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Der Mutter-Blues: 90-60-90 war gestern!
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Drei bis vier Tonnen schwer, wie ein Breitmaulnashorn, werden menschliche Mütter doch eher selten... (Bild: Pixabay)

Wie mich drei Kinder körperlich veränderten Der Mutter-Blues: 90-60-90 war gestern!

4 min Lesezeit 22.12.2019, 11:04 Uhr

Spätestens nach dem dritten Kind wollte mein Körper seine «Superskills» im Bereiche Bodytransformation zur Perfektion bringen. Oder auf gut Deutsch: Ich bin jetzt eine karikierte Version meiner Selbst. Grössere Schuhe, fleckige Haut, ein bisschen dick, graue Haare. Und das ist noch nichtmal das Schlimmste!

Der Körper einer Mutter verändert sich nach jedem Baby, so viel ist natürlich in aller Regel klar. Hier wölbt sich ein Pölsterchen, da macht die Schwerkraft ein bisschen auf sich aufmerksam. Eigentlich halb so wild. Und wirklich viele Muttis, die ich so kenne, tragen ja im Kampf gegen diese natürlichen Reformen den glorreichen Sieg heim und sehen schnell wieder fabelhaft aus. Ich nicht. Heute gibt es eine Gratisfahrt ins Jammertal.

Ich lebe jetzt auf grossem Fuss

Fangen wir mal unten an! Ich lebe jetzt auf grossem Fuss. Nicht, dass sich mein Lifestyle gen schwindelerregende Höhen bewegen würde, nein – meine Füsse sind schlicht gewachsen. Früher trug ich Schuhgrösse 37. Nun, drei Kinder später, bin ich quasi «stuck in the middle». Zwischen einer 38, die mir häufig zu klein ist und einer 39, aus der ich oft schier kippe. Also echt: plus 1,5 Schuhgrössen – unfassbar!

Auch meine Haut hat sich komplett verändert. Früher hatte ich passend zu den dunklen Haaren einen schönen Teint, Sonnenbrand kannte ich nicht wirklich. Als Kind haben wir uns sogar von Kopf bis Fuss mit Melchfett eingeschmiert. Darf man ja heute keinem mehr sagen. Justament nach dem dritten Baby hingegen ist meine Haut komplett hell geworden. Ich muss dauernd aufpassen, dass ich mich nicht verbrenne und richtig braun werde ich schon lange nicht mehr. Ist doch irrsinnig, oder?

Was der Kuchen verursacht

Wenn wir schon bei der Haut sind: In your face! Das Gesicht ist pigmentgefleckt, man nennt sowas offenbar auch Melasmen. Diese treten üblicherweise in der Schwangerschaft auf, vorübergehend – versteht sich. Die meinigen hingegen sind gekommen, um zu bleiben. Wie ein ungebetener Gast, der schlicht nicht mehr heim will.

Des Weiteren bin ich jetzt einfach ein bisschen dick. Das liegt bestimmt auch daran, dass ich jeden Tag Kuchen esse, zugegeben. Aber selbst wenn ich phasenweise Willen zeige und dem geliebten Kuchen entsage und auch sportlichen Effort gebe, die Wage zeigt keine Veränderung. Früher konnte ich einfach mal zwei Abende aufs Dinner verzichten und schwupps hat die Hose wieder gepasst. Dies ist nun leider längst noch eine wunderschöne Anekdote und spätestens seit dem dritten Kind Geschichte.

Ausserdem: Die grauen Haare. Von 17 grauen Haaren nach der zweiten Geburt ist die Zahl ebendieser nach der dritten Geburt exponentiell auf 17’000 geschossen. Ich bin also ob der ganzen Kinderhaberei schlicht ergraut.

Ein Achselduft, so gar nicht nach Lavendel

Und zu guter Letzt rieche ich als Dreifachmama auch noch komplett anders. Musste ich in meinen Zwanzigern doch gar kaum Deo benutzen, ist es heutzutage völlig egal, welch ungeheure Menge von welcher Marke auch immer ich mir unter die Arme schmiere. Eher früher als später ist es vorbei mit der soften Duftwolke nach Lavendel oder Zitrusfrüchten. Ich erspare euch hier die Details.

Mein Freund meinte in Bezug auf die letzte Sache kürzlich so, mein Körper spüre offensichtlich intuitiv, dass es nun vorüber sei mit der Fortpflanzungsgeschichte und sich daher wohl die ganze Pheromon-Ausschüttung schenke. Diese Erkenntnis liesse sich demnach auch auf sämtlichen oben aufgeführten Punkte abwälzen.

Das hier soll aber nicht nur ein Klagelied sein

Denn vieles ist noch gut. Ich weiss die Bemühung meines Körpers, drei Kinder hervorzubringen, sehr wohl zu schätzen. Ausserdem habe ich noch gutes Haar, von den grauen einmal abgesehen. Unter Ausschluss der Flecken habe ich auch gute Haut. Meine Grösse find ich super! Die Höhe, nicht die Breite.

Aber okay, nun hör ich wirklich auf. Ich mag mich einfach immer noch sehr. Warum das so ist? Keine Ahnung. Meine Mutter hat mich damals drei Jahre lang gestillt! Gut möglich, dass aufgrund dessen mein Selbstwertgefühl so üppig durchwachsen ist, wie es die Flora am Amazonas einst war. Natürlich hoffe auch ich irgendwie, dass bald mal wieder eine Zeit kommt, in der ich die Musse habe, etwas mehr für meine Attraktivität zu tun. Aber bis dahin blicke ich meinen Makeln im Spiegel schlicht mit einem Lächeln entgegen. 

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