Therapeutische Wirkung des Backens
Kuchen gegen Krise

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Kuchenbacken ist eine wundervolle Aktivität für Kinder. (Bild: Symbolbild: pexels)

Kuchen geht immer, findet nicht nur Elternbloggerin Sabrina, sondern auch ihre . Diese haben immer einen Grund, einen Kuchen zu backen – auch weil dieser gegen kindlichen Kummer und Krisen hilft.

Das Rezept für einen klassischen Pflaumenkuchen erschien in den Achtzigern alljährlich zum Herbstanfang in der «New York Times». Die Leserinnen konnten das Rezept damals noch nicht einfach googeln. Diejenigen, die es nicht ausgeschnitten hatten, forderten es daher immer und immer wieder.

Diese kleine Geschichte gefällt mir. Sie ist unaufgeregt und unoriginell, wie der Kuchen selbst. Weil ein Pflaumenkuchen nicht originell sein muss. Sondern einfach lecker und noch warm. Er soll nach Zimt duften und vielleicht ein bisschen nach Glück.

Es gibt immer einen Grund für Kuchen

Bei uns ist Kuchen der tägliche, kleine Luxus. Ich kenne haufenweise Gründe, dem Kuchenkonsum Gesetzeskraft zu verleihen. Dazu gehören natürlich sämtliche freudige Ereignisse wie Geburtstage, ein Wiedersehen, ein Besuch, ein Ausflug, das Wochenende, der Ferienbeginn, alle Feiertage oder auch das blosse Ersehnen ebensolcher.

Unsere kommen ganz nach ihrer Mutter. Wollen sie Kuchen backen und ich vertröste sie – weil ich gerade wirklich keine Zeit habe – behaupten sie kurzerhand, die Puppe feiere aber heute Geburtstag. Ihr seht also, bei uns gibt es wirklich immer einen Grund für Kuchen.

Kuchen geht immer, finden Sabrina und ihre Kinder.
Kuchen geht immer, finden Sabrina und ihre Kinder.

Kuchen gegen Krise

Nun möchte ich aber im Besonderen darauf hinweisen, dass Kuchen zu backen gerade dann eine wundervolle Idee ist, wenn es im Leben einmal nicht viel zu lachen gibt. Kuchen gegen Krise, sozusagen.

Ihr alle kennt diese Tage, da läuft einfach gar nichts richtig gut. Die Kinder sind knatschig, man selber gereizt, die To-do-Liste endlos. Am liebsten würde man sich unter der Decke verkriechen und einfach auf bessere Zeiten warten. Wo Kinder leben, geht das natürlich nicht und deshalb ist mein Rezept für diese Tage: Kuchen backen. Die Kinder sind sinnvoll beschäftigt und mit dem Duft aus dem Ofen verbreitet sich auch gute Stimmung. Es hat bei uns schon immer geholfen. Und hilft hoffentlich noch ewig.

Kindlicher Kummer verfliegt mit einem Stück Kuchen

Hausgemachter Kuchen ist voller Magie. Diese Gewissheit ist mir irgendwann in meiner Kindheit zugeflogen. Ich erinnere mich gern zurück an den mit Puderzucker bestäubten, samtigweichen Apfelkuchen meiner Mutter, den sie uns in allen Lebenslagen servierte. Kaum ein kindlicher Kummer war so schlimm, als dass er mit einem Stückchen davon nicht immerhin ein wenig leichter wurde.

Heute noch geht es mir so und wenn meine Freundin aus dem Quartier mir ein Stück ihres dunklen, süss-würzigen Ingwerkuchens vorbeibringt. Dann spüre ich so viel Glück im Mund. Und einen bezauberten Frieden im Bauch.

Selbstredend kann ein hausgemachter Kuchen keine wirkliche Krise richten. Eine Krise ohne Kuchen ist wirklich traurig. Und mit Kuchen ist sie das noch immer, nur nicht mehr ganz so dunkel und düster. Der Kuchen sorgt für ein kleines Fünkchen hausgemachte Zuversicht und die kommt direkt in den Bauch und sorgt da quasi von innen für Expansion.

Heute braucht es Kuchen für alle

Ich arbeite mit einer Gruppe von Frauen zusammen und hatte dieser Tage mal wieder grundlose Lust, einen Kuchen zu backen. Es kam aber gerade recht, als eine der Frauen eine Krise hatte. Sie war traurig und hatte geweint. Da servierte ich ihr ein Stück des frischen Apfelkuchens und ihr Gesicht erhellte sich ein klein wenig. Einen Schimmer Hoffnung stellte sich ein. Dem Kuchen wohnt die Magie inne, dass es jemand gut meint.

Sie sagte, sie würde ihrerseits niemals backen. Und justament, als wir uns das nächste Mal trafen, war sie gerade dabei, Beerenmuffins zu backen. Ich sprach sie darauf an, dass sie doch neulich sagte, sie würde nicht backen. Da lachte sie entschlossen und antwortete, dass es heute einfach Kuchen für alle brauche. Mein Herz im Überschwang.

Hast du auch Lust, einen Kuchen zu backen?

Ich möchte meinen, dass nun vermutlich alle eine unbändige Lust auf Kuchen verspüren. Und wenn ihr nur ein bisschen Zeit und eine Handvoll Zutaten habt, dann legt los und backt den wundervoll herbstlichen Pflaumenkuchen aus der «New York Times» von anno dazumal. Das Rezept weiss ich mittlerweile auswendig und lasse es euch gerne da:

  • 2 Eier
  • 100 g Butter
  • 120 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 10-12 blaue Pflaumen

Alles ausser der Pflaumen in eine Schüssel kippen, mischen und in eine Backform geben. Pflaumen draufschnibbeln, Zitronensaft darüber tröpfeln, einen Hauch Zimt obendrüber und bei 180 Grad für 40 Minuten in den Ofen.

Lauwarm auf dem Sofa unter der Wolldecke geniessen. Und ein Stück davon einem lieben Menschen bringen.

Pflaumenkuchen, wie in der New York Times.
Pflaumenkuchen, wie in der «New York Times».

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4 Kommentare
  1. Bigi, 22.09.2022, 15:22 Uhr

    Liebe Sabrina
    Dein Eltern – Blog Beitrag mit dem verheissungsvollen Pflaumenkuchen – Rezept hat mich als bekennende Kuchenkäuferin doch tatsächlich zum selber Kuchen backen animiert und motiviert!
    Und nun geniesse ich mit meinem Schatz dieses köstliche, lauwarme Gebäck auf dem Sofa, (ohne Wolldecke, dafür mit Sevietten😅) !!
    Leider bleibt kein Stück mehr für einen lieben Menschen übrig…. 🤷🏻‍♀️ vielleicht, nein ganz bestimmt jedoch beim nächsten selbst gebackenen Pflaumenkuchen! 😍

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  2. Valentina, 19.09.2022, 10:43 Uhr

    Was sind denn das für herrliche Bilder;)

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  3. Margot Fellmann, 18.09.2022, 13:14 Uhr

    eine ganz wunderbare geschichte; love it!!!

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  4. Lois, 18.09.2022, 12:21 Uhr

    Was für ein schöner Text! Vielen Dank.
    Man lernt, dass die Lösung nicht immer so kompliziert wie das Problem sein muss.

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