Mein Corona-Tagebuch: Heute Mira Hochstrasser und Mario Waldispühl
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Die luxuriöse Kaffeemaschine aus der Rösterei wird vorübergehend für das Wohlbefinden im Home Office benutzt. (Bild: zvg)

Der Corona-Modus wird allmählich normal Mein Corona-Tagebuch: Heute Mira Hochstrasser und Mario Waldispühl

4 min Lesezeit 17.04.2020, 17:52 Uhr

Liebes Corona-Tagebuch,

Seit dem letzten Bericht unsererseits ist in vielen Bereichen eine neue vorübergehende Normalität eingetreten. In der Rösterei läuft die Röstmaschine einmal in der Woche, mehrmals pro Woche geht es mit vielen Paketen zur Post, das Kaffeehäuschen an der Strasse vor der Rösterei füllen wir regelmässig auf und am Samstag läuft jeweils unser Kaffeerampenverkauf.

Der Arbeitsplatz zu Hause ist vertraut und mittlerweile gut für das tägliche Arbeiten von zu Hause aus eingerichtet – inklusive einer tollen Kaffeemaschine aus der Rösterei!

Da wir die Siebträgerkaffeemaschine in der Rösterei nicht benötigen zurzeit, weil wir nicht mehr oft da arbeiten und keine Degustationen und Events mehr durchführen können, ist diese nun bei uns zu Hause.

Statt Videocall lieber das Babyzimmer einrichten

In der Freizeit telefonieren wir oft mit Familie und Freunden, ab und zu per Videocall. Das war zu Beginn spannend, wenn man das Gegenüber auch sehen konnte, aber mittlerweile habe ich lieber einfach nur einen Sprachanruf, da kann ich mich besser auf das Gespräch konzentrieren.

Nach den letzten paar Wochen vermisse ich es schon sehr, die Leute direkt sehen zu können und gemeinsam Dinge zu unternehmen. Jetzt heisst es weiter durchzuhalten und auf vieles zu verzichten. Zu Hause werden Babymöbel zusammengebaut und Babykleider gewaschen – so lässt sich die Freizeit zu Hause mit einer gewissen Abwechslung gestalten.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so früh mit den Vorbereitungen für das zukünftige Leben mit dem Baby starten werde. Aber es ist schön, die neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen zu können.

Der Unterricht per Videocall funktioniert …

Mittlerweile unterrichte ich bereits in der fünften Woche per Fernunterricht von zu Hause aus Berufskunde bei den Lebensmitteltechnologen/innen. Das Pendeln nach Au bei Zürich fällt weg, ich kann am Morgen beinahe zwei Stunden länger schlafen, was ich sehr geniesse, bin nämlich überhaupt kein Morgenmensch.

Grundsätzlich läuft dieser digitale Unterricht nach dem regulären Stundenplan für mich überraschenderweise sehr reibungslos von Beginn an. Die Plattform, mit welcher wir den Fernunterricht durchführen, bietet virtuelle Klassenräume.

Darin lassen sich Video- oder Sprachanrufe tätigen mit der ganzen Klasse. Zudem gibt es eine Chatfunktion und es ist ganz einfach, sich gegenseitig Dateien zuzusenden. Aufgaben können digital erteilt, gelöst und benotet werden.

Zu den Autoren

Mario Waldispühl und Mira Hochstrasser führen gemeinsam die Mikro-Rösterei El Imposible Roasters GmbH in Horw. Er betreibt zusammen mit Sylvan Müller die Luzerner Jazzkantine, die gelernte Lebensmittelingenieurin unterrichtet an der Berufsschule. Die beiden erwarten im Sommer ihr erstes Kind.

Weiter lassen sich auch virtuelle Gruppenräume erstellen, wo die Lernenden dann in kleineren Gruppen miteinander arbeiten können. Oder auch Einzelgespräche sind möglich.

Die Lernenden arbeiten unglaublich gut mit, das ist wirklich schön. Auch einen digitalen Kaffeeraum gibt es, wo man sich in der grossen Pause am Morgen mit den anderen Lehrpersonen treffen kann.

… aber die echte Klassenzimmerstimmung fehlt

Es funktioniert also wunderbar, aber doch fehlt mir der Unterricht im realen Klassenzimmer unglaublich. Ich arbeite als Lehrperson, weil ich gerne die Klasse in echt vor mir habe.

Ich mag es, den jungen Erwachsenen etwas zu erklären, mir ihre Ideen anzuhören und darüber zu diskutieren – das finde ich sehr bereichernd und es gibt Energie. Und im digitalen Raum fehlt mir dieser lockere und schnelle Austausch und die Zwischenmenschlichkeit.

Oder aber ich muss noch lernen, dies da zu finden. Auf jeden Fall fühle ich mich im Moment nach einem Tag Unterricht vor dem Computer oft sehr leer und erschöpft. Die Unterrichtsvorbereitung nimmt nun mehr Zeit in Anspruch, weil der Unterricht kurzfristig Woche für Woche auf den Fernunterricht angepasst werden muss.

Heisst, den Unterrichtsstoff anpassen, neue Aufträge und Arbeitsblätter gestalten und neue Lernkontrollen erstellen.

Mal sehen, wie es nun weitergeht. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf, irgendwann mal wieder in einem Klassenzimmer zu stehen, zusammen mit den Lernenden!

Neuester Stand im Büro und genug Zeit für kreative Ideen

Die Jazzkantine ist weiterhin geschlossen. Mario führte vor dem Lockdown im Verein «The Buez» regelmässig Kurse im Bereich Erwachsenenbildung durch, welche sehr viel praktisches Arbeiten enthalten und von daher nicht im Fernunterricht durchgeführt werden können und nun vorerst auf Eis gelegt sind.

Die Arbeit als Privatkoch und das Kochen an Events steht auch still. Dadurch ist für Mario viel Zeit da, um genug zu schlafen, und dann ausgeschlafen verschiedene Büroarbeiten für die Rösterei und die Jazzkantine aufzuarbeiten.

So auf dem aktuellsten Stand mit administrativer Arbeit war Mario wohl noch nie. Und es bleibt auch noch Zeit, um an neuen Ideen zu arbeiten … mal sehen, was daraus entstehen wird!

Hier geht es zum ersten Tagebuch-Eintrag von Mira Hochstrasser und Mario Waldispühl:

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