Was in einer Mutter dabei vorgeht Hilfe, mein Kind wird operiert

03.11.2019, 11:01 Uhr 3 min Lesezeit
Hilfe, mein Kind wird operiert
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Auch wenn der Besuch im Spital unangenehm ist – das Personal tut Alles damit der Aufenthalt erträglich wird. (Bild: Pixabay)

Wenn aus einer einfachen Magen-Darm-Grippe plötzlich eine akute Blinddarm-Entzündung wird. Da fängt das Mami-Herz vor Sorge viel schneller zu schlagen und die Gedanken kreisen sich nur noch um die eine Frage: Ist es wirklich Blinddarm?

Ja es ist und das ist überhaupt keine schöne Sache. Denn plötzlich wird man aus dem Familienalltag in eine bisher eher unbekannte Welt katapultiert und man hofft nur, so schnell wie möglich wieder da raus zu kommen. Die Rede ist vom Spital. Dem Luzerner Kantonsspital.

Nicht, weil es da schlecht ist, sondern weil es ein Spital ist und ich lieber als eine Besucherin eines Neugeborenen dort ein und aus gehe, anstatt da zu wohnen. Doch im Moment tue ich genau das, ich wohne im Spital.

Inzwischen ist der Blinddarm nicht mehr in meinem Grossen drin, die Ärzte haben ihn rausoperiert. Das war jedoch keine schöne Sache, beinahe wäre der Blinddarm geplatzt. Im letzten Moment haben die Ärzte meinen Grossen aufgeschnitten und den bösen Wurm (sagt mein Grosser) rausgenommen.

Stunden später

Bis es soweit war haben wir zwei einiges durchgemacht. Wer schon einmal in die Notaufnahme im Kinderspital reingelaufen ist, weiss, wovon ich rede. Man kommt mit einem mulmigen Gefühl in den Wartebereich mit ganz vielen anderen Kindern. (Was die warten alle auch?) Vom ersten Moment an, weiss man dann, das wird eine lange Nacht. Diese Vorahnung wird dann auch bestätigt.

Einige Stunden später, viele verschiedene Fragen beantwortet, immer wieder neue Ärzte gesehen und immer wieder aufs Neue vertröstet, kam dann die Erkenntnis: «Ja ihr Kind hat vermutlich eine Entzündung im Bauch, vielleicht ist es auch nur Magen-Darm.

Gerne würden wir ihn über die Nacht hierbehalten. Der Grosse muss aber weiter leiden, denn gegen die Schmerzen kann man noch nicht viel tun, zu ungenau die Diagnose. Aber erklär das mal einem Kind.

Ein happiger Start

Nach einer schlaflosen Nacht mit einem weinerlichen Kind und einer besorgten Mutter, kriegt man dann am nächsten Morgen die erlösende Antwort: Ja, es ist Blinddarm. Erlösend, weil man sich die ganze Zeit während des Wartens fragt, ob es wirklich so schlimm ist, oder eben doch nur eine Grippe und man vor Sorge fast durchdreht.

Mit der Gewissheit kann man sich endlich auf das eigentliche konzentrieren. Die Frage, was bedeutet das jetzt für mein Kind? Die Antwort vom Arzt ist relativ klar und deutlich: «Ihr Kind muss jetzt operiert werden.» Erneute bange Stunden später dann die Erleichterung. «Es ist alles gut gegangen, der Blinddarm ist nun draussen, aber das Ganze war doch nicht so einfach. Die Entzündung im Bauch war gross», meint der Arzt und klärt uns danach bis ins Detail auf, was uns jetzt erwarten wird.

«Warum Mami, muss es so weh tun?»

Nach der Freude über die gelungene OP kommt dann sehr schnell die Ernüchterung: Auch die Heilung wird nicht ohne sein. Denn ist mal der «Böse Wurm» aus dem Bauch, beginnt mit der Heilung ein weiteres anstrengendes Kapitel. Auch jetzt hat der Grosse Schmerzen, nur sind es Schmerzen von der OP.

Auch die Übelkeit bleibt und was besonders anstrengend ist, der Grosse ist nur ein weinerliches kleines Wesen. Er versteckt sich unter der Decke und würde am liebsten nur heulen. Was macht man da als Mami? Das Kind streicheln, mit ihm spielen, vorlesen, aufmuntern und einfach nur da sein. Eine anstrengende und kräftezehrende Zeit.

Etwas Gutes gibt es aber trotzdem daran: Du weisst, du bist nicht allein. Die vielen Assistenzärzte, Krankenpflegerinnen und auch die Putzfrau, alle haben immer ein Lächeln auf dem Gesicht, aufmunternde Worte und lustige Sprüche, damit sich mein Grosser schnell besser fühlt.

Und auch hier zeigt sich: Die Zeit geht vorbei, die Wunden heilen und in spätestens zwei Wochen ist alles durchgestanden. Also getreu dem Motto von Anita Weyermann: «Gring ache u seckle», ziehen wir das Ganze noch durch, das Ziel, wieder nach Hause zu gehen, ist näher denn je…Ich hoffe es auf jeden Fall.

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