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In der Trainerhose ans Seminar
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Die Video-Konferenz als Arbeitsmittel zur Stunde. (Bild: Unsplash)

Video-Konferenz als neues Werkzeug im Uni-Alltag In der Trainerhose ans Seminar

4 min Lesezeit 23.03.2020, 10:55 Uhr

Es ist omnipräsent und so wie es aussieht, für die nächsten paar Wochen auch nicht aus dem Alltag wegzudenken: das Coronavirus. Auch an der Universität Luzern haben Anpassungen stattgefunden. Die Reaktion unserer Bloggerin? Sie ist nun zwar Fan von Videokonferenzen. Nicht aber von Hamsterfotos.

Nun dürfen wir nicht mehr an die Universität und Hochschule. Die Gebäude sind zu, die Tore der Bibliothek verschlossen, der Studiladen bietet den Postversand an und die zahlreichen (Lehr-)Veranstaltungen wurden entweder abgesagt oder finden von nun an in einem virtuellen Seminarraum statt. Dies sind Vorsichtsmassnahmen, die ich begrüsse!

Corona-Taskforce an der Universität Luzern

An der Universität wurde eine Taskforce gegründet und die Universitätsleitung hat die nötigen Vorkehrungen getroffen, um angemessen reagieren zu können. Wie beim Bund wird in meinen Augen gut beobachtet und einstimmig (sowie natürlich mehrsprachig) kommuniziert. Daumen hoch – ob Rektorat oder Regierung – man stellt sich den Fragen in Person, via Website, E-Mail oder Hotline und ohne grosses Tamtam.

Eine der Botschaften des Rektorats ist beispielsweise: Man soll seinen Kurs nicht für sich bestehend als kleine Veranstaltung betrachten, denn der Lehrbetrieb umfasst sehr viele Kurse – und das summiert sich. Deswegen ist alles mit Anwesenheit zwar abgesagt, aber online und «hinter der Bühne» werde weiter Forschung betrieben und Studenten betreut. Währenddessen bin ich froh, muss ich nicht mit dem ÖV anreisen!

Da fasse ich mir (eben nicht!) an den Kopf, wenn ich an mich vor ein paar Wochen denke, die dachte, mit mehr Händewaschen ist das ganze Virusthema schon bald wieder vorbei. Nun sitzt die halbe Schweiz vor dem Bildschirm und hört sich einmal mehr eine mehrsprachige Medienkonferenz des Bundesrates an. «Well that escalated quickly.»

Fertig mit Flämisch

Vorbei ist es mit meinem Flämisch-für-Anfänger-Kurs, denn über Videoanruf eine Sprache lernen das möchte ich lieber nicht versuchen. Und ich gebe es ja zu, es ist nicht so schlimm, denn ehrlich gesagt habe ich mich sowieso nur wegen einer Kollegin angemeldet. Mein Interesse an der flämischen Sprache ist etwa so ausgeprägt wie jenes für das Theremin-Spielen (ja, ich musste den Namen auch nachschlagen): Hört sich lustig an, man wirkt irgendwie cool und quirky, wenn man es kann, aber ist eigentlich doch zu aufwändig, um es selbst erlernen zu wollen …

Anders ist die Lage mit meinem Masterseminar. Inklusive des Dozenten sind jeweils nur sieben Personen anwesend, aber eben, auch hier reicht ein schlichter Wechsel in ein grösseres Zimmer nicht. Deswegen findet mein Seminar «Organisationen im alten und neuen Institutionalismus» (es ist spannender, als es sich anhört) als Videokonferenz statt. Alle Teilnehmenden waren zu Hause, der Dozent in seinem Büro. Und wie gut das funktioniert! Meine Kolleginnen und ich waren positiv überrascht.

Erstes Fazit zu Videokonferenzen

  • 2 von 7 kamen zu spät in die virtuelle Runde, was aber an einem Missverständnis lag.
  • 5x wurde gefragt, ob alle den Sprechenden verstehen: 5/5 Antworten waren ein Ja!
  • Ca. 20x wurde die «Applaus»- oder «Daumen hoch»-Funktion verwendet – meistens bei der Frage, ob das nun alle verstanden haben: 8/10 Praktisch-Punkte.
  • 2x wurde der Bildschirm eines Teilnehmers geteilt, damit der diskutierte Textabschnitt für alle sichtbar wurde: 9/10 Praktisch-Punkte!
  • Eine unbekannte Anzahl an Studenten hatten Trainerhosen an: 15/10 Komfort-Punkte, das ist einfach nur toll (habe ich gehört).   
  • Gesamthaft 3x betrat bei zwei Personen jemand anderes den Raum, was den Teilnehmer zu stummem, wildem Raus-hier-Gestikulieren führte: 7/10 Unterhaltungs-Punkte, 8/10 Ablenk-Punkte.
  • Kein einziges Haustier störte die Sitzung: 0/10 Hoffnungs-Punkte.  
  • Alle Teilnehmer sahen irgendwie attraktiver aus als sonst: 8/10 Webcam-Flair-Punkte. Ha, ich mach nur Spass! Ich war einfach froh, wieder einmal meine Studifreunde zu sehen, so war das Social Distancing für eineinhalb Stunden gar nicht mehr so schlimm.
  • So ist das mit diesen Videokonferenzen. Man kann seine Texte besprechen und die Stimmung war mindestens gleich, wenn nicht sogar besser als im Seminarraum. Ob das wohl am gesteigerten Sitzkomfort liegt?

Vernunft statt Panik

Zusammenfassend lässt sich sagen: Gut herrscht (noch) keine Panik. Auch wenn mir die News-App mit den gefühlt halbstündigen Push-Notifikationen manchmal ein wenig alarmierend erscheint. Klar gibt es ein paar «Hamster-Einkäufer», die die Dosenregale leeren und «lustige» Tanten, die deswegen Fotos eines Hamsters per Whatsapp verschicken.

Das ist mühsam. Und es gibt auch jene, die ihr Leben weiterhin normal führen und Freunde und Kolleginnen treffen. Das ist fahrlässig. Doch soweit ich das beurteilen kann, finde ich es in Ordnung, wie das Ganze in der Schweiz und an unserer Uni abläuft.

Auch ich habe Personen in der Risikogruppe, die mir lieb und wichtig sind. Aber solange wir alle zu Hause bleiben und aktiv das Distanzhalten ausüben, klappt das schon. Also hey: Passt auch euch und euer Umfeld auf.

Bleibt in euren vier Wänden, schreibt diese Seminararbeit, lernt für diese Prüfung, seid nicht asozial und vor allem: Hört auf, Fotos von Hamstern herumzuschicken!

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