Lieber FCL, aufgepasst, mein Sohn kommt!
Berufsziel Fussballprofi, Game-Entwickler oder Militär?

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Der Traum meiner Kinder: den ganzen Tag gamen und dafür auch noch bezahlt werden. (Bild: Symbolbild, pexels)

Informatiker, Game-Entwickler oder doch Fussballprofi? Meine Jungs beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der grossen Frage: Was willst du mal werden, wenn du gross bist? Beinahe jeden Tag kommen neue spannende Berufswünsche dazu.

Angefangen hat das ganze Zukunftsdenken im vergangenen November an der Zentralschweizer Bildungsmesse. Wie jedes Jahr schlendern wir an einem verregneten Sonntagmorgen durch die verschiedenen Stände. Beim letzten Mal faszinierte die Jungs vor allem ein mit vielen Kabeln verbundener Roboter, der wie von Geisterhand kleine Bauklötze aufeinanderstapelte. Dieses Mal zieht ein eher unauffälliger Bankenstand ihr Interesse auf sich. Der Grund ist schnell gefunden. Auf mehreren Sitzbänken sitzen Besucher und tippen auf einem Tablett rum.

Test statt Game

Ihr Interesse bemerkt einer der Mitarbeiter und schon sitzen auch meine Jungs vor den Bildschirmen. Statt des von ihnen erhofften Games, erwartet sie aber ein Test. Sie müssen Fragen beantworten, Bilder deuten und Aufgaben lösen, mit dem Ergebnis einer Persönlichkeitsanalyse – mit Stärken, Schwächen und möglichen Berufsfeldern.

Eine spannende Sache, wie sich schliesslich herausstellt. Zudem bestätigt es zum Teil auch unser elterliches Empfinden. So wird der Grosse als sehr teamfähig, strukturiert und willensstark beschrieben. Der Kleine brilliert durch seinen Enthusiasmus, sein sicheres Auftreten und seine kreative Ader. Spannend, was ein so kurzer Test alles aufzeigen kann. Die Testanalyse heben wir für später auf. Man kann ja nie wissen, wann man solche Informationen wieder brauchen kann.

Armee zieht zuhause ein

Ebenfalls an der Zebi steigt ihr Interesse an der Armee. Oder liegt es womöglich an der Armeeschokolade und den vielen Guetzli, welche verteilt werden? Freudestrahlend decken sich die Jungs auch mit Schlüsselanhängern, Prospekten und Kugelschreibern ein. Seither ist bei uns zu Hause die Armee eingezogen. Okay, sie können diesen Berufswunsch ja immer noch anpassen, wenn sie die Rekrutenschule besuchen. Schliesslich ist es fraglich, ob sich die Armee mit Game-Entwickeln vereinbaren lässt.

Dieser Berufswunsch liegt schon länger in der Luft und wird auch immer wieder hervorgeholt, wenn die Jungs wieder mal gamen dürfen. Ein typischer Jungstraum, wie ich im Gespräch mit anderen Müttern feststelle. Es klingt halt schon sehr verlockend, jeden Tag stundenlang zu gamen und dafür noch Lohn zu erhalten.

Oder doch Skilehrer

Nach einem Wochenende im Schnee kommt der Grosse plötzlich mit einer anderen Berufsidee. «Mami, wie wärs, wenn ich Skilehrer werde?» «Warum nicht, du würdest sicherlich einen guten Skilehrer abgeben», antworte ich. Kaum ausgesprochen, sehen sich mein Mann und ich mit Fragen gelöchert.

Welche Sprachen muss ich können, darf ich dann auch über Schanzen springen und kann ich die Grossen unterrichten … Irgendeinmal blickt mich der Grosse verschmitzt an und meint: «Mami, dann kannst du zu mir in die Skischule kommen und ich zeige dir, wie du endlich schneller Ski fahren kannst. Abgemacht?» Ich nicke in der Hoffnung, dass er dieses Versprechen bald wieder vergisst.

Es bleibt beim Fussballer

Ein paar Tage später kommt der Grosse ganz ernüchtert nach Hause. «Mami, du hast mir nicht gesagt, dass Fussballer nicht Ski fahren dürfen! Das ist unfair!» Fassungslos schaut er mich an. «Ja, das stimmt schon, es ist zu gefährlich wegen möglicher Verletzungen.» Grübelnd verschwindet er in seinem Zimmer. Der grösste Traum meines Sohnes ist es nämlich, Fussballer zu werden und dann beim FCL zu spielen, um später zu PSG zu wechseln. Kleine Träume, ich weiss. Aber seit mein Sohn laufen kann, klebt immer ein Ball an seinen Füssen.

Die ersten Worte waren Mama, Papa und Ball, und in der Badi mussten wir immer Fussball spielen. Kommt dazu, dass wir in der Nähe des Stadions wohnen und die Jungs die Spieler manchmal beim Training beobachten. Es geht also gar nicht anders, als den Traum vom Fussballprofi zu träumen. Der Grosse macht alles für seinen Traum und kickt daher mit Eifer bei seinem Fussballklub, in der Hoffnung, dass er entdeckt wird. Ich unterstütze ihn dabei.

Also, lieber FCL, aufgepasst, mein Sohn kommt. Und sollte es dennoch nicht klappen, kann er noch immer Skilehrer oder Game-Entwickler werden, oder, wie seine Eltern, das KV machen. Hauptsache, er macht was. Und was den Kleinen angeht – dieser interessiert sich im Moment sowieso viel mehr für seine Playmobil. Ob auch dies zukunftsweisend ist? Wir werden es spätestens in 10 Jahren wissen.

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