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«Wir machen den akademischen Alltag erträglicher»
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Die kuso (Fachschaft der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät) vertritt die Anliegen der Studierenden gegenüber der Universität Luzern (Bild: Manuel Gautschi )

Interview mit der kuso der Uni Luzern «Wir machen den akademischen Alltag erträglicher»

6 min Lesezeit 07.06.2016, 08:40 Uhr

Freiwilligenarbeit hält unsere Gesellschaft zusammen. Auch an der Uni Luzern. Im Interview erzählen zwei Studierende über ihr Engagement in der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fachschaft.

Ohne die Fachschaften wäre das Unileben undenkbar. Sie sind es, welche für jede Frage ein offenes Ohr haben und das kulturelle Programm neben dem Studium auf die Beine stellen. Zwei Vorstände aus der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fachschaft kuso erzählen im Interview mit dem Campusblog von ihrem Engagement.

Matthias Kroll (26) ist Präsident der Fachschaft kuso und studiert Organisation und Management im 2. Mastersemester. Thea Sidiropoulos (21) vertritt die Studierenden in der Fachschaftsversammlung. Sie studiert im fünften Bachelor-Semester Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften.

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Magdalena Oberli: Was macht ihr in eurem Posten? 

Matthias Kroll: Als Präsident leite ich die Vorstandssitzungen und die Fachschaftsversammlungen. Ich setze die Traktanden und führe das Protokoll, damit unsere Entscheidungen für alle einsehbar sind. Die Fachschaftsversammlung ist das höchste Organ der kuso. Hier werden die Vorstände gewählt und das Semester-Budget abgesegnet. Ausserdem sorge ich dafür, dass die Vorstände ihre Aufgaben erledigen und im Team eine gute und konstruktive Stimmung herrscht. 

Thea Sidiropoulos: Der Posten der Fakultätsvertretung stellt das Bindeglied zwischen den Studierenden und der Fakultät dar. Gemeinsam mit den Professuren und dem Dekanat nehme ich an den Fakultätsversammlungen teil und habe dort jeweils ein Stimmrecht für alle Studierenden der KSF. Für meinen Posten versuche ich, stets auf dem Laufenden zu sein, was die Studierenden bewegt. Dies erreiche ich, indem ich mich mit meinen Mitstudierenden austausche oder mir Studierende direkt ein Anliegen via E-Mail schildern. Danach überlege ich mir eine Strategie, wie die Anliegen am besten in der Fakultätsversammlung eingebracht werden können.

«Die Uni ist sehr jung, weshalb die Strukturen noch nicht festgefahren sind.»
Matthias Kroll, Präsident der Fachschaft kuso

Magdalena: An welchen konkreten Zielen arbeitet ihr zurzeit?

Matthias: Wir möchten die Studierenden motivieren, vermehrt in der Fachschaft mitzumachen. Beispielsweise sind unsere Fachschaftsversammlungen trotz viel Werbung in der Regel spärlich besucht. Das ist schade. Wir möchten insgesamt den Ruf der Uni dahingehend verändern, dass Studierende nicht nur wegen den interdisziplinären Studiengängen hierher kommen, sondern auch, weil hier das Rundherum Spass macht. Zusammengefasst: Wir wollen den akademischen Alltag erträglicher gestalten.

Thea: Bei der aktuellen Überarbeitung der Studiengangs- und Prüfungsordnung bringen wir Inputs ein, etwa bezüglich der Anzahl Seminararbeiten, die wir reduzieren möchten. Ausserdem reden wir beim Aufbau des neuen Bachelor-Studiengangs Wirtschaft mit. Die Anzahl der sogenannten Social Credit Points ist auch immer wieder mal Thema. Es handelt sich dabei um Punkte für Sozialkompetenz, welche alle Studierenden der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät erwerben müssen. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass der obligatorische Anteil kleiner wird, man sich aber freiwillig auch mehr Punkte anrechnen lassen kann. Somit können Studierende frei entscheiden, wie fest sie sich einsetzen möchten. Ansonsten ist es ja nicht mehr ein freiwilliges Engagement.

«Man kann wirklich etwas verändern und diese Gelegenheit sollten mehr Studierende nutzen.»
Thea Sidiropoulos, Studierenden-Vertreterin kuso

Magdalena: Was ist eure persönliche Motivation, in der Fachschaft mitzuarbeiten?

Matthias: Mein Engagement gibt mir die Chance, Dinge zu verändern. Weil ich mein Studium mag, habe ich auch das Bedürfnis, die Uni mit meinen Möglichkeiten voranzutreiben. Die Uni ist sehr jung, weshalb die Strukturen noch nicht festgefahren sind. Deshalb kann ich allen Studierenden nur raten, sich hier zu engagieren, denn gemeinsam kann viel erreicht werden.

Thea: Die Uni ist leider eine Art «Pendler-Uni». Man hört oft, dass die Studierenden «nur» für die Vorlesungen und Seminare herkommen und dann direkt wieder in ihre Heimatstadt fahren. Für mich gehört es dazu, die Stadt, in der man studiert, kennen zu lernen. Als ich neu in Luzern war, profitierte ich vom Angebot der Fachschaft. Es half mir, an der Uni Fuss zu fassen. Jetzt kann ich davon etwas zurückgeben. Mit meinem Engagement helfe ich dabei, das Unileben abwechslungsreicher zu gestalten und den Studierenden eine Stimme zu geben.

Magdalena: Wie genau sieht das Angebot der Fachschaft aus?

Thea: Das Angebot wechselt von Semester zu Semester. Wir haben ein breites Angebot für Neustudierende, etwa die «Open Door»-Nachmittage, an denen wir ihnen für Fragen in unserem Büro zur Verfügung stehen, das Mentoring-Programm, die Unirundgänge oder ein gemeinsames Essen für Erstsemestrige. Hinzu kommt das kulturelle Programm. Vom Spieleabend über den Museumsbesuch zum Pubquiz oder der Brauereiführung bis hin zur Party auf dem Luzerner See ist da alles dabei. Wir sind auch immer offen für Inputs seitens der Studierenden.

 

Matthias Kroll und Thea Sidiropoulos (Bild: zvg. Magdalena Oberli)

Matthias Kroll und Thea Sidiropoulos (Bild: zvg. Magdalena Oberli)


Magdalena: Was gibt euch euer Engagement zurück? 

Matthias: Neben den rationalen Dingen, wie den Social Credit Points, von denen jeder Student und jede Studentin im Studium vier benötigt, gibt mir das Amt vor allem das Gefühl, etwas bewegen zu können. Im Team zu arbeiten und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, ist mir sehr wichtig.

Thea: Es macht mir Freude, mich für die Studierenden einzusetzen. Wenn es dann noch klappt, ein Anliegen bis zum Dekanat durchzubringen, ist das natürlich das beste Gefühl. Man kann wirklich etwas verändern und ich denke, diese Gelegenheit sollten mehr Studierende nutzen.

«Es ist auch im Interesse der Fakultät, dass wir uns an der Uni wohlfühlen und unser Mitspracherecht nutzen.»
Thea Sidiropoulos

Magdalena: Euer Engagement ermöglicht euch einen Blick hinter die Kulissen der Uni. Was fällt euch dabei auf?

Matthias: Mein Studienfach beschäftigt sich vor allem mit Organisationen auf soziologischer Ebene. Somit kann ich die Theorie gut mit der Praxis verbinden und stelle oftmals grosse Überschneidungen fest. Erfreulich finde ich das Gehör, das die Uni uns als Fachschaft schenkt. Natürlich haben wir teilweise unterschiedliche Ansichten, die aber immer diskutiert werden können. Beispielsweise konnte der Uniball dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt in den Räumlichkeiten der Universität stattfinden. Damit das möglich wurde, waren viele Gespräche und Abmachungen nötig. Doch es konnte ein Weg gefunden werden! 

Thea: Ich war am Anfang schon etwas überrascht, wie kompliziert einige Abläufe sind. In meinem Posten habe ich jedoch weniger mit organisatorischen Hürden zu kämpfen, da es in erster Linie um den Informationsaustausch geht. Als Vertretung der Studierenden werden wir überall mit einbezogen. Es ist auch im Interesse der Fakultät, dass wir uns an der Uni wohlfühlen und unser Mitspracherecht nutzen.

«Verantwortung übernehmen muss jeder von uns lernen.»
 Thea Sidiropoulos

Magdalena: Auf die ausgeschriebenen Stellen eurer Fachschaft gibt es jeweils relativ wenig Bewerbungen. Woran könnte dies liegen?

Matthias: Die Angst vor Verantwortung in jungen Jahren scheint ein grosser Grund zu sein. Mit mehr Aufgaben steigt die Gefahr, diesen nicht mehr gerecht werden zu können und Fehler zu machen. Aber mein Motto ist hier: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.»

Thea: Ein Grund ist sicherlich, dass viele Studierenden von ihren Rechten nichts wissen – womöglich, weil es sie nicht interessiert. Ein weiterer Faktor ist wohl die Angst vor zu viel Aufwand. Die Mitarbeit in der Fachschaft lässt sich jedoch bestens mit dem Studileben vereinbaren. Verantwortung übernehmen muss jeder von uns lernen. Wo geht das besser als an der Uni? Man muss es nur wagen.

Die Fachschaft kuso

Fachschaften sind Institutionen, welche die studentischen Interessen an Universitäten und anderen Hochschulen vertreten. Die kuso (Fachschaft der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät) vertritt die Anliegen der Studierenden gegenüber der Universität Luzern. Sie versucht, Studierende im Uni-Alltag zu unterstützen, klärt Fragen, engagiert sich in der Hochschulpolitik und bietet eine Reihe interessanter Dienstleistungen und Veranstaltungen. 

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