Mami, wieso verrenkst du dich so?
Mein kleiner Yogi – Übungen mit einem Fünfjährigen

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(Bild: Kirill Kedrinskiy)

Schon seit längerer Zeit bin ich dem Yoga-Virus erlegen und liebe es, meine Matte auszurollen. Schwangerschafts- und Rückbildungsyoga waren für mich ein absolutes Muss. Und schon da fragte ich mich: Würde unser Sohn sich auch mal von dem Virus anstecken lassen? Wie sich die Übungen mit einem Fünfjährigen absolvieren lassen.

Den Schwangerschaftsyoga-Kurs musste ich, wegen überraschend einsetzender Vorwehen mit anschliessender strenger Bettruhe, vorzeitig beenden. Und auch das Rückbildungsyoga stand unter keinem guten Stern. Wir duften unsere kleinen Wunder mitnehmen. Und während die meisten der Mini-Yogis entspannt mitmachten und die Lektion zu geniessen schienen, fand es unser Sohn nur so semi-gut. Spätestens bei der Schlussentspannung tat er das dann lauthals kund. Also fand ich mich irgendwie damit ab, dass das Yoga wohl mir alleine vorbehalten bleiben würde.

Auf einmal wollte er doch mitmachen

So rollte ich meine Matte von da an alleine aus, wenn der kleine Mann schlief oder gönnte mir mal wieder einen Yoga-Kurs. Denn ein Leben ohne Yoga kann ich mir so gar nicht vorstellen.

Der kleine Mann wurde dann grösser und älter und ich rollte die Matte auch mal aus, wenn er gerade für sich im Zimmer am Spielen war. Doch schon das typische Mattenrollgeräusch erweckte seine Neugier. Und er setzte sich in meine Nähe und beobachtet mich. Daraus entstand dann folgender Dialog:

Sohn: «Mami, wieso verrenkst du dich so?»

Ich: «Weil es mir hilft mich zu entspannen und es meinen Körper schön geschmeidig macht.»

Sohn: «Ich will auch so eine Matte und geschmachtig werden.»

Lustige Tierpositionen

Okay, kein Problem, machen wir uns geschmachtig. Ich dachte nicht, dass er wirklich mitmachen möchte, sondern eher etwas rumblödeln, aber ich zeige anderen Leuten zu gerne, wie toll Yoga ist. Als echte Yogini habe ich natürlich mehr als eine Matte und rollte sie sehr gerne für meinen Sohn aus. Und da geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Er machte wirklich mit. Und er hatte viel Spass dabei. Okay, einige Yogastellungen heissen aber auch wirklich lustig. Mir nichts dir nichts waren 30 Minuten um und wir packten unsere Matten wieder zusammen.

Jeden Tag ist so eine Session natürlich nicht möglich, muss es auch gar nicht. Doch ich freue mich wirklich sehr, dass unser Sohn auch lernt die Ruhe und Entspannung zu lieben. Und Yoga ist ja so viel mehr als blosses Turnen von lustigen Tierpositionen. Als flexible Praktik für Körper, Seele und Geist kann auch das ruhige, vertiefte Lego-Spielen im weitesten Sinn als Yoga betrachtet werden.

Unser Yoga

Unser Sohn und ich mussten einen eignen Weg finden, wie wir die yogische Ruhe in den Alltag integrieren können. Denn jeder, der Kinder hat, weiss, dass es doch einiges braucht, um einen 5-jährigen Wirbelwind zu bändigen. Bei uns klappt das folgendermassen:

– Aktive Entspannung: Dafür rollen wir die Yoga-Matte aus und nehmen uns drei bis vier Übungen vor. Wichtig ist mir dabei, dass wir am Ende für eine Minute still in den Schneidersitz sitzen. Das geht meistens auch wunderbar nach den Übungen.

– Passive Entspannung: Kinder sind sehr oft in Bewegung. Als passive Yogapraxis legt sich unser Sohn entweder auf die Matte, aufs Sofa oder ins Bett. Dann vollführe ich die Bewegungen für ihn und es darf seine Glieder nicht anspannen. Das ist ein lustiges Spiel und hilft ihm sehr dabei runterzufahren nach einem strengen Tag. Die liebste Übung ist dabei das Kreisen der angezogenen Beine und das abschliessende Durchwackeln von Beinen und Armen.

Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert. Denn das Finden von Ruhe ist, egal wie alt man ist, immer ein schöner Ausgleich zum Alltag und eine herrliche Entspannung. Namaste.

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1 Kommentare
  1. RosaLuxemburg, 23.10.2018, 13:57 Uhr

    Danke für das Teilen des spannenden Artikel. Dies kann ich nur bestätigen. Meine Kleine macht fleissig mit und hat richtig Spass. Ich war überrascht, wie schnell sie Entspannung fand. Wir waren beide zum ersten Mal im Yoga und seither machen wir regelmässig. Wir waren beim Kids Yoga im Studio Fayo. Es wurde ebenfalls viel mit Tieren und Geschichten gemacht. Da waren noch andere Mütter und Väter mit ihren Kindern, was für eine lockere Stimmung sorgte. Wir würden sofort wieder gehen 🙂

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