immer die Wohnprospekte durch, die ins Haus flattern. Es gibt hinreissende Kindermöbel und passende Textilien in Wollweiss und Blaugrau; ganze Kinderzimmer sind mit dieser Farbwelt liebevoll ausgestattet. Nur blöd, dass unsere Feuerwehrautos alle knallrot sind und so mit den Naturtönen nicht wirklich harmonieren. Und diese bunten Plastikmännchen, die überall herumliegen, passen auch nicht ins Bild. Zudem finden Kinder ihre Tische und Stühle erst dann schön, wenn sie mit möglichst vielen bunten Aufklebern verziert sind und ordentlich Malspuren aufweisen. 

Während ich später beim Einkaufsbummel noch angetan vom schlichten und doch kindgerechten skandinavischen Design über die Kinderteppiche aus reiner Naturschurwolle streiche, zieht mich mein Kind schon ein Regal weiter und zeigt begeistert auf die bunt bedruckte Disneybettwäsche. Immerhin, mit dem Dschungelbuch kann ich leben, aber diese lieblosen sprechenden Autos schaudern mich.

Es gilt, einen Kompromiss zwischen dem knallbunten Duplohaufen und meinen Innendekorationsträumen zu finden.

Zum Glück ist bei uns das Dschungelbuch hoch im Kurs und so ziert jetzt Mogli das Kinderbett. Bei Kindern kommt schlichtes Design in einer augenschonenden Farbwelt leider nur so mässig an. Es gilt, einen Kompromiss zwischen dem knallbunten Duplohaufen und meinen Innendekorationsträumen zu finden. Ein schöner Wäschekorb mit hellem Streifenmuster ist daher kurzerhand zum Legobehälter umfunktioniert worden.  

Wohntrends für Eltern

Immerhin, beim Tropical-Wohntrend sind wir ganz vorne mit dabei! Denn fürs Südsee-Feeling sorgt ganzjährig unser Eingangsbereich; ziert doch dort stets eine feine Sandschicht den Boden (Sandkastenschuhe sei Dank). Zudem verfügen wir über einen aufblasbaren pinkfarbenen Flamingo, der meist irgendwo in der Wohnung anzutreffen ist. Farbe ist bei uns auch an den Wänden zu verzeichnen. Gut, mit einem hübschen Bilderrahmen drum herum könnte man die Kritzelei an der Wand doch glatt als moderne Kunst – naja, eher Neocolor auf Raufasertapete – verkaufen.  

Kürzlich habe ich wieder einmal einen Anlauf genommen, dem bunten Chaos Herrin zu werden, und alleine das Kinderzimmer aufgeräumt. Dabei habe ich in starrer Erwachsenenmanier die Sachen vom Arztköfferchen in ebendieses sortiert, die Bilderbücher ordentlich ins Regal gestellt, die Schlümpfe in die kleine Schublade gesteckt und sämtliche Puzzles zusammengesetzt und dekorativ aufs Wandregal gestellt.

Als mein Kind nach Hause kam, meinte es begeistert: «Wow, Mami, du hesch de schön ufgruumt!» Vielleicht habe ich ja meine «Schöner wohnen»-Gene doch ein bisschen weitervererbt. Doch ich rechne spätestens zu Zeiten der Teenager-Höhle wieder mit Schnappatmung. Bis dahin macht sich der knallrote Bobbycar auf dem hellen Flokati im Wohnzimmer doch richtig schnittig.

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