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Achtung, Spielzeugflut!

Geschenke: Brauchen wir das wirklich alles?

Einem Kind bringt es nichts, Spielsachen im Überfluss zu haben. (Bild: Adobe Stock)

In den letzten Jahren wurde das Schenken und beschenkt werden bei unserer Eltern-Bloggerin Samira Schuler immer mehr zum Thema: Was brauchen wir wirklich? Haben wir nicht zu viel? Sollen wir auf Luxus und Co. verzichten? Dürfen wir trotzdem etwas kaufen, das wir unbedingt möchten, aber eigentlich nicht brauchen?

Seit ich Mama bin, haben sich mein, beziehungsweise unser Hab und Gut vervielfacht. Manchmal weiss ich gar nicht mehr wohin mit allem. Ich bin wirklich dankbar, dass ich von meinem Umfeld so vieles geschenkt bekommen habe, als ich noch schwanger war mit unserem ersten Kind. So eine Grundausstattung ist wirklich teuer und gerade Kleider sind in den ersten Monaten schneller zu klein ,als dass sie passen.

Ich war mir ziemlich sicher, dass wir alles haben, was wir brauchen, und wollte zur Geburt auch nicht gross beschenkt werden. Natürlich hatte jeder ein Geschenk für das neue Familienmitglied, was auch sehr schön war. Dennoch fragte ich mich, wann ich unserem Kind die vielen Kleider anziehen soll. Und wann mit all diesen Spielsachen gespielt wird. Das Gleiche galt dann zu Weihnachten und Geburtstag.

Sinnvolle Geschenke

Ich verstehe gut, dass man dem Kind gerne etwas Schönes zum Anziehen kaufen möchte, oder ein tolles Spielzeug. Ich selber muss mich auch oft zusammenreissen, damit ich nicht unnötiges für meine Kinder kaufe. Ebenso, wenn jemand im Umfeld gerade Mama wird. Und doch stehe ich dann im Kleiderladen – Kleiderschrank und Estrich voll mit Kleidern – um zu schauen, was es hübsches gibt. Ich überlege hin und her und kaufe es dann doch nicht. Warum? Weil wir eigentlich alles haben, was wir brauchen. Und uneigentlich?

Genau das ist der Haken. Es gibt immer etwas, dass man gerade brauchen kann. Und wenn man Kinder hat, umso mehr. Es sind aber oft nicht die hübschen Sachen, sondern die nützlichen. Ich versuche möglichst taktvoll unserer Familie und dem Umfeld beizubringen, dass Geschenke zwar schön sind und die Kinderäuglein zum Leuchten bringen, aber wir lieber die Dinge bekommen möchten, die ich eh kaufen muss, weil wir sie brauchen.

Wenn der Wunschzettel ehrlich wäre

Was braucht man denn? Zweimal im Jahr braucht das Kind neue Schuhe und je nachdem wie es wächst, auch Jacken und Skianzug. Kleider eigentlich auch. Aber dummerweise sind das Dinge, die ich gerne selber kaufe oder an Börsen erwerbe. Also wäre Geld sinnvoll, damit ich den Kindern kaufen kann, was noch benötigt wird.

Meine Kinder sind noch klein und daher haben sie noch keine Wünsche was Spielzeug anbelangt. Wir haben ein Zimmer voll mit Spielsachen, der Rest steht im Schrank. Ich freue mich jetzt schon auf den Moment, wenn die ersten Spielsachen gehen dürfen.

Bücher sind immer toll, aber wir sollten dann auch gleich ein Regal dazubekommen, um all unsere Bücher zu verstauen. Also dann lieber das Geld, das in das Spielzeug investiert worden wäre. Damit können wir uns Essen kaufen oder Benzin fürs Auto. Denn ganz ehrlich, das sind die Dinge, die wir brauchen und auf welche wir schlecht verzichten können.

Zu viele Spielsachen

Natürlich könnte man den Kindern noch tausend neue und andere Spielsachen geben, ja aus dem Spielzimmer ein Spielhaus machen. Aber brauchen sie das? Ich bin überzeugt, dass es sich nicht lohnt, noch mehr anzuschaffen. Die Kinder sind überfordert mit so vielen Möglichkeiten, sitzen gelangweilt im Zimmer voller Spielsachen und wissen gar nicht, womit sie spielen sollen.

Ich habe so vieles weggeräumt und im Schrank verstaut. Und im Moment wird immer mit den gleichen Dingen gespielt, ohne dass Langeweile aufkommt. Und falls doch, sind wir draussen bestens bedient. Meiner Meinung nach ergibt es wenig Sinn, Spielzeug zu schenken, wenn schon so viel da ist. Gerade wenn die Kinder noch klein sind und eh noch keine Wünsche haben. Werden sie grösser, wäre es wohl sinnvoll, wenn für jedes Spielzeug, dass neu kommt, ein altes gehen darf.

Gemeinsam Zeit verbringen

Es gehört halt dazu. Geschenke zu Weihnachten, zum Geburtstag oder «an der Chilbi etwas chrömle». Und es soll kein absoluter Verzicht sein. Doch wir sind immer wieder davon abgekommen zu sehen, was wirklich gebraucht wird. Aber warum ist Geld schenken so verpönt? Denn tatsächlich ist es das, was jeder brauchen kann.

Wie wäre es mit gemeinsamer Zeit? Für alle Beteiligten ist es doch etwas Schönes, wenn Zeit mit den Kindern verbracht wird. Ob das ein Ausflug ist oder ein ausgiebiger Besuch. Für das Kind ein tolles Geschenk. Denn Kinder sind nicht materiell, zumindest nicht von Natur aus. Sie lernen es erst. Dumm nur, dass man gemeinsame Zeit nicht wirklich in Geschenkpapier einpacken kann. Am Ende bleibt es wohl ein Konflikt. Aber ehrliche und offene Kommunikation hilft.

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Kinder: Neun Monate sehnt man sie herbei und dann machen sie einen Haufen Arbeit. Und bestimmen ab sofort Mamis und Papis Leben. Fünf Mütter und ein Vater schreiben über ihren Alltag mit dem Familienzuwachs. Von Herausforderungen, Veränderungen, Ängsten und Freuden.
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