Izakaya Nozomi – japanische Entdeckung in Luzern
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Wo früher Luzerns schwere Jungs ihre Strafe absassen, wird heute ausgezeichnete japanische Küche serviert. (Bild: hch)

Restaurant-Test Izakaya Nozomi – japanische Entdeckung in Luzern

5 min Lesezeit 03.01.2021, 10:55 Uhr

Die japanische Genussphilosophie ist derzeit in aller Munde – und wird auch gerne ausprobiert. Das wollten auch wir uns nicht entgehen lassen. Das Restaurant Izakaya Nozomi ist eine Offenbarung einer kulinarischen Tradition, die sich in der Stadt Luzern bisher bedeckt gehalten hat.

Unscheinbar und klein, mit leichtem asiatischem Flair, versteckt sich das Izakaya Nozomi hinter einem Schaufenster. Die roten Laternen an der Fassade lassen einen Sake-Laden erahnen, denn diese werden traditionellerweise mit dieser typischen Dekoration geschmückt. Der unerwartet grosse hintere Teil des Lokals offenbart sich uns wie die aufgehende Sonne in Japan.

Mit einem «Hoi zämä» von allen vorbeihuschenden Mitarbeitern fühlen wir uns trotz Ausflug ins Unbekannte direkt zu Hause.

Wie die Japaner so schön sagen: «sich wohl-, vollfressen»

Als bewusste Esser und freudige «Ausgeber» kann man sich im Izakaya Nozomi auf eine weite Reise nach Kyoto, Osaka oder Tokyo querbeet durch die Speisekarte führen lassen. Nozomi (jap. ノゾミ, のぞみ) ist ein überwiegend weiblicher japanischer Name. Er bedeutet so viel wie «Hoffnung».

Mit den 16 Tsumamis (japanische Tapas) spart unser Kellner nicht an der Anzahl verschiedener Speisen. Kaum ist ein Schälchen halb leergegessen, kommt schon die nächste Erklärung von den «Erlebniskellnerinnen» zu einer weiteren Portion. Wir kommen kaum nach mit den Eindrücken und Geschmacks-Explosionen im Mund. Ein Gaumenschmaus der Sonderklasse!

Die Bedenken, für den eher höher angesetzten «Izakaya Erlebnis»-Preis von 78 Franken nicht genug zu erhalten, kommen uns beim 8. Tsumami schon lächerlich vor.

Alles hausgemacht, so gut wie keine Konzessionen an den Schweizer Gaumen, aber mit regionalen Produkten möglichst nah an die japanische Küche heranzukommen – das ist der Kompromiss, den Küchenchef Benjamin Egli-Iwasaki und sein Team machen müssen.

Was wir uns wünschten

Dies gelingt ihnen vorzüglich. Von Teigtaschen (Gyoza) mit Gemüsecurry-Füllung als Start über zweierlei japanische Süsskartoffeln (Satsumaimo) mit Misosauce zu knusprig frittiertem Hühnchen (Karaage), in einer Yuzu-Sojasauce marinierten Thunfisch (Maguro Kakuni), Auberginensalat Sweet Sour (Nasu) und Blattspinat an einer Erdnuss-Sesam-Sauce (Goma-ae): Wir bekommen alles, was wir uns wünschen – und noch vieles mehr.

Die japanischen Reiskuchen aus Klebreis (Mochi) mit dreierlei Eisfüllung kriegen wir nicht mehr in unsere Bäuche, was das Personal aber nur mit einem zufriedenen Lächeln entgegennimmt und uns anbietet, die süssen Köstlichkeiten mit nach Hause zu nehmen. Hätten uns die Gerichte noch nicht genügt, hätten wir ohne Weiteres noch Supplements bestellen können – wie wir die aber auch noch hätten essen sollen, fragen wir uns noch den ganzen Abend. An unserem Nachbartisch ist es jedenfalls gelungen.

Der gleichwertige, flüssige Begleiter

In einem Izakaya (japanische Kneipe aus den Buchstaben «I» für Sitzen und «Sakaya» für Sake-Laden) soll das Augenmerk auch auf den Getränken liegen. Das Konzept beruht ursprünglich auf demjenigen einer Bar, an der man nebenbei noch eine Kleinigkeit essen kann. Eine grosse Gruppe, die sich spontan zusammensetzt, gemeinsam isst, trinkt und lacht – so sieht ein typischer ungezwungener Izakaya-Abend aus.

Der aktuellen Covid-19-Situation angepasst, kann man hier den Abend sorgenfrei und sicher verbringen. Die Tische haben auf der grossen Fläche des ehemaligen Frühstücks- und Event-Raums des Hotels Barabas mehr als genug Abstand. Die Karte lockt mit allerlei authentischen Bieren, Sake, Gins und Whiskeys aus Ostasien, aber auch für Weinliebhaberinnen lassen sich ausgesuchte Weine aus Europa finden.

Preis/Leistung
Wir sind von der Auswahl an Speisen, ihrer Vielfältigkeit und der Menge absolut überrascht und begeistert. Die hohe Qualität und die Liebe zu den Produkten und deren Verarbeitung ist bis in die letzte Faser jedes Lebensmittels spürbar.
*****von*****

Service
Die freundliche Art, die Zuvorkommenheit sowie die grosse Motivation der Tischkellner ist eine wahre Freude. Man fühlt sich gut aufgehoben und am rechten Platz. Den Erlebniskellnern beziehungsweise Foodrunners spürt man den Stress schon mehr an und die Präsentation der Tsumamis fiel teils leider etwas banal und monoton aus.
****von*****

Ambiente
Authentizität, wie man es sich als Schweizer wünscht, schafft einen hohen Wohlfühlfaktor. Dezente asiatische Deko-Elemente an den Wänden und Decken sind kombiniert mit Holz, Pflanzen und Kerzen in leeren Weinflaschen.
***von*****

Online-Faktor
Sehr übersichtlich dargestellte, mit allen Informationen ausgestattete Website, die bereits den Appetit anregt. Man fühlt sich schon dezent nach Asien versetzt. Das Reservierungssystem funktioniert einwandfrei. Storytelling mittels eines Video-Interviews, das noch mehr Vorfreude auf den Besuch bereitet.
*****von*****

Corona-Handling
Platz und Desinfektionsmittel sind genügend da, die Check-in-Möglichkeit besteht, wurde aber nicht auf ausdrücklichen Wunsch gemacht. In dieser Hinsicht appelliert man offenbar mittlerweile an die eigene Verantwortung.
****von*****

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 11.30 bis 14.00 und 17.00 bis 19.00
Samstag 11.30 bis 19.00
Sonn- & Feiertage geschlossen

Küchen-Öffnungszeiten:
Mittags: 11.30 bis 13.30
Abends: 17.00 bis 21.00 (ab 19.00 nur Take Away)
Samstag: 11.30 bis 21.00 (ab 19.00 nur Take Away)

Adresse:
Restaurant Izakaya Nozomi
Löwengraben 18
6004 Luzern 
Tel. 041 417 01 98

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