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Fasnachtsgebäck aus Luzern im zentralplus-Test

Wo es den besten Berliner gibt

Wenn schon nicht an der Fasnacht, dann zumindest beim Test eines Fasnacht-Gebäcks: die Mitarbeitenden von zentralplus. (Bild: fge)

Sie gehören zur Fasnacht wie Guuggen, Kostüme und Umzüge: Berliner, Schenkeli und Fasnachtschüechli. Vor der Fastenzeit wollten wir wissen, wo es in Luzern die besten Berliner gibt. So viel vorweg: Der feinste war auch gleich der teuerste.

Ein typisches Fasnachtsgebäck – abgesehen von den Schenkeli und den Fasnachtschüechli – sind Berliner. So zumindest werden die gefüllten Kugeln hierzulande genannt. Andernorts sind sie auch als Faschingskrapfen, Krapfen, Pfannkuchen oder Kräppel bekannt. Mindestens ebenso viele unterschiedliche Geschichten rund um die Entstehung des Gebäcks kursieren um das Produkt. Kommen die Krapfen nun aus Wien? Oder die Pfannkuchen doch aus Berlin? Sogar die alten Ägypter hätten bereits ein ähnliches Produkt gekannt und auch die Römer sollen sich damit vollgestopft haben. Was wirklich stimmt, ist schwer zu ermitteln.

Nachdem wir Schenkeli und Fasnachtschüechli bereits früher testeten (siehe «Weiterlesen»), sind nun die Berliner an der Reihe. Auch wenn es das Gebäck mittlerweile das ganze Jahr über zu kaufen gibt, sind die mit Konfitüre gefüllten Kugeln besonders in der Fasnachtszeit beliebt. Davon zeugen die diversen Aktionen, denen wir beim Einkaufen begegnen.

Der teuerste Berliner ist der beste in Luzern

Beim Einkaufen in den Luzerner Bäckereien begegnen uns der ein oder andere müde Fasnächtler, aber auch einige Luzernerinnen auf dem Weg zur Arbeit. Kaffee wird von beiden verlangt – ab und an auch ein Berliner. Wir beschränken uns auf Letzteres und kaufen in sechs Luzerner Bäckereien ein. Danach wird getestet. Eine neunköpfige Jury aus zentralplus-Mitarbeitenden nimmt sich der Sache an – und kommt zum Schluss: gar nicht so leicht! Rein optisch fällt bloss ein Berliner aus der Reihe und auch sonst sind Unterschiede schwierig auszumachen. Vor allem die Konfi schmeckt bei vielen gleich. Es wird wohl ein Produkt des Rothenburger Bäckereilieferanten Pistor sein.

Eng wird es vor allem im Mittelfeld: Gleich drei landen mit der gleichen Note auf dem dritten Rang. Etwas absetzen kann sich der Testsieger aber trotzdem. Auffällig dabei: Das teuerste Produkt ist diesmal das beste. Das ist nicht immer so.

Rang 6 – Der Hässliche

Rein optisch fällt dieser Berliner der Bäckerei Odermatt von den anderen ab. Er ist eingefallen, viel zu dunkel und der Puderzucker fehlt – er erinnert visuell an ein Schenkeli. Die Jurymitglieder mutmassen, dass der Bäcker wohl an der Fasnacht war … Breite Gesichter auch beim Testbiss – der Berliner enthält kaum Konfi. Weshalb diese auch nicht beurteilt werden kann, finden die meisten Testesser. Wie es scheint, profitieren nur zwei der neun Testesserinnen von der Füllung – diesen beiden schmeckt die Konfitüre aber gut.

Beim «Brötchen» ist sich die Jury nicht ganz einig – zwar finden alle, dass es teigig schmecke, nur mögen dies manche überhaupt nicht, anderen wiederum schmeckt es gut.

Fazit: Bei der Produktion ist wohl etwas schiefgelaufen, Konfi und Teig würden aber grundsätzlich gut schmecken.

Berliner der Bäckerei Odermatt, Gesamtnote: 4
Preis: 2.60 Franken pro Stück

Rang 3 – Der Klassiker

So haben wir getestet

Die Berliner wurden alle morgens zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr in Luzern eingekauft und im Anschluss degustiert. Die Jury-Mitglieder wussten dabei nicht, welcher Berliner von welchem Anbieter stammt und welche Bäckereien für den Test ausgewählt wurden. Die Produkte wurden also blind getestet. Es wurden jeweils drei Berliner von jeder Bäckerei gekauft. Bewertet wurden die Kriterien Aussehen, Geschmack, Konsistenz, Frische und das Verhältnis von Teig zu Füllung, wobei der Geschmack zu 50 Prozent zur Gesamtnote beigetragen hat.

Den dritten Rang teilen sich gleich drei Produkte. Zum einen ist dies jener der Confiserie Bachmann. Dieser ist beim Reinbeissen eher knusprig. Dafür wirkt er frisch und das Verhältnis von Füllung zu Teig stimmt – was gar nicht so einfach ist, wie wir während des Tests merken. Die Konfi ist etwas säuerlich, was bei der Jury aber mehrheitlich gut ankommt. Zudem sei sie eher kompakt, was das Essen erleichtert. Der Teig ist in der Konsistenz luftig, dafür etwas süss. So ist der Berliner «geschmacklich ausgewogen, mit einer leichten Vanille-Note im Abgang».

Fazit: Klassischer Berliner-Geschmack, eher knusprig

Berliner der Confiserie Bachmann, Gesamtnote: 4,8
Preis: 2.60 Franken pro Stück

Rang 3 – Der Körnige

Der Berliner der Bäckerei Hug sieht optisch gut aus, auch wenn er etwas stark aufgegangen ist; «wie ein Ball». Der Teig sei hingegen etwas grob oder gar körnig und kompakt. Geschmacklich gefällt der Teig der Jury jedoch, auch er weist ein leichtes Vanille-Aroma auf. Die Konfitüre schmeckt, diese sei eher dunkel, aber fruchtig. In einem Punkt jedoch sind sich alle Tester einig: Es gibt zu wenig Füllung respektive ist diese auf eine kleine Fläche beschränkt.

Fazit: Optisch und im Geschmack gut, bräuchte mehr Konfitüre.

Berliner der Bäckerei Hug, Gesamtnote: 4,8
Preis: 2.70 Franken pro Stück

Rang 3 – Der Knusprige

Der Berliner von Suter’s Meile landet ebenfalls auf dem dritten Platz. Er ist eher etwas klein ausgefallen, ansonsten wird die Optik durchschnittlich bewertet. In der Kategorie Frische gehen die Meinungen auseinander. Auch geschmacklich liegt der Berliner im Durchschnitt. Dafür ist das Verhältnis von Füllung und Teig recht zufriedenstellend: «sicherlich nicht zu wenig Füllung», was beim eher etwas trockenen Teig aber nicht schadet. Die Konfi wird als eher süss wahrgenommen.

Fazit: Krosse Knusperkruste mit süsser Konfi.

Berliner der Bäckerei Suter’s Meile, Gesamtnote: 4,8
Preis: 2.30 Franken pro Stück

Rang 2 – Der Frische

Der Berliner der Bäckerei Heini sehe fast schon zu perfekt aus – schön gleichmässig. Gut zu erkennen ist hier – wie auch bei den meisten anderen – der «Kragen», die gleichmässig helle Mittelschicht zwischen den frittierten Ober- und Unterseiten. Auch bei der Frische vermag dieser Berliner zu überzeugen. Er sei schön luftig, aber auch etwas trocken. Die Konfi ist für die Jury eher zu süss, wir vermissen die säuerliche Note. Der Teig weist sehr zurückhaltende Noten auf, gefällt aber in der Konsistenz. Positiv wird auch das Verhältnis von Teig und Konfi beurteilt.

Fazit: Schön gleichmässig, luftig und superfrisch.

Berliner der Conditorei Heini, Gesamtnote: 5,1
Preis: 2.70 Franken pro Stück

Rang 1 – Der Luftige

Der Berliner der Bäckerei Hänggi punktet bei der Jury in allen Kriterien. «Kann alles gut». Im Vergleich mit den anderen Produkten gibt es beinahe in allen Belangen die beste Bewertung. Einzig die Füllung sei sehr einseitig platziert. Besonders gelobt wird hingegen der Teig, es sei eine «optimale Mischung aus luftig und teigig.» Auch die Frische wird mehrmals lobend erwähnt.

Fazit: Luftig und frisch den Spitzenplatz erklommen.

Berliner der Bäckerei Hänggi, Gesamtnote: 5,6
Preis: 2.80 Franken pro Stück

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So isst zentralplus – Vom Gourmet bis zum Fast-Food – der eat’n drink-Blog befasst sich mit alltäglichen und besonderen gastronomischen Erlebnissen aus den Kantonen Zug und Luzern.
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