Essen wie im Märchen
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Kunstvolle Küche: Gebeiztes Lachsfilet mit Sauerrahmmousse und süss-saurem Gemüse

Restaurant-Test Essen wie im Märchen

3 min Lesezeit 19.01.2015, 10:09 Uhr

Ein Mittagsmahl im Gütsch gönnt man sich nicht alle Tage. Zu beschwerlich der Weg nach oben, zu kostspielig die Speisen. So die gängige Meinung. Doch stimmt das?


Ein Mittagsmahl im Gütsch gönnt man sich nicht alle Tage. Zu beschwerlich der Weg nach oben, zu kostspielig die Speisen. So die gängige Meinung. Doch stimmt das überhaupt?

Ohne Zweifel: Die wenigen Gäste, die es ins Château schaffen, werden verwöhnt. Ein Blick in die Speisekarte offenbart eine kleine, exquisite Auswahl an Vorspeisen, Zwischengerichten und Hauptgerichten. Die Kost ist schweizerisch-mediterran, die Preise sind so wie man sie in einem gehobenen Restaurant erwarten kann. Das Mittagsmenü bestehend aus zwei oder drei Gängen erscheint dabei mit 42 oder 49 Franken geradezu erschwinglich. Wir wählen aber je eine Vorspeise und ein Hauptgericht à la carte. Kaum bestellt, erreicht uns ein Amuse-Bouche aus zarter Olivenbutter und einer Auswahl an Broten.

Der Fenstertisch bietet eine fantastische Aussicht über das städtische Nebelmeer. Blickt man sich im edlen Speisesaal um, bleiben einige der weiss gedeckten Tische leer. Ein Schwatz mit dem Personal zeigt, dass die Freude über das Ja zur Gütschbahn, die auch mehr Mittags-Gäste befördern soll, gross ist. 

Die Vorspeisen lassen nicht lange auf sich warten. Serviert werden einmal bunte Blattsalatspitzen aus marktfrischem Nüsslisalat und Rucola. Die Blätter sind hübsch aufgetürmt und mit einem Dressing nach Wahl garniert. Die italienische Sauce schmeckt nach fruchtigem Senf und edelsüssem Balsamico. Die andere Vorspeise ist mehr Kunst als Essen: Farbenfrohes, in Streifen geschältes und als Spirale drapiertes Gemüse kombiniert mit einem gebeizten Lachsfilet. Aus Werk wird Gaumenschmaus: Der Lachs schmeckt sehr zart und wird von einem Sauerrahmmousse perfekt abgerundet.

So sieht Service im Gütsch aus: Nach der Vorspeise werden die Brotkrümel von der Bedienung gekonnt mit einem Messer vom Tischtuch auf ein Tablet befördert.

Die Hauptspeisen werden auf grossen Tellern serviert und wirken dabei etwas klein. Mein Vis-a-Vis hat eine nicht alltägliche Kombination aus Poulet und Fisch bestellt: Die gebratene Maispoulardenbrust mit Hummerravioli und einem Safran-Fenchelragout ist gewagt, schmeckt jedoch vorzüglich. Das zweite Gericht, der konfierte Kabeljau aus Island, ist butterzart und schmeckt deliziös. Dazu gibt es Kartoffel-Nussbutterpüree, das regelrecht auf der Zunge zergeht, eingelegte süsse Karotten und eine Art Pesto aus Kräutern, die hervorragend passt.

Zum Dessert reicht es nur für einen Espresso, denn die Arbeit ruft und der Weg nach unten in die Stadt steht noch bevor.

Preis und Leistung
Die Küche ist raffiniert, die Zutaten sind erlesen und die Qualität ist tadellos. Die Preise sind so, wie man sie in einem gehobenen Restaurant erwarten kann. Die Portionen fallen nicht allzu gross aus. 
**** von *****

Service
Zu Gast im Gütsch fühlt man sich ein bisschen wie jene, die seine Hallen über die vergangenen 130 Jahren beehrt haben. Der Service lässt keine Wünsche offen.
***** von *****

Online-Faktor
Der Gütsch spricht ein internationales Klientel an. Das zeigt sich auf der Website, die standardmässig auf englisch ist. Online findet man die verschiedenen Speisekarten, Bilder und Angebote des Hotels auf einen Blick.
**** von *****

Hotel Château Gütsch
Kanonenstrasse
6003 Luzern

 

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