Neue Beschäftigung mit einem alten Hobby
Fussball oder Studium? – Fussballstudium!

  • Lesezeit: 3 min
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Die akademische Auseinandersetzung mit seinem Lieblingssport weckte in unserem Campus-Blogger eine neue Leidenschaft für Fussball. (Bild: Mpho Mojapelo)

Eigene Schwerpunkte zu setzen, ist ein wichtiger Teil des kulturwissenschaftlichen Studiums. Wo aber fängt man dafür an? Am besten beim eigenen Leben. Mit seiner fussballerischen Vergangenheit und dem grossen Interesse am Sport fand Campus-Blogger Linus Pfrunder die ideale Verknüpfung eines alten Hobbys mit seinem Studium an der Uni Luzern.

Früher habe ich pausenlos und in jeder freien Minute Fussball gespielt. Mein grosser Traum: Fussballprofi. Bis ich diesen Traum mit vierzehn Jahren plötzlich lächerlich fand. Ich spielte zwar noch vier weitere Jahre, zog aber Schule, Freizeit und Studium dem Sport vor.

Es passierte im Januar 2013. Ich spielte im Alter von siebzehn Jahren in der 1. Liga (damals die dritthöchste Liga der Schweiz), war bereits Stammspieler und erhielt Geldprämien für Siege. Eigentlich war ich von meinem Bubentraum gar nicht mehr so weit entfernt, und doch war ich alles andere als nah. Ich hörte nämlich damals auf. Ich hatte keine Lust mehr, vier Abende pro Woche auf dem Rasen zu verbringen, und redete mir ein, Fussball sei doch gar nicht so wichtig.

Erst während des Studiums begann ich wieder, meiner früheren Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Und irgendwann zu Beginn des vorletzten Semesters fand ich mich in einem Seminar zur Sportgeschichte wieder. Sportgeschichte? Sportgeschichte! Vor mir tat sich plötzlich ein neues Feld auf und mein Universitätsstudium bekam eine neue Wendung: Mein altes Hobby vermischte sich mit meinem Studium der Kulturwissenschaften. Heute spiele ich nicht nur wieder Fussball, sondern denke und schreibe auch noch darüber – über seine Geschichte, seinen Platz in unserer Kultur, seine Symbolkraft.

Sport in der Wissenschaft

Fragen tauchten auf, die ich mir vorher nie gestellt hatte. Was fasziniert eigentlich so viele Menschen am Sport? Woher kommt er? Seit wann gibt es ihn? Wie ist er zu einem so wichtigen Teil unserer Gesellschaft geworden? Warum bewege ich meinen Körper so und nicht anders?

Das gewonnene Bewusstsein um die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Sportarten und die Möglichkeit, Sport als kulturwissenschaftlichen Gegenstand zu untersuchen, gaben mir eine grosse Motivation. Ich fand einen neuen Zugang zu einem Phänomen, das ich bis dahin nur ziemlich einseitig – nämlich durch praktische Ausübung – gekannt hatte. Fussball und Sport waren nun nicht mehr bloss Aktivitäten, die ausserhalb der akademischen Welt stattfinden, sondern Phänomene, die eine Geschichte hatten, an gewisse soziale und kulturelle Bedingungen gebunden waren und die sich verändern.

Glückstreffer

Die akademische Auseinandersetzung mit meinem Lieblingssport bereitete mir nicht nur Freude, sondern entfachte gleichzeitig auch eine neue Leidenschaft für Fussball in mir. Der grosse Spass an diesem – aus meiner Sicht – zweckfreien Spiel kehrte zurück. Eine richtige Win-Win-Situation also, denn sowohl mein Studium als auch die Begeisterung für mein altes Hobby erhielten einen neuen Schub. Ich realisierte, dass die Kultivierung von persönlichen Interessen im Studium und in der Wissenschaft ein vielversprechender Weg ist.

Oft sind es Zufälle, die einen auf einen neuen Weg, auf neue Gedanken bringen. Das Angebot eines Seminars zur Sportgeschichte war für mich so ein Zufall, ein Glückstreffer. Sonst schriebe ich jetzt wohl kaum an einer Bachelorarbeit über die erste Deutschschweizer Sportzeitung.

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