Der Mensch, ein Sammler – und wichtig für Museen
Sammelwunder – Sammellust – Sammelwahn?

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Sammlerliebe für Nippes: Miniaturschuh-Sammlung (Bild: Museum Burg Zug)

Kaffeerahmdeckeli, Briefmarken, Postkarten, Modellautos, Email-Reklameschilder, Bierdosen, Spielzeugpuppen … Das Sammeln beschäftigt die Menschen seit jeher. Für das Museum ist es eine spannende und vielseitige Kernaufgabe, die immer wieder Neues zum Vorschein bringt.


Kennen Sie das? Kein Spaziergang mit der Familie, von dem die Kinder nicht irgendwelche Blätter, Kieselsteine, Schneckenhäuser oder Ähnliches mit nach Hause nehmen, um die Trouvaillen dann freudvoll im Zimmer aufzustellen. Das Sammeln scheint in der Natur des Menschen zu liegen.

Ein Grundbedürfnis

Schon in der frühen Menschheitsgeschichte gab es Jäger und Sammler. In der Antike wurden in den Schatzhäusern der griechischen Tempel künstlerisch gestaltete Kulturgegenstände und Beutestücke ausgestellt, die römischen Feldherren präsentierten ihre Siegestrophäen in den Triumphzügen und stellten sie in Gärten und Tempeln aus.

Von ihren Reisen in die sogenannte «Neue Welt» brachten die europäischen Entdecker und Eroberer zahlreiche Schätze, unbekannte Tierarten und Pflanzen nach Hause, die in den Wunderkammern und Raritätenkabinetten der Herrscherhäuser ausgestellt wurden.

Das Sammeln als Mittel zur Demonstration von Macht und Reichtum gibt es auch heute noch bei Privatsammlern, die sich mit millionenschwerer Kunst umgeben. Das Sammlungsobjekt und die Kunstsammlung werden so auch zur Wertanlage und zum zeitbeständigen Anlageobjekt.

Kindliches Sammeln: entdecken, ordnen, kategorisieren

Gesammelt wird aber nicht nur aus Kalkül. Sammeln beinhaltet auch eine psychologische Perspektive. Es gibt Sicherheit und ordnet das Leben, etwa durch das Sammeln von Erfahrungen. Ähnlich funktioniert das wissenschaftliche Sammeln von Wissen, um Erkenntnis zu gewinnen. Auch der eingangs erwähnte Sammeltrieb von Kindern geht weit über den Besitzstand von Murmeln, Panini-Bildern oder Pokémon-Karten hinaus.

Kindliches Sammeln heisst die Welt entdecken, sie ordnen, kategorisieren und damit übersichtlich machen. Ein solches Sammeln kennt kaum Grenzen – vom Bonbonpapier zur Glasscherbe bis zu (toten) Käfern ist alles spannend.

Sammeln fürs Museum: Was ist aufbewahrungswürdig, was nicht? 

Daneben gibt es auch Sammler in staatlichem Auftrag, die in Museen oder Bibliotheken professionell sammeln. Dieses Sammeln hat immer auch stark mit Auswählen zu tun. Das Museum sammelt bedeutende Objekte, um diese für zukünftige Generationen zu erhalten. Was aber ist aufbewahrungswürdig, was nicht? Was ist heute interessant, was wird in Zukunft interessant sein?

Angesichts des langfristigen Auftrages und der begrenzten Depoträume fällt der Entscheid nicht immer leicht. Kommt hinzu, dass heutige Museen sich nicht mehr nur als Tempel der Hochkultur verstehen. Die Auswahl der Sammelobjekte hat sich in den letzten 30 Jahren deutlich gewandelt, Alltagsgegenstände sind stark aufgewertet worden. Dies schlägt sich auch in den Museumssammlungen und den Ausstellungen nieder.

Sammeln als Hobby

Das Sammeln als Hobby von Erwachsenen ist nicht weniger akribisch als dasjenige der Fachleute, auch nicht weniger spezialisiert. Vielleicht kennt das private Sammeln etwas vielfältigere und auch exzentrischere Ausprägungen. Und es kann auch krankhafte Züge in sich tragen (Messie-Syndrom). Vor allem aber bietet das Sammeln die Möglichkeit, sich intensiv mit Dingen auseinanderzusetzen.

Je nach Vorlieben jedes Individuums können das sehr seltene, skurrile, schauerliche, wertvolle oder aber ganz banale Dinge sein. Gesammelt wird, weil das Objekt der Sammellust einfach gefällt, weil es im Auge des Sammlers und der Sammlerin ganz subjektiv als «schön» oder spannend empfunden wird.

Über den Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Zum Glück, so kann das Sammeln auch in Zukunft eine fast unersättliche Leidenschaft bleiben.

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