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Schreibwerkstatt – meine Achterbahn der Motivation
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Sich seine schriftlichen Arbeiten von Ghostwritern schreiben zu lassen, wird unter Studenten immer beliebter. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Wie schreibe ich eine Seminararbeit? Schreibwerkstatt – meine Achterbahn der Motivation

4 min Lesezeit 1 Kommentar 18.08.2016, 11:45 Uhr

Man nehme eine Horde schreibwütiger Studierender, einen Motivationscoach à la J. P. Searle (nur besser) und ständig wechselnde Räume an der Uni Luzern. Ziel: das Verfassen einer Seminararbeit. Zeitraum: rund 2 Monate. Motivation: schwankend.

Zum zweiten Mal bot die Studienberatung der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in der vorlesungsfreien Zeit eine Schreibwerkstatt für das Verfassen von Seminararbeiten an. Nach sechs intensiven Schreibwochen soll durch das Kennenlernen von Recherche- und Schreibtechniken die Abgabe einer gelungenen Arbeit erfolgen.

Raum 4.A05: Fragestellung

«I love deadlines. I love the whooshing noise they make as they go by.» Mit diesem Zitat von Douglas Adams, dem Verfasser des Romans «Per Anhalter durch die Galaxis», werden die Teilnehmenden der Schreibwerkstatt 2016 begrüsst. Es folgt eine Reihe von Tipps und nützlichen Erfahrungen zum Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten. Die wichtigste Erkenntnis sei, dass man gute Gedanken sofort aufschreiben soll, meint unser Coach – gesagt, getan. Im Laufe der Lektüre notiere ich mir während Wochen immer wieder zusammenhangslose Ideen, Gedanken und Erkenntnisse.

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Dann geht’s weiter mit der Fragestellung. Spannend und genau soll sie sein. Ein Beispiel gefällig? «Warum gibt es Katzenfutter nicht in der Geschmacksrichtung Maus?» Die Motivation steigt. Für die Teilnahme an der Schreibwerkstatt haben wir aber alle bereits eine Fragestellung mitgebracht. Diese stellen wir nun in einem Fahrstuhlgespräch den anderen Teilnehmenden vor. Das Prinzip ist einfach: Überzeuge innert drei Minuten von deiner glorreichen Idee. Die Umsetzung ist schwieriger, zumal ich erstmal mich selbst überzeugen muss.

Raum 4.B54: Gliederung

Die Motivation ist im Keller und trinkt Fuselwein. Einleitung, Hauptteil und Schluss gehören in die Gliederung, so viel ist klar und war es auch schon vorher. Weiter geht’s nicht. Und so kämpfe ich mit zu vielen Ideen, ringe um Platz und bilde mir ein, mein Thema sei nun doch zu langweilig. Später wird sich herausstellen, dass die Gliederung den eigentlichen Kern der Arbeit ausmachen wird. Der Rest komme von allein, meint unser Coach.

Raum 3.B58: Recherche und Citavi

Citavi, du wunderlicher Alleskönner. Warum nur habe ich so spät von dir erfahren? Wie viel einfacher mein Leben sein wird, jetzt, wo wir uns kennengelernt haben. So macht Schreiben Spass! Plus: Für einmal bin ich mit meinem Windows-Laptop im Vorteil. Ha!

Citavi ist ein Zitierprogramm, mit dessen Hilfe sich die Arbeit fast von allein verfasst. Programm herunterladen, Zitate und weiterführende Gedanken einpflanzen, ins Word übertragen – und fertig ist der Rohtext. Die Alternative «Zotero» für den Mac sei zwar auch praktisch fürs Zitieren, damit lasse sich jedoch nicht wie bei Citavi die ganze Datei spielend leicht ins Word übertragen, sagt unser Coach.

Raum 4.B54: Rohtext

Aufgrund eines Auslandaufenthalts kann ich an diesem Tag nicht teilnehmen. Mein Rohtext auch nicht. Wie schade. Was ich verpasst habe: Morgenseiten, Freischreiben und die Pomodorotechnik. Google schafft Abhilfe. In der Zwischenzeit habe ich über 30 Bücher aus der Bibliothek geholt und fein säuberlich nach Relevanz sortiert. Möge diesmal das Rückgabedatum nicht kommen, ehe ich die Arbeit abgegeben habe.

Raum 4.B54: Peer-Feedback

Von anfangs rund 30 Studierenden kommen heute noch acht Stück. Dabei wäre dies die Gelegenheit, eine fundierte Rückmeldung zu erhalten. Aber was predige ich hier? So habe auch ich leider nur den Text von letzter Woche dabei – und (endlich!) die Gliederung.

Raum 4.B54: Fliesstext

Der Raum ist mittlerweile stabil, die Teilnehmerzahl auch. Leider kommen die meisten ohne Text, dafür mit dem Vorhaben, ihr schlechtes Gewissen mit einer Anwesenheit zu beruhigen. So auch ich, denn ich hänge – erneut – zwischen den Fasern meiner Gliederung. Irgendwas ist faul.

Raum 3.B52: Feedback Fliesstext

Noch sechs Studierende sind anwesend. Wobei es wichtig zu erwähnen ist, dass es zwei Gruppen bzw. Termine pro Woche gibt. Vielleicht hat ja die Montagsgruppe besser durchgehalten? Ich erinnere mich an all die wertvollen Tipps und verspreche, daran zu denken, wenn ich meine Seminararbeit wieder in drei Tagen schreibe. Übrigens: Eine Anleitung dazu gibt’s auch als Video.

Die wöchentlichen Treffen sind zwar höchst motivierend, doch nehmen sie mir auch den Lauf. Statt jede Woche auf einen Durchbruch zu warten, beschliesse ich, mich stattdessen für ein paar Tage am Stück meiner Gliederung und der eigentlichen Arbeit zu widmen. Allen Tipps und Tricks zum Trotz wird hier keinem die Arbeit abgenommen – und das ist auch gut so.

Meine Arbeit ist noch nicht fertig, der Sommer fast. Ich auch.

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1 Kommentare
  1. Manuel Studer, 18.08.2016, 13:26 Uhr

    Manuel gefällt das. Wirklich! 🙂