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Was Luzerner Studenten während Vorlesungen am Computer machen
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Computer sind Freunde und Ablenkungen der Studenten. (Bild: Sharon Vonwil)

Fleissige Studierende, zumindest auf Social Media Was Luzerner Studenten während Vorlesungen am Computer machen

3 min Lesezeit 07.10.2019, 11:03 Uhr

Computer sind nicht aus dem Alltag wegzudenken, auch nicht aus dem Alltag der Universität Luzern. Viele Studierende halten sogar ihre Notizen lieber digital als analog fest. Mit dem Laptop kommt aber auch die Ablenkung – und damit WhatsApp, Facebook und Instagram. Es braucht jedoch nur ein bestimmtes Wort des Dozenten, damit alle ganz schnell wieder aufmerksam dabei sind.

Die vordersten Reihen sind für die Streberinnen und Streber des Seminars reserviert. Die hinteren Reihen werden hingegen von jenen belegt, die das Seminar lieber verschlafen als zu lernen. So lautet zumindest das Klischee, doch mein Blick aus der hintersten Reihe hat mir ein anderes Bild gezeigt.

In einem voll belegten Seminar habe ich nur noch einen Platz in der hintersten Reihe erwischt, anstatt wie üblich in einer der mittleren Reihen sitzen zu können. In diesem Seminar ist mir zum ersten Mal aufgefallen, was meine Kommilitonen während des Seminars eigentlich machen. Tatsächlich haben sich nicht alle als seriöse Studierende erwiesen, einschliesslich derjenigen in der ersten Reihe.

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Gewissenhaftigkeit vortäuschen

Zu Beginn des Seminars zeigen grundsätzlich alle Computerbildschirme noch die Texte des Seminars und Notizen. Doch bald leuchtet anderes auf den Bildschirmen auf. WhatsApp ist wohl eines der beliebtesten Programme, das im Hintergrund läuft. Insbesondere, da man dabei weiterhin den Eindruck machen kann als würde man gewissenhaft seine Notizen eintippen.

Auch beliebt sind Facebook und Instagram. Während der Pause verlassen aber auch die fleissigen Social-Media-Nutzer den Raum und ihre virtuellen Freunde, um die Zeit mit ihren «echten» Kollegen zu verbringen und erst nach der Pause wieder zu ihren Laptops und der digitalen Ablenkung zurückzukehren.

«Das ist prüfungsrelevant!»

Obwohl meine Kommilitonen sich während des Seminars gerne mit Social Media beschäftigen, hören sie einige Aussagen der Dozierenden. Manche Stichworte führen dazu, dass auf allen Bildschirmen wieder Material des Seminars zu sehen ist. Alle Studenten wachen auf, wenn der Dozierende sagt, dass etwas prüfungsrelevant ist. Dasselbe gilt für alle grundlegenden Informationen bezüglich Büchern, die man sich anschaffen soll oder was man unbedingt wissen muss.

Im Endeffekt scheint es, als wären manche Studierende tatsächlich eher darauf trainiert, auf solche Stichworte zu reagieren als darauf, sich Notizen zu machen. Trotzdem erreichen es manche Professoren, den Unterricht so lebendig zu gestalten, dass sogar diese Studierenden ihr Interesse an der digitalen Welt für ein Seminar verlieren.

Tatsächlich fällt es vielen Studierenden leichter, wenn sie sich in Gruppenarbeit am Seminar beteiligen und etwas erarbeiten können, wie einfache Tabellen oder Zuordnung von Thematiken zu Texten. Im Prinzip nichts weiter als eine analoge Form von Social Media und offenbar ansprechender als Frontalunterricht.

Rücksichtsvoller gegenüber Studierenden

Viele Seminare verlangen als Leistungsnachweis einen Vortrag. Erstaunlicherweise sind viele Studierende aufmerksam, während ihre Kommilitoninnen referieren, machen sich Notizen und verzichten auf Social Media. Auch wenn nicht alle die Lektüre gelesen haben, so beteiligen sie sich zumindest basierend auf ihren Notizen an der auf einen Vortrag folgenden Diskussion.

Die Beteiligung bei von Professoren geleiteten Diskussionen ist deutlich geringer. Wir vertrauen schlicht darauf, dass wir uns gegenseitig helfen. Da wir alle früher oder später alle in derselben Situation sind, funktioniert dieses Prinzip der Solidarität sogar. Insofern ist die Begeisterung für Social Media nicht nur abhängig davon, über was und wie gut referiert wird, sondern auch wer referiert, denn am Ende sitzen wir als Studierende alle im selben Boot.

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