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Wie das Schulsystem auf Kinder wirken kann

Hauen, schimpfen, provozieren – oder: die Herrschaft eines 6-Jährigen

Jungs und ihre «einmal-drauf-hauen-dann-bin-ich-der-Chef»-Realität.

(Bild: fotolia.ch/Markus Bormann)

Die Hackordnung im Hause unserer Bloggerin hat sich auf den Kopf gestellt, seit ihr Sohn die Basisstufe begonnen hat. Über den Einfluss des Schulsystems und wie es sich mit der Tyrannei eines 6-Jährigen leben lässt.

Tyrannen gab es in der Geschichte der Menschheit viele. Vom antiken Iwan dem Schrecklichen bis zum heutigen Putin gab und gibt es immer wieder Menschen, die Angst und Schrecken verbreiten.

Bei uns zu Hause leiden wir gerade unter der Schreckensherrschaft von Noel, meinem ältesten Sohn. Das Ironische: Während seine Brüder schon immer skrupellose Haudegen waren, war er immer der Sanftmütige. Noel steckte immer lieber ein, statt auszuteilen. Noel zog sich rechtzeitig zurück, bevor eine Auseinandersetzung eskalieren konnte. Noel gab sprichwörtlich sein letztes Autöli, wenn es jemand anders einforderte.

Das ist jetzt vorbei. Noel provoziert, Noel prügelt und Noel will alles nur noch für sich. Das hat die Hackordnung bei uns zu Hause nachhaltig auf den Kopf gestellt: Die jüngeren Brüder schützen beim Vorbeigehen schon mal präventiv ihre Köpfe. Und wir Eltern verbrauchen 98 Prozent unserer täglicher Schimpfdosis nur für Noel.

Schuld daran? Natürlich das Schulsystem

Das alles hat mit dem Eintritt in die Basisstufe begonnen. Im früheren Blog «Ich hoffe einfach nicht, dass …» habe ich meinem Sohn viel Spass und gute Freunde gewünscht. Aber hallo, ich habe nichts davon gesagt, dass er sich in Noel den Schrecklichen verwandeln soll.

«Was tun? Akzeptieren, dass dies zur normalen Entwicklung dazugehört?»

Natürlich weiss ich, dass diese Entwicklung ein Stück weit normal ist. Dass (vor allem) die Jungs mit Beginn des Schulsystems aus der «einmal-drauf-pusten-dann-ist-die-Welt-wieder-in-Ordnung»-Illusion in die «einmal-drauf-hauen-dann-bin-ich-der-Chef»-Realität eintreten. Und dass die Heranwachsenden diese Attitüde nicht einfach zusammen mit den dreckigen Schuhen und dem Kindergartendreieck vor der Haustüre abstreifen können, ist mir auch klar.

Eine der grossen Fragen: Aufbegehren oder still weiterleiden?

Aber trotzdem: Was tun? Weiterhin nur drohen, schimpfen, ins Zimmer schicken? Oder akzeptieren, dass dies zur normalen Entwicklung eines Kleinkindes zum Jungen dazugehört? Und, wie es das gemeine Fussvolk schon immer getan hat, einfach weiterhin still unter dem Tyrannen leiden?

Ich bin noch unentschlossen. Und warte mal ab. Sicher noch ein halbes Jahr, denn im August 2017 kommt dann auch schon mein zweiter Sohn in die Basisstufe. Vielleicht gelingt ihm dann der Putsch. Und ich hoffe schwer, dass dessen Herrschaft etwas weniger schrecklich wird.

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Kinder: Neun Monate sehnt man sie herbei und dann machen sie einen Haufen Arbeit. Und bestimmen ab sofort Mamis und Papis Leben. Fünf Mütter und ein Vater schreiben über ihren Alltag mit dem Familienzuwachs. Von Herausforderungen, Veränderungen, Ängsten und Freuden.
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