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Mein Corona-Tagebuch: Heute Sabrina Forrer
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Mit der vielen Zeit sinnvoll umzugehen ist die grosse Herausforderung dieser Tage. (Bild: zvg)

Wenn die Formkurve vom Virus ausgebremst wird Mein Corona-Tagebuch: Heute Sabrina Forrer

4 min Lesezeit 2 Kommentare 08.04.2020, 15:58 Uhr

Mein liebes Corona-Tagebuch,

Die Zwanziger sind längst angebrochen und die Hoffnung darauf, sie mögen golden werden, ist, Corona sei Dank, mittlerweile gestorben. Und dabei wäre genau das mein Jahresvorhaben gewesen. Goldene Zwanziger würden es werden!

Die Zahl fühlte sich so rund an, so schwungvoll, ja glamourös. Da wollte ich ansetzen. Und so gelang der Auftakt ganz fabelhaft. «Mehr Selfcare in den Zwanzigern» – was mit einem lapidaren Vorhaben begann, extendierte mit seinem Debüt im Januar.

Ich gehöre eher zur Spezies, die sich selbst ob der ganzen Kinderschar nicht mehr ganz so wichtig nimmt. Jobmässig bin ich aktuell grad sehr auf Sparflamme unterwegs, aber auch im Hinblick auf Me-Time und mein Erscheinungsbild besteht durchaus Luft nach oben.

Die «Selfcare» schon angeplant …

Peu à peu ging es in der neuen Dekade also bisher Richtung Selfcare. Angefangen beim Kauf einer äusserst kostspieligen Handcrème, deren Duft mich schlicht glücklich machte. Über die Umsetzung eines ewig lancierten Besuchs beim Coiffeur, der mich von Hagrid immerhin in Hermine Granger zu verwandeln vermochte.

Bis hin zu Zeit für Sport, der meinen Körper wieder etwas «in shape» bringen sollte. Ich mochte Sport nie besonders. Dennoch ist es Selfcare ein Punkt, bei dem es sich lohnt, etwas genauer hinzuschauen. Weil einige Stolpersteine lauerten, die bereits einen ersten sehr sportlichen Sprung erforderten.

Und sich hinterher aber ein nachhaltiges gutes Gefühl einstellte.

Kaum ist der Januar angebrochen, habe ich mir also ein Fitness-Abo im National geholt. Dieses hat nämlich den Vorteil, dass ich sowohl in Luzern als auch in Zug schwimmen, Kurse besuchen und klassisch trainieren kann.

Naja, aktuell sagen wir könnte. Ausserdem könnte meine Jüngste während des Trainings im Kinderparadies betreut werden. Ein weiterer Gewinn ist für mich, dass ich auch die Spa-Landschaft nutzen könnte. Denn auch das hat viel mit Selfcare zu tun.

… und konkretisiert

Trotzdem standen dem Trainingsbeginn noch einige Hemmnisse im Weg, die es zu überwinden galt. Das erste lag buchstäblich noch vor dem Drehkreuz Richtung Garderobe. Und zwar meine Kleine im Kinderparadies abzugeben. Dies hat anfangs – zugegeben – ziemlich Überwindung gekostet.

Der Raum ist eher klein, die Betreuungsperson unbekannt (sie wechselt jeden Tag) und die Spielsachen gehören eher nicht zum superpädagogischen Opus. Das mit der Betreuungsperson hat sich wie von selber geregelt, da ich meine Tochter einfach immer am selben Wochentag brachte.

Und mein Pädagogenherz habe ich mit dem Gedanken egalisiert, sie würde nun während eineinhalb Stunden mit fancy Dingen spielen, die sie zu Hause nicht hat.

Unterwegs Richtung Formhoch – vor Corona

Stolperstein zwei befand sich nur zwei Türen weiter im nächsten Kurs. Dort musste ich feststellen, dass es immer eine dicke, ungelenke Person gibt, die sämtliche Übungen irgendwie nicht so richtig nachmachen kann. Schwer atmend, mit rotem Gesicht und klebenden Haaren versucht sie, die «Kaffee kochende Schildkröte» zu imitieren.

Ihr Blick schweift derweil die anderen Teilnehmerinnen entlang, welche diese äusserst komplizierte Übung allesamt in elfenhafter Manier verrichten. Ratet mal, wer jene eine Dicke in diesem Kurs war? Ja, genau.

Über die Autorin

Sabrina Forrer bloggt seit mehreren Jahren, seit 2019 auch auf zentralplus im Elternblog. Sie lebt mit ihrer Familie in Luzern. Die erste Hälfte der Woche unterrichtet sie an einer Schule in Zug, die zweite Hälfte verbringt sie zu Hause mit ihren drei Kindern (12, 3 und 2 Jahre alt).

Ich habe mich dafür entschieden, das Hindernis mit einem Lachen im Gesicht und einer Prise Selbstironie zu überhüpfen, wenn auch in eher schildkröten- denn elfenhafter Weise.

Ein bisschen Abspecken war auch Teil meines Selfcare-Retreats. Also hopp, auf den Crosstrainer. Die bleierne Langeweile, die sich bei mir aber bereits in den ersten 27 Sekunden auf einem solchen Gerät einstellt, ist wirklich unsäglich.

Mit einem spannenden Podcast in den Ohren und einem Funken Durchhaltewillen konnte ich aber auch Herrin über den dritten Stolperstein werden. Und im Nu war eine halbe Stunde um. Jedes Mal.

«Selfcare» in Zeiten der Virusplage

Nun, das war alles vor Corona. Jetzt ist dieses winzig kleine, dafür umso fatalere Virus eine unüberwindbare Schranke. Zumindest fürs Fitness-Center. Und eigentlich auch für die Selfcare. Denn nun ist das alles irgendwie nebensächlich.

Fortan ist Solidarität die Maxime.

Seit dem Corona-Desaster bin ich Homestaymom. Mein Freund arbeitet zeitweise im Homeoffice. Unsere drei Kinder werden homegeschoolt. Und wir bleiben u huere viel at home.

Ein bisschen zu viel home für meinen Geschmack. Aber gut, den Kopf dürfen wir noch nicht hängen lassen, denn in Zukunft gibt es noch mehr saure Äpfel, die aufs Reingebissen werden warten.

Seit Corona geht Solidarität vor Training, manchmal geht aber auch beides. (Bild: zvg)

Für uns als Familie und insbesondere für mich als Mutter besteht der Trick darin, einen guten Groove zu finden. Zwischen Solidarität und Selfcare vielleicht.

Elternbloggerin Sabrina Forrer bringt nun ihr Fitnessprogramm im Corona-Alltag unter. (Video: zvg)

Der gestrige Tagebuch-Eintrag war von Sarah Troxler

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2 Kommentare
  1. Astrid, 09.04.2020, 07:51 Uhr

    Liebe Sabrina
    Vielleicht bist Du ungelenk oder tapsig und Sport tut immer gut, aber dick bist Du sicherlich nicht.
    Da ist noch viel Luft nach oben.

    1. Sabrina Forrer, 09.04.2020, 17:30 Uhr

      liebe astrid, das gegenteil ist der fall: gelenkigkeit ist mein steckenpferd 😀 tapsig/schuslig aber auf jedenfall!

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