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Mein Kind ist eine CO2-Schleuder. Sorry, Erde.
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Ist mein Kind eine CO2-Schleuder? (Bild: zvg )

Wenn das Kind zum Umweltsünder wird Mein Kind ist eine CO2-Schleuder. Sorry, Erde.

4 min Lesezeit 8 Kommentare 20.01.2018, 11:00 Uhr

Unser Elternblogger meinte, bewusst und einigermassen umweltfreundlich zu leben. Aber jetzt ist er Vater und damit tut er der Erde nichts Gutes, denn der Verzicht auf Kinder wäre die effektivste Massnahme für den Klimaschutz, so eine aktuelle Studie. Wie und warum er sich rauszureden versucht.

Vegan, keine Flüge, kein Auto – ein Kind macht alles zunichte und verursacht 58,6 Tonnen CO2 im Jahr. Umweltschutz ist so eine Sache und mit unserem Lebensstandard schlecht zu vereinbaren. Immerhin, bei der Ernährung, so glaube ich, bin ich gut dabei. Aber bereits fliegen tu ich knapp jährlich. Ein Auto leih ich mir dann und wann. Was Verpackungen anbelangt, da bin ich wirklich schlecht.

Aber he, darauf kommt es überhaupt nicht mehr an: Ich habe ein Kind, und das ist das Schlimmste, was man Mutter Erde antun kann. Sollte ich auf ein Zweites verzichten, dann bin ich fein raus – so eine im Juli 2017 veröffentlichte Studie im Fachblatt “Environmental Research Letters”. Diese zeigt auf, welche Massnahmen am effektivsten wären, um den Klimawandel zu stoppen. Neben pflanzlicher Ernährung, dem Verzicht auf Flugreisen und das Auto sei der Verzicht auf ein (weiteres) Kind am wirkungsvollsten (der Verzicht auf ein Kind spare knapp 60 Tonnen CO2 ein, bei jenem auf einen Retourflug von Zürich nach Lanzarote ist es nur gut eine Tonne). Hoppla. Mein kleiner Stinker als Klimasünder. Nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern ganz allgemein und ziemlich drastisch.

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Ein Kind zur Befriedigung von purem Egoismus?

Der Kleine dient also, wie es ein Mercedes täte (oder Ferien in den Tropen oder ein saftiges Steak oder eine Rahmglace), der Befriedigung meiner egoistischen, rücksichtslosen (Schein-)Bedürfnisse, ist dabei aber schlecht für die Umwelt und damit auch für meine Mitmenschen.

Ein Kind als Quell des Bösen zu sehen, will so gar nicht in mein Verständnis des Menschseins passen.

Maël Stocker, Vater

Ohne Kind wäre ich zwar vielleicht weniger glücklich, unter dem Strich aber ein besserer Mensch. Das ist doch Blödsinn, oder? Ein Kind als Quell des Bösen zu sehen, will so gar nicht in mein Verständnis des Menschseins passen. Als Papa weiss ich zudem, wie Kinder das Erwachsenenleben leichter machen können (ok, auch schwerer, aber die Kinderliebe ist nun mal nicht beschreib-, sondern nur erlebbar).

Die Kinderlosigkeit als Freibrief gegen ein nachhaltiges Leben?

Es ist aber natürlich so: Wenn man die Umweltproblematik als menschengemacht versteht, ist es nur folgerichtig, dass es der Erde ohne Menschen bessergehen würde. Der konsequente Klimaschutz wäre die Ausrottung der Menschen: keine Kinder mehr produzieren.

Zudem hätten wir ein ganz anderes, soziales Nachhaltigkeitsproblem ohne Kinder.

Maël Stocker, Vater

Das hingegen ist die klassische Ausrede, um nicht andere Massnahmen zu ergreifen: Man verweist auf die Überbevölkerung. Natürlich ist diese ein Problem, aber bei einer Geburtenrate von 1.5 Geburten pro Frau in den Umweltsünder-Staaten nicht wirklich das vordergründige. Zudem hätten wir ein ganz anderes, soziales Nachhaltigkeitsproblem ohne Kinder, bereitet doch die demografische Entwicklung mit wenig Nachwuchs sowohl dem Arbeitsmarkt als auch der Vorsorge Probleme. Viel entscheidender für die Umwelt ist der Lebensstil. Hier kommt das Elternsein ins Spiel: Nicht nur, was wir unseren Kleinen hinterlassen, sondern auch, was wir ihnen an Handlungskompetzenz mitgeben, ist entscheidend für deren Zukunft. Betrachtet man die besagte Studie, ist die Liste, was das sein müsste, schnell gemacht (seltsamerweise in der Studie unerwähnt bleibt: die beheizte Wohnfläche zu verringern oder zu teilen):

  • pflanzliche, regionale Ernährung
  • Ferien in der Region (kein Flugzeug)
  • Fahrrad und Zug statt Auto

Reflektieren, Vorbild sein, die Erde weitergeben

Also lande ich wieder bei mir: Vorbild sein. Denn das scheint mir weitaus sinnvoller, als der Überbevölkerung die Schuld zu geben und sich damit einen Freibrief für alles Mögliche auszustellen. Konsequent sein wäre hervorragend, den Kleinen die Optionen aufzuzeigen und das eigene Handeln begründen zu können aber schon mal ein Anfang. Mittelfristig geben wir Eltern das Zepter an die kleinen Racker weiter und diese müssen die von uns beackerte Erde übernehmen: Wäre doch schön, sie wüssten von Anfang an, was dieser dabei am wenigsten schadet.

Anpacken statt Ausreden

Hier eine unvollständige Liste, was das für unseren Alltag bedeuten könnte:

Habe ich Wesentliches vergessen? Um Tipps und Hinweise in den Kommentaren bin ich dankbar.

 


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8 Kommentare
  1. Christine Hafner, 21.01.2018, 19:23 Uhr

    Lieber Herr Stocker,
    ich frage mich, wo der Humor unserer Artgenossen geblieben ist!? Du meine Güte, das Augenzwinkern springt einen doch förmlich an! Ich bin selber Mutter, käme aber deshalb nicht auf die Idee, den Beitrag so stocksteif und herablassend zu kommentieren oder “uncool” zu finden. Im Gegenteil, mir gefällt der Schreibstil! Und beim Lesen konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen …
    Weiter so!
    Herzliche Grüße aus Berchtesgaden
    Christine H.

    1. Maël Stocker, 21.01.2018, 20:46 Uhr

      Liebe Frau Hafner
      Besten Dank, Ihre Rückmeldung freut mich!
      Das Thema scheint etwas emotional zu sein und damit die Kommentartrolle zu wecken, das habe ich auf diese Weise zwar nicht erwartet – aber es sei jeder und jedem selbst überlassen, was er oder sie hier schreibe oder wie sie oder er den Text empfinde.
      Selbstverständlich werde ich weiterfahren und bestimmt noch das eine oder andere Mal polarisieren und dabei auf das Wahrnehmen des Zwinkerns zwischen den Zeilen hoffen…
      Beste Grüsse und merci nochmals

  2. Gerhard Hofmann, 21.01.2018, 12:03 Uhr

    Der geschätzte Blogger möge sich doch bitte zuerst der korrekten Schreibweise von CO2 [“2” tiefgestellt, nicht “im Quadrat”] vergewissern, bevor er uns seine Weisheiten aufdrängt – damit dient er seiner (nicht nur deshalb anzuzweifelnden) Glaubwürdigkeit.
    Gerhard Hofmann, Berlin

    1. Maël Stocker, 21.01.2018, 16:51 Uhr

      Danke Ihnen, geschätzter Leser, für die Korrektur. Es freut mich, dass mein Beitrag fast CO2-neutral nach Berlin gelangt! Jedoch sind das nicht meine Weisheiten, sondern zitierte Weisheiten und zusammengetragene Tipps. Und ist es ja wirklich so: Eine Weisheit aufgezwungen zu bekommen ist unschön. Besser, man kommt selber drauf. Aber weise ist es eben trotzdem. Meine Glaubwürdigkeit dürfen Sie gerne anzweifeln, denn Zweifel sind mir grundsätzlich sympathisch. Beste Grüsse aus Luzern

  3. Esther Bächlin, 21.01.2018, 11:34 Uhr

    uncooler schreibstil, pseudowitzig!

    1. Maël Stocker, 21.01.2018, 16:46 Uhr

      danke fürs Trotzdem lesen. Ich finde das Ganze ja auch nicht witzig. Aber halt dennoch ein paar Gedanken wert – und die sind bei mir manchmal auch uncool.

  4. KJ Dave Doran, 20.01.2018, 13:49 Uhr

    Kinder als CO2 Schleuder……So ein Unfug! Menschheit abschaffen um den Klimawandel zu stoppen……???? Menschgemachter Klimawandel, CO2 ist alles Bockmist. Schaut und hört euch nicht Al Gore an, sondern bitte Wissenschaftler die 40 und mehr Jahre das Weltklima studiert haben. Zum Bsp. Prof. Dr. Kirstein: https://www.youtube.com/watch?v=hPVT7iihMTs