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Warum sich Studis die Wohnsituation gut überlegen sollten
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Markus wohnt schon lange nicht mehr hier. (Bild: Elena Maria Müller)

WG oder nicht WG? Das ist hier die Frage Warum sich Studis die Wohnsituation gut überlegen sollten

3 min Lesezeit 06.01.2020, 11:04 Uhr

Eine Frage, die sich unweigerlich alle Studis einmal in ihrem Leben stellen müssen, ist diejenige, welche ihre Wohnsituation betrifft. Soll ich in eine WG ziehen oder doch lieber pendeln? Bei einigen ist der Fall je nach Distanz und finanziellen Mitteln ziemlich schnell klar. Andere müssen da schon etwas länger abwägen.

Wohngemeinschaften bergen sicherlich viele Vorteile. Ein Tapetenwechsel ist garantiert. Die Stadt ist neu, man ist das erste Mal auf sich allein gestellt, lernt selbstständig zu sein. Plötzlich bemerkt man, dass sich die Zahnpastaflecken im Brünneli und am Spiegel nicht von selbst entfernen werden. Gleichzeitig kriegt man sich deshalb aber auch nicht mehr gleich in die Haare.

Für viele Studis bedeutet eine Wohngemeinschaft der erste Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Wenn auch sicherlich noch finanzielle Unterstützung nötig ist. Aber ist Luzern denn überhaupt attraktiv als Lebensmittelpunkt?

Rituale, Experimente und andere Erfahrungen

Viele meiner Studifreunde leben in einer WG. Die einen erzählen von Ritualen, die sich etabliert haben, wie beispielsweise ein gemeinsames Nachtessen oder Spieleabende. Andere haben herausgefunden, wie lange Essensresten im Kühlschrank gelagert werden können, bis sie zur Unkenntlichkeit verschimmelt sind. Und wieder andere haben gelernt, wie kreativ man mit einer Packung Pasta umgehen kann, um möglichst kein Geld auszugeben.

Mit dem gesparten Geld stellen meine Studifreunde dann das Luzerner Nachtleben auf den Kopf. Definitiv ein Punkt für eine WG in Luzern.

Viele berichten auch davon, dass sie sich besser mit ihrer Familie verstehen, jetzt da man sich nicht mehr ständig auf die Pelle rückt. Die meisten sind einfach froh, dass sie zu Hause nicht mehr Rechenschaft ablegen müssen, für das, was sie eben den ganzen Tag so anstellen. Ein Leben in Freiheit könnte man also das Leben in einer WG mit den richtigen Leuten auch nennen.

Familiär, aber nicht zu Hause

Was Luzerner Studis immer mal wieder zur Sprache bringen, ist ihr Ruf als Pendleruni. Die Unilu wirbt mit ihrem zentralen Standort direkt neben dem Bahnhof. Ausserdem lobt sie die überschaubare Studierendenzahl von rund 3000 Studis und die damit verbundene familiäre Atmosphäre.

Naja, so weit, so gut. Doch die meisten Studis, die ich kenne, pendeln. Sei es von Zug, Zürich oder auch von Uri. Diejenigen, die in Luzern in einer WG leben, gehen fast jedes Wochenende «nach Hause» wie sie selbst sagen. Wirklich in Luzern leben, das tun die wenigsten. Da überlegt man es sich vielleicht doch nochmal, in eine WG zu ziehen.

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die Fachschaften und studinahen Organisationen bei ihren Anlässen teilweise damit zu kämpfen haben, dass viele nach der Uni eben nicht mehr bleiben. Etwas Abhilfe könnte dabei ein gemütliches Café von Studis für Studis sein, oder einfach ein richtiger Treffpunkt, der die Studis etwas an der Uni verweilen lässt. Ein bisschen Gesellschaft würde das Daheimfühlen vielleicht etwas vereinfachen.

Geringer Widerstand oder Freiheit?

Ein weiterer ziemlich zentraler Aspekt, der gegen eine WG spricht, ist und bleibt das Geld. Einige, die ich kenne, bereuen es nun ein wenig, dass sie früh zu Hause ausgezogen sind, da sie dennoch von den Eltern finanziell unterstützt werden mussten. Dazu kommt, dass man eben nicht wirklich vom Fleck kommt in Sachen sparen.

Ich musste aber auch feststellen, dass das Sparen für viele Studis zweitrangig ist. Die Freiheit, die eine WG bietet, übertrifft viele «Unannehmlichkeiten», die das mit sich zieht.

Auf den Punkt gebracht, ist das zu Hause bleiben wohl einfach der Weg des geringsten Widerstandes. Man muss sich nicht um die Wohnungssuche kümmern und kann Geld und Nerven sparen.

Die Frage WG oder nicht WG, die bleibt für mich auch in den kommenden Semestern aktuell. Kommentare dazu sind erwünscht.

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