Fast kein Tag ohne Instantkaffee aus dem Aldi
Warum ich als Student vom Kaffee wegkommen will

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Von der Arbeitsfläche ist der schwarze Trank kaum wegzudenken. (Bild: Symbolbild: pexels)

Seit dem Anfang meines Studiums trinke ich mehr und mehr Kaffee. Ich gehöre somit zu den 40 Prozent der Menschen weltweit, die sich ein Leben ohne die Bohnensuppe schwer vorstellen können. Besonders störend ist, dass ich meine Instantbrühe benötige, um morgens in die Gänge zu kommen.

Der Tag bricht an. Ich wache auf. Ich steige aus dem Bett. Noch klebt der Schlafstaub an meinen Augen. Kaum bin ich raus aus dem Schutz der Decken, schon lockt mich mein Schlummerort wieder. Jedoch muss ich dem Sirenenruf trotzen. Die ganze Nacht habe ich gebraucht, um die Decken warm zu kriegen. Aber nun lasse ich sie widerwillig abkühlen und schlendere zombiehaft durch die gefühlte Eiseskälte in die Küche.

Dort liegt nämlich die nächste Bastion der Wärme. Ich schalte den Wasserkocher ein, nehme mir einen Becher und fülle ihn mit zwei Teelöffeln Instantkaffee. Das Wasser kocht und ich giesse es über das billige Pulver aus dem Aldi – so macht man den Trank der Götter, den Nektar des Studiums. Ich trinke den ersten Schluck und wie durch Magie gehen meine Augenringe weg, ich erwache zum Leben und ich bin bereit für den Tag.

Ich bin nicht der Einzige

Ich gehe davon aus, dass sich die meisten von Euch in dieser Beschreibung meiner Morgenroutine wiederfinden, davon abgesehen, dass einige Bohnenliebhaber bei der Vorstellung des Instantkaffees schaudern. Kaum ein anderes Getränk wird nämlich so viel konsumiert und romantisiert wie die braune Bohnenbrühe.

In der hektischen Welt, in der wir leben, ist ein kleines «pick me up» unentbehrlich. Wir sind Maschinen und Kaffee ist unser Schmieröl. Er stimuliert Körper und Geist. Leute lieben Kaffee. Wir treffen uns auf eine gemeinsame Koffeinsession und wir machen uns selbstironisch über unseren Konsum lustig.

Ein notwendiges Übel?

Wie sonst will man denn Vorlesungen, Prüfungen, Lernen und Seminararbeiten überleben, wenn nicht durch das Microdosing von Koffein? Trotz allem ist und bleibt Koffeinsucht jedoch eine Sucht. Nicht viele sind sich dessen aktiv bewusst. «Das ist aber gar nicht viel», wird mir gesagt, wenn ich meine Kaffeegewohnheiten schildere.

«Ich trinke ja mehr als du und ich kann aufhören, wann ich will» ist auch ein Klassiker. Ohne Kaffee am Morgen fühle ich mich aber nicht wach und ich brauche immer mehr von der Brühe. Zugegebenermassen hält sich mein Konsum im Bereich des Gesunden und unter dem Durchschnitt der Schweiz.

Erinnerungen an die Vorzeit

Wie schon angedeutet, trinke ich einen Becher am Morgen und seltener auch ein paar kleinere Tassen während des Tagesablaufs. Doch war es nicht immer so, dass ich täglich den Wachmachersaft getankt hatte. Es gab tatsächlich eine Zeit, zu der mein Koffeinkonsum noch in der Funktion von Genuss stand und nicht der Performance diente.

Früher, als ich noch Gymnasiast war, pflegte ich ein paar Mal pro Woche meinem Opa morgens auf der Terrasse beim Kaffeetrinken Gesellschaft zu leisten. Er macht hervorragenden Kaffee nach türkischer Art: Fein gemahlene Bohnen kochte er in einer Dzezva zu schwarzem Gold. Auch heute, wann immer ich mir diese Variante gönne, evoziert das in mir Sinnbilder von Morgentau und den ersten Sonnenstrahlen. Vergleiche ich das mit der Plörre, an der ich nippe, während ich eine Arbeit tippe, liegen ganze Welten dazwischen.

Mein Entschluss

Ich will damit aufhören. Nebst der ethischen Dimension des Kaffeeanbaus gefällt mir die Idee nicht, dass ich auf eine körperfremde Substanz angewiesen bin, um normale Tagesfunktionen durchzuführen. Deshalb habe ich entschlossen, langsam die Gewohnheit zu kicken. Meine morgendliche Einnahme beschränke ich auf eine Tasse und bei dieser einen Tasse bleibt es während des ganzen Tages. An Wochenenden und in den Ferien verzichte ich ganz auf die Plörre.

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