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Motion für ungesüsste Babynahrung

Kindergetränke enthalten mehr Zucker als Standard-Getränke

Zwei Jungen essen ein Jogurt mi hohem Zuckergehalt (Bild: Adobe Stock)

Kinderärztinnen empfehlen, den Zuckerkonsum bei Babys und Kindern stark zu reduzieren. Denn etwa jedes sechste Kind bei uns in der Schweiz leidet an Übergewicht. Aufgrund dieser erschreckend hohen Zahlen ersuchte die Zuger Nationalrätin Manuela Weichelt den Bundesrat um eine Gesetzesänderung, wie sie im Politblog schreibt.

Ich reichte in der vergangenen Session eine Motion ein, in der ich den Bundesrat beauftragte, die Gesetzeslage so anzupassen, dass die vorgefertigte Babynahrung und Baby-Tees in der Schweiz frei von zugesetztem Zucker sind. Für Konsumenten ist es nämlich fast unmöglich, vollständig ungesüsste Kinderprodukte zu finden, vor allem Getränke, die sich an Kinder richten. Im Durchschnitt weisen Letztere sogar einen höheren Zuckergehalt auf als die Standardprodukte.

Die Umsetzung dieser Empfehlung ist auch für die Schweiz sehr dringlich. Die Kinder sind unsere Zukunft. Wir können heute den Grundstein für ihre Gesundheit legen, indem wir für eine gesundheitsfördernde Umgebung sorgen. Dazu zählt eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung und insbesondere eine Ernährung, die möglichst wenig Zucker enthält.

Motion von Bundesrat abgelehnt

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung meiner Motion. Ein absolutes Verbot von zugesetztem Zucker in solchen Produkten sei kaum möglich, da sonst die Gefahr bestehe, dass sie vom Schweizer Markt verschwinden. Ich bleibe dran …

Zum Schutz der Kinder hat die Allianz Ernährung und Gesundheit, welche ich neu präsidiere, zusammen mit der Initiative «Maybe less Sugar», Anfang Mai ein Manifest für deutlich weniger Zucker in der Ernährung verabschiedet. Getragen wird das Manifest von insgesamt 48 Organisationen. Nebst keinem Zusatz von Zucker in vorgefertigter Babynahrung und Babytees fordert das Manifest weitere Massnahmen, die zu einer gesundheitsfördernden Umgebung beitragen.

Zucker als reines Luxusprodukt

Der menschliche Körper braucht zwar Glukose, aber nicht in der Nahrung: Er kann sie selber herstellen. Trotzdem wird in der Schweiz sehr viel Zucker konsumiert, und das mit gravierenden Folgen: Ein übermässiger Zuckerkonsum spielt bei der Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Krebs oder Diabetes Typ-2 eine entscheidende Rolle, wie zahlreiche Studien belegen.

Vor allem die Kinder sollten vor einem übermässigen Zuckerkonsum geschützt werden. Ihr Körpervolumen ist viel geringer als jenes von Erwachsenen und die Auswirkungen von Zucker sind dementsprechend grösser.

Anfälliger auf Krankheiten

Ausserdem reagieren sie durch ihre Wachstumshormone empfindlich auf Zucker. Kinder, die mit einer Ernährung mit hohem Anteil an zugesetztem Zucker aufwachsen, haben ein höheres Risiko für Gesundheitsprobleme wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen, Karies und Hyperaktivität.

Das Zuckerdossier der Allianz Ernährung und Gesundheit informiert ausführlich über die wissenschaftlichen Erkenntnisse wie etwa die Auswirkungen des Zuckerkonsums auf unsere Gesundheit und die Gründe, warum Zucker nicht durch Süssungsalternativen ersetzt werden soll. Empfehlenswert ist hierzu auch die Dok «Zucker – die süsse Droge» vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF, die unter anderem veranschaulicht, dass Zucker auf das Belohnungszentrum des Gehirns wirkt und ein hohes Suchtpotenzial birgt.


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Kinder: Neun Monate sehnt man sie herbei und dann machen sie einen Haufen Arbeit. Und bestimmen ab sofort Mamis und Papis Leben. Fünf Mütter und ein Vater schreiben über ihren Alltag mit dem Familienzuwachs. Von Herausforderungen, Veränderungen, Ängsten und Freuden.
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