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Restaurant-Test
Sapori’s Rotkreuz: Wir vergeben die zentralplus-Kochmütze

  • Lesezeit: 6 min
Bewertung:
★★★★★
Preiskategorie:
•••
Unsere Auszeichnung hat das Sapori's verdient: Seit Mai 2021 hat die Surstoffi Rotkreuz einen «Italiener».
  • Italienisch
  • Gehoben
  • Modern
Unsere Auszeichnung hat das «Sapori’s» verdient: Seit Mai 2021 hat die Surstoffi Rotkreuz einen «Italiener». (Bild: hch)

Seit etwas mehr als einem Jahr wird im «Sapori’s» in der Rotkreuzer Suurstoffi italienische Küche zelebriert. Es ist dies der zweite Zuger Ableger von Felipe Mulato, der bereits das «La Strada» in Baar führt. Bei unserem Testbesuch zeigte sich die Küche in bestechender Form.

Italienische Küche gibt es in wie Vongole im Meer. Gegen 50 italienische Restaurants tauchen auf entsprechenden Plattformen auf, und selbst dies ist bestenfalls ein Auszug. Entsprechend vielfältig ist auch die angebotene Qualität, wobei hier dem Preis häufig nicht allzu viel Aussagekraft zukommt.

Auch im «La Strada» Baar tätig

Eher im gehobeneren Bereich zu finden ist das «Sapori’s» in Rotkreuz, das vor rund 18 Monaten ins Erdgeschoss im Gartenhochhaus Aglaya einzog. Chef Felipe Mulato führt zudem bereits das ähnlich positionierte «La Strada» in Baar, das den meisten Zugern ein Begriff sein dürfte.

Dass Mulato bis 2016 Restaurants in Brasilien führte, drückt sich im Fleischangebot des «Sapori’s» aus. Verglaste Kühlschränke im zeigen, was die Karte an diesem Tag hergibt: Dry-Age-Fleisch wie Black-Angus-Entrecôte, Filet oder Ribeye. Ausserdem Picanha, der in Südamerika so beliebte Rindshuft-Deckel (Tafelspitz), der auf keinem brasilianischen Grill fehlen darf. Ebenso wie in Baar stehen auch in Rotkreuz Pizzen auf der Karte, für die gehobene italienische Küche nicht alltäglich.

Klassiker aus Italien

An diesem Abend stand uns eher der Sinn nach klassischen Gerichten. Dank des Grusses aus der Küche durften wir dennoch eine Pizza versuchen: lauwarm, weiss und mit etwas Mozzarella und einigen Cherry-Tomaten. Tomaten, die über ein solch grandioses Aroma verfügen, wie man es sonst nur aus dem Süden kennt.

Dass es nicht das einzige Parfum war, das zu diesem Zeitpunkt über unsere Teller waberte, lag nicht am Restaurant, sondern an den Gästen am Nebentisch. In regelmässigen Abständen roch das Essen eher nach Chanel denn nach Italianità.

Ossubuco und Bruschetta

Auf der Karte sind wochentags wechselnde regionale Spezialitäten aufgeführt, an diesem Dienstag traf es die Lombardei mit Ossobuco. Spannend wird es wie in diesem Fall bei einem Gericht, das ich gerne selbst koche und meinen Gästen auftische und so als Referenz anführe – da kann man nur schon aus Testgründen nicht widerstehen. Chef Felipe Mulato, der die Bestellung persönlich aufnimmt, verzieht keine Miene, ein gutes Zeichen. Und auch Sonderwünsche, wie jener nach drei Tellern für eine Portion Bruschetta, werden mit einem freundlichen Lächeln quittiert – und fast noch wichtiger, auch korrekt ausgeführt.

Besagte Bruschetta kamen mit viel Rucola, zu dem unser Tisch eine doch recht unterschiedliche Meinung vertrat. Doch auch die Verächter des Kreuzblütengewächses unter uns mussten einräumen, dass die Kombination aus Bruschetta, jungem Parmesan und besagtem Unkraut ganz hervorragende Geschmackskombinationen eröffneten. Also genau das, was die italienische Küche in ihrer Bestform auszeichnet: einige wenige hocharomatische Zutaten zu einem harmonischen, intensiven Ganzen zusammenzufügen.

Farbenfreude beim Vitello tonnato

Ungewohnt auch der nächste Teller, das Vitello tonnato. Zum Glück, kann man nur sagen. Der Teller ist herrlich aufgeräumt, die Mayonnaise blieb in Holland. Stattdessen finden wir zwischen den Kalbfleischtranchen feine Tupfer einer vollmundigen Sardellen-Thon-Mousse, Kapern und Parmesan-Kroketten.

Welch ein farbenfroher Kontrast im Vergleich zu der dick bestrichenen, trist-beigen Fläche, die man sonst gerne als Vitello tonnato erhält und die visuell häufig an einen Gips-Verputz erinnert. Etwas gar gering fällt im «Sapori’s» zwar die Abgrenzung zwischen kleiner Portion (25 Franken) und der normalen Portion für 27.80 Franken aus. Das nächste Mal geniessen wir den vollen Teller, er ist es vollauf wert.

Doch nun zum Ossobuco. Tatsächlich kann sich dieses problemlos mit meiner eigenen Variante messen; das Fleisch so mürbe geschmort, dass es nur schon durch etwas gutes Zureden vom Knochen fällt. Und die eher sellerielastige Gremolata ist so fein geschnitten, dass man den Koch nur für seine Geduld bewundern kann. Serviert wird das Gericht mit einer Beilage nach Wahl, in meinem Fall ein wunderbar sämiger Parmesan-Risotto.

Und das Dolce?

Gerne probiere ich zur Abrundung den Klassiker, in diesem Fall ein «Tira mi sù al nostra modo». Die Sapori-Variante besteht aus einem intensiv im Kaffee getränkten Biskuit, überzogen mit nicht unbescheidenen Mascarpone-Wellen. Auch hier kommen die entdeckungsfreudigen Liebhaber charakteristischer Geschmäcker auf ihre Kosten.

Fazit: Die aromatische Küche hat uns begeistert. Die Gerichte kamen mit dem Touch Individualität, der sie von durchschnittlicher Beliebigkeit abhebt; die Zutaten waren zudem allesamt von hoher Qualität. Wir vergeben einen virtuellen Kochhut und kommen wieder.

Unsere Bewertung

Preis-Leistung
Abgesehen von wenigen Ausnahmen nach oben agieren die meisten italienischen Restaurants in Zug in einem ähnlichen Preisrahmen. Unterschiedlich ist jedoch häufig die Qualität. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist das «Sapori’s» tatsächlich spitze. Pizzen kosten zwischen 18 (Margherita) und 29 Franken, die wunderbaren Bruschetta kamen mit 10.90 Franken auf die Rechnung. Aber auch die Hauptgerichte sind mit 39 Franken (Ossobuco) oder 39.90 für den sizilianischen Thunfisch eher im unteren Zuger Preisbereich. Die 53 Franken für eine Flasche des Bio-Weins Birillo aus der Maremma sind angemessen, das Tiramisu kostet 11 Franken. Mittags sind sieben verschiedene Menüs ab 23 Franken erhältlich.
***** von *****

Ambiente
Das Restaurant hat mit dem Erdgeschoss des Gartenhochhauses Aglaya keine alltägliche Örtlichkeit und spricht alleine in der Suurstoffi rund 6’000 Anwohner, Studierende und Arbeitende an. Die über 15’000 Pflanzen des Hochhauses finden ebenfalls im Innern des modern eingerichteten Lokals ihre Fortsetzung. Bis an die Decke reichende Holzregale enthalten Isländisch Moos, flankiert von verschiedenen Pflanzen und einem modernen Ambiente. Einsehbare Kühlschränke zeigen das Dry-aged-Fleisch, Wein und Desserts.
***** von *****

Service
Wir lernten an diesem Abend Chef Felipe Mulato sowie drei Kellner kennen, sie beherrschten ihr Handwerk. Die Wartezeiten waren eher grosszügig bemessen, für die Fotos wurde in der Dämmerung gerne mit Licht ausgeholfen. Sonderwünsche werden mit einem Lächeln entgegengenommen. Der Sonntagsbrunch wird derzeit aufgrund von Personalengpässen nicht mehr angeboten.
**** von *****

Online-Faktor
Schöner, umfangreicher Auftritt. Alle Menükarten sind vorhanden, Online-Reservationen sind über einen Dritten eingebunden. Das Take-away-Angebot hat bei unserem Versuch jedoch nicht funktioniert.
**** von *****

Mit Teilungshinweis: Die Rechnung unserer Vierer-Gruppe im Sapori's Rotkreuz.
Mit Teilungshinweis: Die Rechnung unserer Vierer-Gruppe im Sapori’s.
Verwendete Quellen
Weitere Quellen
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Sapori's Rotkreuz

Adresse:

Suurstoffi 37
6343 Rotkreuz

Telefon:

041 750 20 00

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 11 bis 15 Uhr und 18 bis 23 Uhr
Samstag 18 bis 23 Uhr

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