Adler Emmen – Veganer trifft Fleischesser
  • Blog
  • eat’n drink
Aussensicht des Adlers im verkehrsreichen Zentrum Emmens (Bild: hch)

Restaurant-Test Adler Emmen – Veganer trifft Fleischesser

3 min Lesezeit 1 Kommentar 27.02.2016, 09:31 Uhr

«Ich brauche aber keine Arbeiterportion» – diese Befürchtung meiner Begleitung erwies sich als unbegründet, soviel sei schon mal verraten. Wir treffen uns im Adler Emmenbrücke, was bodenständig klingt. Und der auch eine lange Tradition als Arbeitergasthaus hinter sich hat, heute jedoch einen keineswegs alltäglichen Zusatz führt: «Vegetarisches Restaurant mit Fleisch.»

«Ich brauche aber keine Arbeiterportion» – diese Befürchtung meiner Begleitung erwies sich als unbegründet, soviel sei schon mal verraten. Wir treffen uns im Adler Emmenbrücke, was zwar durchaus bodenständig klingt. Und der auch eine lange Tradition als Arbeitergasthaus hinter sich hat, heute jedoch einen keineswegs alltäglichen Zusatz führt: «Vegetarisches Restaurant mit Fleisch».

Doch erst einmal müssen wir hineinkommen. Durch einen Raucherraum wollen wir nicht, und so folgen wir brav dem Hinweis am Eingang und nutzen den Nichtrauchereingang im Hinterhof. Das Gefühl leichter Diskriminierung nehmen wir mit uns, sind aber bald darauf vom Ambiente begeistert: Ein hoher, überaus grosszügig möblierter Raum, fast schon eine kleine Halle. Wie wir später erfahren, wurde er vor bald 100 Jahren als Kirchensaal angebaut. Heute sorgen die Podien für Privatsphäre und Übersicht, Kerzen und Holz für viel Wohlfühlatmosphäre.

Vier Mittagsmenüs

Mittags stehen vier Menüs zur Auswahl, zwei davon fleischlos. Ich entscheide mich für die vegane Variante, Gemüse-Sticks auf warmem Gemüsesalat und kleinen Schalenkartoffeln für 18 Franken (kleine Portion 16 Franken). Vorher gibt es einen bunten Salat, der durch seine winterlichen Zutaten begeistert. Der Hauptgang hingegen sieht zwar farblich gut abgestimmt aus, begeistert aber weniger. Alles schmeckt eher fad, Salz oder Pfeffer zum Nachwürzen findet sich auf den Tischen keines. Gemüse und Kartoffeln waren zwar mit reichlich nussig schmeckendem Olivenöls abgeschmeckt, ich habe jedoch eine etwas intensivere Komponente vermisst. Da konnten auch die beiden Gemüsesticks nicht den gewünschten Kontrast liefern.

Ein ähnliches Urteil fällt meine Begleitung. Die marinierten Lammkoteletten auf Gemüse-Couscous sehen perfekt gebraten aus und sind schön zart, der Gout würde jedoch von mehr Würze profitieren. Dasselbe galt für die Beilagen. Die normalen Portionen waren ausreichend, die kleine Portion hätte uns wohl nicht gereicht.

Raucher speisen schöner

Die Idee, ein vegetarisches Restaurant auch für Fleischesser zugänglich zu machen, klingt bestechend. Zumal das Ambiente voll unseren Geschmack getroffen hat. Noch lieber hätten wir zwar im historischen Hauptteil Platz genommen. Die durch die Lüftung vorgegebene Aufteilung in Raucher- und Nichtraucherbereich ist aber nachvollziehbar. Der konsequente Einsatz von Bio-Produkten und Fleisch aus artgerechter Haltung ist vorbildlich und verführt zu Bonus-Punkten. Weniger verständlich erscheint uns hingegen der fast schon spartanisch anmutende Einsatz von Gewürzen. Dabei gebietet gerade die vegetarische Küche ein Spielfeld für spannende Geschmacksfacetten, will man damit auch Fleischesser wie mich begeistern.

Geführt wird der Adler von Monika Langenegger, die zusammen mit Paul Ottiger erst das Maihöfli und danach den Schützengarten zu bekannten Luzerner Adressen machte.

Preis und Leistung

Die Zutaten sind saisongerecht, biologisch und das Fleisch aus regionaler, tiergerechter Produktion (Bio, Pro-Natura). Menüs kosten 18 bis 22 Franken, die kleine Portion ist jeweils 2 Franken günstiger. Hauptgänge à la carte kosten ab 26 Franken, mit Fleisch ab 29 Franken. Auch hier sind kleinere Portionen etwas günstiger, wobei die Portionengrösse generell nicht übertrieben ist.
*** von ***** 

Service

Freundlich, wir hätten uns etwas mehr Präsenz gewünscht. Die Chefin haben wir nicht kennen gelernt.
*** von *****

Ambiente

Wunderschön alternativ. Grosszügig und mit viel Liebe eingerichtet. Wir fühlten uns zwischen den eher wenigen Gästen jedoch etwas einsam.
**** von *****

Online-Faktor

Schlichter Auftritt, die Menükarte will gesucht werden. Sehr viele Informationen inklusive aufliegenden Zeitungen. Die Auflistung der Lieferanten liest sich wie das «who is who» der nachhaltigen Zentralschweizer Betriebe. Keine Online-Reservation möglich.
*** von ***** 

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag 9 bis 23.30 Uhr.

Gasthaus Adler
Gerliswilstrasse 78
6020 Emmenbrücke
041 281 18 38
[email protected]

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Werner Raymond Duss, 28.02.2016, 18:18 Uhr

    Ob es sich dabei etwa um kaltgepresstes Rapsöl gehandelt haben könnte? Das schmeckt nämlich nussig…. ist im übrigen gesünder als Olivenöl und es gibt sogar welches aus dem Kanton Luzern.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF