Restauranttest Maihöfli Luzern: So gut ist das spannendste Lokal Luzerns

11.12.2021, 11:02 Uhr 5 min Lesezeit 4 Kommentare
Das Restaurant Maihöfli.
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Das Restaurant Maihöfli. (Bild: ast)

Gleich zwei zusätzliche Gault-Millau-Punkte erhielt das derzeit spannendste Luzerner Lokal. Das «Maihöfli», mit 16 Punkten der «Aufsteiger des Jahres», hat auch uns direkt in den Bann gezogen. Nach einem begeisternden Abend sind wir um eine neue Sprache bereichert – der kulinarischen Sprache von Oscar de Matos.

Gut, haben wir uns exakt einen Tag vor Erscheinen des neuen Gault Millau (zentralplus berichtete) einen Tisch reserviert. Danach wäre es wohl schwierig geworden. Gleich beim Betreten des Lokals fühlt man sich an einem besonderen Ort. Ein Gefühl von wohligem Zuhause, gemischt mit gehobener Klasse macht sich breit. Und das nicht nur von der Restaurantatmosphäre ausgehend.

Auch Nadines Gastfreundschaft sorgt für Vorfreude. Wir verstehen sogleich Oscars Aussage, die auf der Webseite des Maihöfli zu lesen ist: «Meine wichtigste Zutat ist Nadine», meint der Starkoch, der von Gault Millau eben erst mit 16 Punkten ausgezeichnet wurde.

Absolute Luzerner Spitze

Gewusst wie – dezent, herzlich und fachmännisch führt uns Nadine Baumgartner durch Oscars Vier-Gänge-Gourmetreise. Die anstrengende Entscheidung bei der Auswahl aus der Karte wird uns abgenommen, lediglich die Anzahl Überraschungsgänge (vier, sechs oder acht) und Unverträglichkeiten dürfen mitgeteilt werden. Dann geht die Reise nach Spanien mit Abstechern nach Übersee zu den Nikkei-Einflüssen aus Peru und Japan los.

In allen Gerichten wird jeweils der Eigengeschmack der Zutaten hervorgehoben, gepaart mit frechen Geschmackskombinationen. Die drei bis vier Zutaten pro Gericht sind deutlich am Gaumen erkennbar und überfordern so unsere Sinne nicht. Eine gelungene, spannende Geradlinigkeit – absolute Spitze!

Geradlinigkeit im Essen und der Einrichtung

Auch die Weinauswahl unterstreicht das vom Maihöfli bevorzugte Land Spanien. Ganz dem Konzept folgend, finden wir allerlei interessante Flaschen aus der Weinhochburg und können uns kaum entscheiden. Gut beraten, wählen wir schliesslich die Traubensorte Godello – ein Treffer ins Schwarze.

Das Bier hingegen kommt direkt vom Luzerner Nachbar und wird – ganz ausgefallen – im Weinglas serviert. Dies unterstreicht den Fokus auf regionale Produkte, immerhin stammt das junge Wirtepaar aus der Region (zentralplus berichtete). Geradlinig zeigen sie sich auch in der minimalistischen, aber absolut abgestimmten Innendekoration.

Wo Kartoffeln zum Star werden

Wir starten unseren kulinarischen Abend mit einem «Reiscracker und geräucherter Tofu Miso Paste» – ein Gruss aus der Küche, spannend und gewagt. Die vorzügliche Brioche – in Heumilch eingelegt und serviert mit einer Sauermilchbutter – ist die nächste Offenbarung. Der Kohlrabi, einerseits in Butter, andererseits mit Seagrapes (Grüner Kavier) im Algensud eingelegt, erreicht das bisher hohe Niveau ebenfalls mühelos, ist erfrischend und knackig.

Freudig auf den nächsten Gaumenschmaus wartend, erhalten die Vegetarierinnen einen grillierten Fenchel an einer weissen Sojasauce-Vinaigrette serviert. Omnivoren wird ein schneeweisses, pochiertes Stück Heilbutt an einer Beurre Blanc serviert, begleitet von einer grillierten Muschel.

Bis auf den sehr salzigen Sud hat uns das Essen bisher ausnahmslos überzeugt und wir fragen uns, ob der Hauptgang dies noch übertrumpfen kann. Die Antwort: er kann! Zum Hauptgang gibt’s ein Entrecôte eines Morucha-Rinds, rosa gebraten, dazu eine Safran-Mandel-Yuzu-Creme. Die fleischlose Alternative ist die Überraschung des Abends – eine Sous-vide gegarte Kartoffel in Beurre Noisette. Eine Verarbeitungsform, die restlos überzeugt.

Mit der hausgemachten Piemonteser Haselnussglacé, dazu Haselnussmousse und kandierte Salatblätter, sind wir gänzlich im «Maihöfli»-Himmel angekommen. Applaus für das gewagte, aber sehr gelungene Ende!

Fazit

Oscar, der zurückhaltende, fokussierte Meisterkoch und Nadine, die Gastgeberin und Service-Meisterin, schmeissen den Laden zusammen mit Bravour. Eine Topadresse in Luzern, die diesem Namen gerecht wird.

Preis/Leistung
****von*****

Sehr kundenfreundliche Preise, wenn man die Qualität der Lebensmittel bedenkt. Was die Getränke anbelangt, finden wir den Preis für das Bier, mit stolzen 8.50 Franken, sicherlich im oberen Segment angesetzt, ebenso die Schnäpse. Hier möchten wir aber die Spezialauswahl berücksichtigen, was die Preise wieder rechtfertigt.

Service
*****von*****
Extraklasse. Trotz vollem Haus und «two-women»-Show hat man ihnen den Stress in keinster Weise angemerkt, im Gegenteil, sie haben sich viel Zeit genommen, um einen rundum schönen Service bieten zu können. Es blieb sogar noch Zeit, um zwischendurch Gläser zu polieren.

Ambiente
****von*****

Die warme Schlichtheit passt zum Konzept und liess ein wohliges Gefühl aufkommen. Die gesetzten Akzente, die Farben, die Kerzen, die Ausstattung – alles davon holte uns ab. Einziger Wermutstropfen ist die zweigeteilte Atmosphäre durch die beiden verschiedenen Räume. Der etwas hellere Restaurantteil beim Eingang steht im Gegensatz zum etwas abgedunkelten, edleren Saal.

Online-Faktor
*****von*****

Auch hier erkennt man die Schlichtheit und Geradlinigkeit des «Maihöflis», nicht überfüllt, aber definitiv ansprechend. Die Bilder, die Wortwahl, die unkomplizierte Buchungsmöglichkeit, die eingespielten Gästebewertungen. Uns gefällt es!

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 18.00 bis 23.30 Uhr
Ausserhalb dieser Zeiten wird das Maihöfli für Bankette und Anlässe ab 15 Personen geöffnet.

Adresse:
Restaurant Maihöfli – Oscar de Matos
Maihofstrasse 70
6006 Luzern
Tel. +41 41 420 60 60

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4 Kommentare
  1. Heinz Gadient, 11.12.2021, 12:19 Uhr

    Ich finde Hahnenwasser sollte gratis sein.

    1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 1 👎 Daumen runter
    1. Bernadette Bucher A., 11.12.2021, 13:45 Uhr

      Eben nicht:
      Das Wasser kostet auch.
      Jene welche servieren verdienen Lohn.
      Jene welche danach aufräumen und Gläser verdienen Lohn.

      1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
      1. Heinz Horni, 11.12.2021, 19:47 Uhr

        Der Preis für das Wasser scheint mir gerechtfertigt zu sein… Und ich schliesse mich Ihrem Kommentar an ..
        Preise von 10 Franken pro Karaffe, das gibt’s in der Stadt; sind jedoch ein absoluter Abriss ..

        0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
    2. Redaktion Redaktion zentralplus, 12.12.2021, 09:33 Uhr

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