Luzerner oder Lozärner Bier – das rat ich dir
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Gruppenfoto der getesteten Biere

Der grosse zentralplus-Biertest Luzerner oder Lozärner Bier – das rat ich dir

4 min Lesezeit 21.07.2017, 15:35 Uhr

Der Sommer ist da und mit ihm auch die Zeit von Grill, Badi sowie des «al fresco»-Feierabendbiers. Für zentralplus Grund genug, sieben regionale Biere einem Geschmackstest zu unterziehen. Darunter auch einen Vertreter der vom Kantonsgericht als täuschend beurteilten Lozärner Bier AG.

Sommerzeit ist Grillzeit. Nach Cervelats (zentralplus berichtete) und unserem aufsehenerregenden Bratwursttest (zentralplus berichtete) nahmen wir uns dieses Mal regionale Biere vor. Angetreten zum Test sind sieben regionale Biere aus kleineren Brauereien, Biere, die in manchen Beizen und Bars erhältlich sind, die aber auch nicht ganz alltäglich sind. Plus das kürzlich lancierte Eichhof-Retro-Bier.

Eine besondere Brisanz erhält das Teilnehmerfeld durch den gestern ergangenen Richterspruch, dass Aufmachung und Name des Lozärner Biers gegen das Täuschungsverbot verstossen (zentralplus berichtete). Getestet wurde allerdings nicht das verurteilte Lagerbier aus Schaffhausen, sondern das im Kanton Bern hergestellte Spezial.

«In vino veritas – in Bier ist auch so was»: Was ein alter Trinkspruch meint, der Alkohol, der ist zwar in den Bieren tatsächlich vorhanden; bei Lagerbieren etwas weniger als bei den von uns hauptsächlich getesteten Spezialbieren. Dazu kommen Wasser, Hopfen, Malz, Hefe: Die Zutaten zu einem Bier sind simpel. Und sorgen dennoch häufiger für eine veritable Glaubensdiskussion wie jene, ob es das vor Ort gebraute Luzerner oder Lozärner Bier sein soll.

«Milch ist für Babys. Wenn du erwachsen bist, musst du Bier trinken.»

Arnold Schwarzenegger

«Ich habe das Gefühl, das Bier und ich kennen uns schon zu gut», «Farbe wie Rivella», «zu viel Kohlensäure – für Trinkspiele nicht geeignet»: Die Feedbacks unserer Tester lassen auf eine beträchtliche Genusskompetenz schliessen, die über das monatliche Feierabendbier hinausgeht. Da erstaunt es kaum, dass die beiden Zuger Biere im Test – das Baarer Bier und das Goldmandli – herausgeschmeckt werden und noch dazu mit exakt derselben Punktzahl abschneiden.

Eines vorweg: Schlecht abgeschnitten hat keines der getesteten Biere – doch die Tester sparten auch mit Maximalnoten. Ebenfalls interessant: Preislich befinden sich die regionalen Biere alle in etwa im selben Spektrum – mit Ausnahme des deutlich günstigeren Vertreters aus der Luzerner Grossbrauerei Eichhof. Dem Geschmacksempfinden tat dies aber keinen Abbruch.

Und auch ob Luzerner oder Lozärner Bier lässt sich beantworten. Jedoch nicht so genau, wie sich dies vielleicht der eine oder andere wünschen würde.

Platz 6 – Baarer Bier (1862)

Ein leichtes Bier für den Durchschnittstrinker. Gutes Aussehen, aber geschmacklich uninteressant, urteilen unsere Tester. Das Baarer Lager sei eher neutral und mit wenig Nachgeschmack, farblich sehr hell.

Note: 3,4
Preis: 1.95 Franken

 

 

Platz 6 – Baarer Bier (Goldmandli)

Goldmandli (Baar) «Bestimmt aus einer Grossbrauerei»: Stimmt zwar nicht ganz, doch auch dem zweiten Bier aus Baar wurden ein mehrheitstauglicher Geschmack und eher neutrale Noten nachgesagt. Den Kohlensäuregehalt empfanden wir als angenehm, die Note exakt dieselbe wie beim anderen Bier aus dem Kanton Zug.

Note: 3,4
Preis: 2.15 Franken

 

 

Platz 5 – Soorser Bier (Golden Ale)

Das Golden Ale hat von einem Tester Höchstnoten erhalten. Die Farbe gefällt gut, verspricht für unsere Tester aber mehr, als der Geschmack dann hält. Das Bier wird als leicht süsslich, lieblich bezeichnet, mit einem würzigen, herben Nachgeschmack. Die Kohlensäure ist unaufdringlich.

Note: 3,7
Preis: 2.10 Franken

 

Platz 4 – Entlebucher Bier (Original Naturtrüb)

Anders als bei seinen Widersachern scheint man hier mit Kohlensäure nicht gespart zu haben. Geschmacklich wird das Bier als eher charaktervoll und leicht im Abgang bezeichnet. Ein anderer Tester beschreibt es als ausgewogen, verschiedentlich glaubten wir auch eine leichte Karamellnote herauszuspüren.

Note: 3,9
Preis:
2.10 Franken


 

 

 

Platz 3 – Eichhof (Retro Bier)

Das Bier mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis hat unseren Testern gut gefallen und wurde als ideal für den heissen Sommertag oder die Grillrunde beschrieben. Erfrischend und leicht, dafür geschmacklich ohne bleibenden Eindruck. Dies war aber auch schon der einzige Kritikpunkt am Sommerbier. Gelobt wurde die schöne goldgelbe Farbe.

Note: 4,1
Preis: 1.30 Franken

 

 

Platz 2 – Lozärner Bier (Naturtrüb Spezial)

Auch wenn es trotz seines Namens nicht in Luzern gebraut wird: Im Blindtest fiel die Produktion durch die Brauerei Aare Bier in Bargen BE (danke an unseren Facebook-Kommentator Udo Remagen) nicht negativ ins Gewicht. Die Aussage «Ich habe das Gefühl, das Bier und ich kennen uns schon zu gut» kann man durchaus als Erklärung werten, weshalb es so gut abgeschnitten hat. Frisch und sanft im Geschmack, dennoch auch herb und optisch hervorragend: So soll für unsere Tester ein Bier sein. Wenn da nur der als nicht ganz passend beschriebene Nachgeschmack nicht wäre.

Note: 4,6
Preis: 2.10 Franken

 

 

Platz 1 – Luzerner Bier (Original)

Frisch in der Nase, mit einer speziellen und intensiven Note, die an frisch gemähte Sommerwiesen erinnert: So wird das Luzerner Bier beschrieben. Gut gefallen haben unseren Testern auch die helle Farbe und der perfekte Schaum. Den Sieg gab’s nicht zuletzt dank des runden, feinen Abgangs für das seit sieben Jahren in der Stadt gebraute Luzerner Bier.

Note: 4,8
Preis: 2.10 Franken

So haben wir getestet

Dem Blindtest wurden sieben klassische Biere unterzogen, Lager oder Spezialbier. Auswahlkriterium war dabei, dass es sich um ein Luzerner oder Zuger Bier handelt und dieses im Fachhandel erhältlich ist. Innovative Kleinstbrauereien konnten wir nicht berücksichtigen. Bewertet wurde nach den Kriterien Farbe, Schaum, Kohlensäuregehalt, Geschmack, Nachgeschmack. Es wurden je Kategorie Schulnoten von 1 bis 6 verteilt, der Durchschnitt ergibt die Gesamtnote. Als Jury amteten sieben Bier-erfahrene Journalisten von zentralplus.

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