«Tour de Luzern» mit den Kindern Als Touristen in der eigenen Stadt

02.05.2021, 11:01 Uhr 4 min Lesezeit
Als Touristen in der eigenen Stadt
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Begibt man sich auf eine Sightseeingtour, lernt man die «eigene» Stadt noch besser kennen. (Bild: Unsplash/Anthony Da Cruz)

Was macht man, wenn es den Kindern langweilig ist und Papa zu Hause arbeitet? Wenn noch dazu die spannendsten Unterhaltungsmöglichkeiten wie Hallenbad, Kino oder Museen entweder geschlossen oder überfüllt sind, die Kinder aber am liebsten ein Abenteuer erleben möchten? Unsere Tour de Luzern hielt die eine oder andere Überraschung bereit.

Ich überrasche die Kinder mit einem Städtetrip. Die Jungs jubeln über diese Ankündigung, blicken mich aber dann relativ schnell erstaunt an. Wohin es denn gehen soll, wenn im Moment ja gar nicht so viel möglich sei, fragen mich die beiden beinahe gleichzeitig. Ich hülle mich in Schweigen. Dass das Gute meistens viel näher ist, als man denkt, werden sie heute schnell herausfinden.

Die Vorbereitung

Nichts geht über eine solide Planung. Das weiss ich, seit ich das erste Mal als Mami das Haus verliess. Spätestens wenn man draussen ist und merkt, dass man die wichtigsten Utensilien zu Hause vergessen hat und das schreiende Baby kaum beruhigen kann, nimmt man sich für das nächste Mal eine bessere Vorbereitung vor.

Wir rüsten uns aus mit Fotoapparat, Sonnenbrille und guten Schuhen. Die Jungs helfen mir zudem feine Sandwiches zu machen, die Trinkwasserflasche zu füllen und natürlich, ganz wichtig, die Süssigkeiten einzupacken. Noch kurz eine Gratis-App herunterladen und schon kann es losgehen.

Sightseeing in der Stadt Luzern

Im Vorfeld habe ich mich nämlich schlau gemacht, wie ich meinen Jungs die wunderschöne Stadt Luzern einmal von einer anderen Seite zeigen könnte, und da stiess ich auf die Seite von Luzern Tourismus. Wieso nicht einmal das Touristenprogramm machen und schauen, was wir da alles erfahren. Gesagt, getan.

Auf der Website der Audio-Tour-App von Luzern Tourismus hat es einen Routenplan, der ganz einfach zu bedienen ist. Damit fällt für einmal das Handy in die Hände der Kinder. Stolz navigieren sich mich zur ersten Sehenswürdigkeit, der Jesuitenkirche. Vor den Türen bleiben wir stehen und horchen gespannt, was uns die Frau über die Architektur und die Zwiebeltürme erzählt. Danach geht es weiter zur Franziskanerkirche, dem Nadelwehr und der Spreuerbrücke.

Aus Spazieren wird beinahe Bergsteigen

Natürlich darf danach auch die Museggmauer nicht fehlen. Beim Erkunden der Brücke versuchen wir uns im Merkspruch «Nöllimändli lueg is Land.» Nach mehrmaligen Versuchen, Gelächter und Gekicher klappt es dann einwandfrei. Ohne es gross zu merken, steigen wir direkt auf den höchsten Turm. Nach über 130 Treppenstufen, die Jungs sind sich am Schluss nicht ganz einig, wie viele es genau sind, haben wir es geschafft. Wir kommen hoch oben auf dem Männli-Turm an und blicken in die Ferne. «Wow, Mami, so schön», klingt es von den Jungs.

Ja, wirklich, es ist traumhaft. Gleichzeitig erfahren wir dank der App, dass die Mauer nach dem Sempacherkrieg entstanden ist. Die Jungs wollen aber nicht stehen bleiben, schnell geht es weiter. Schliesslich warten noch viele Treppenstufen und spannende Informationen in luftiger Höhe auf uns. Nicht nur die Jungs, auch ich komme dabei mächtig ins Schwitzen. «Puh, Mami, das ist ja fast so anstrengend wie beim Wandern», meint der Kleine.

«Können wir jetzt etwas essen?» Natürlich können wir, auch ich brauche eine Stärkung. Wir entscheiden uns für ein kurzes Picknick im wunderschönen Park der Villa Auf Musegg. Herrlich! Kaum sind die Jungs gestärkt, geht es schon wieder weiter.

Von grossen Brunnen und speziellen Brücken

Zuerst beraten sich die Jungs aber noch und tüfteln am spannendsten Weg. Wir finden uns beim Weinmarkt wieder und erfahren dort, wieso es so lange dauerte bis der Weinmarktbrunnen vollendet war. Als Nächstes zieht es uns zur Kapellbrücke. Auch dort erfahren die Jungs wieder Spannendes. Auch ich staune, denn ich habe nicht gewusst, dass die Geländer unterschiedlich hoch sind und warum dies so ist. Die Jungs sind begeistert, jedoch auch langsam müde.

Dank der Geheimwaffe, der Süssigkeiten, kann ich sie noch zum Abschluss der Erkundungsreise begeistern. Wir spazieren gemütlich zum Bahnhof und lassen uns beim Wagenbachbrunnen nieder. Dabei lauschen wir den Informationen zum Bahnhof und dem Torbogen und was es mit der Skulptur auf dem Torbogen auf sich hat. Die Jungs können sich fast nicht sattsehen und brüten bereits über der nächsten Tour de Luzern. Das nächste Mal hoffentlich zusammen mit Papa.

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