Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Fernreisen mit Kind: Ein Egotrip genusssüchtiger Eltern?
  • Blog
  • Eltern-Blog
«Was, ihr verreist mit sooo einem kleinen Kind? Ihr seid ja mutig!» (Bild: Natalya Zaritskaya)

Wenn die Eltern Weltenbummler sind Fernreisen mit Kind: Ein Egotrip genusssüchtiger Eltern?

3 min Lesezeit 30.07.2017, 11:02 Uhr

Mit einem Kind an der Hand wird schon die Reise im 8er-Bus zur abenteuerlichen Exkursion. Wie sieht da wohl erst eine Reise nach Neuseeland oder Australien aus? Alles kein Problem, findet unsere Eltern-Bloggerin Myriam und erklärt, wieso sie so gerne mit Mann und Kind weit weg reist.

Bevor wir uns für unser Wunschkind entschieden haben, waren wir ständig unterwegs – meistens zog es uns Richtung Asien oder nach Australien. Neuseeland, Kanada und Europa behielten wir uns für die Zeit mit Kind(ern) vor, da einfach zu bereisen, relativ steril (wie die Schweiz) und weitgehend sicher. Naja, damals war Europa noch nicht im Visier des ganzen Terrorismus, aber das ist ein anderes Thema.

Fakt ist: Wir waren die totalen Weltenbummler – süchtig nach Reisen und neuen Entdeckungen. Es kam sogar vor, dass wir an vier darauffolgenden Wochenenden jeweils freitags nach der Arbeit direkt zum Flughafen und am Montagmorgen wieder direkt vom Flughafen zur Arbeit fuhren.

Unterstütze Zentralplus

Seit unser Sohn auf der Welt ist, haben wir das natürlich stark reduziert: Es gibt jetzt jährlich noch einen Weit-weit-weg-Urlaub anstelle zehn grosser Reisen und die Städtetrips haben wir durch lange Spaziergänge in der Natur ersetzt. Den Trip in die Ferne über die Winterzeit lassen wir uns aber nicht entgehen. Ist es stressig, mit Kind so weit zu fliegen? Die positive Einstellung ist die halbe Reise!

Egoistisch? Von wegen!

Geht man einmal im Jahr mit dem Kind etwas weiter weg, ist man allerdings in den Augen vieler schon egoistisch und sogar ein unwürdiges Mami. So hört sich das dann ungefähr an: Hätte man alles vorher machen sollen, kann man denn heute auf nichts mehr verzichten? Man steigt doch mit so einem kleinen Kind nicht auf so lange Reisen ins Flugzeug. Was für eine Prozedur fürs Kind.

Aber: Im Autositzli eingequetscht acht bis zehn Stunden nach Südspanien fahren scheint kein Problem zu sein. Was bitte soll hier anders oder besser sein? Zehn Stunden im Auto, wo man sich kaum bewegen kann, versus zehn Stunden im Flugzeug, wo man sich durchaus bewegen kann. Ich verstehe das nicht. Und was Egoismus dem Kind gegenüber anbelangt, muss ich auch tief Luft holen: Ich bin fest davon überzeugt, dass Kleinkinder sehr viel im Unterbewusstsein aufnehmen.

Es geht nicht um die Landschaft, sondern um die Eindrücke, die andere Kultur, die Offenheit der Menschen (je nach Land), die Farben und Düfte, die fremden Abläufe. Dies prägt einen und führt zu einer gewissen Flexibilität und Toleranz und weckt die Neugier. Kinder sind nicht dumm und eigentlich sehr flexibel; es muss nicht immer alles nach Plan laufen, damit sie zufrieden und gut behütet aufwachsen können.

Aus Reisen wird Urlaub

«Was, soooo weit mit einem kleinen Kind? Uff, ihr seid ja mutig!» Das habe ich so oft gehört, als wir kurz vor der fünfwöchigen Neuseelandreise mit unserem Einjährigen standen. Ich finde: Seien wir doch mal positiv und sehen das Schöne am Weitwegreisen. Unser Kind ist fünf Wochen lang rund um die Uhr mit Mami und Papi zusammen, ist mit einem fahrenden Haus unterwegs auf kinderfreundlichen Campingplätzen, kann dort mit anderen Kindern spielen und immer an der frischen Luft und in der Natur sein. Und das alles im bei uns kalt-nassen Januar.

Die Zeit zusammen – weit weg vom Alltag – war ein tolles Erlebnis. Und zu wissen, dass wir unserem Kleinen einen Einblick in die grosse Welt ausserhalb unserer üblichen Buslinie und dem Stammspielplatz geben dürfen, macht die Erfahrung umso schöner.

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare