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Ein dickes Dankeschön, Professor, fürs Mitreissen
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Glück gehabt: Auch für mich gab es ein Rettungssurfbrett gegen die Frustwellen. (Bild: flickr.com/Quinn Dombrowski )

Während des grosses Frusts erscheint mein persönlicher Held Ein dickes Dankeschön, Professor, fürs Mitreissen

3 min Lesezeit 24.10.2018, 14:00 Uhr

Seminararbeiten, fordernde Nebenjobs und privater Stress können für Studis eine explosive Mischung mit Folgen sein. Gut, taucht da von unerwarteter Stelle Rettung auf.

Das Tief, welches mich diesmal erwischt hat, ist wirklich fies. Es geht über «Werde ich jemals meine Masterarbeit zustande bringen?» hinaus, hin zu «Weshalb mache ich diesen Master überhaupt noch?», denn eigentlich sind die vermeintlichen Jobchancen doch auch so nicht schlecht.

Die Kurse belege ich nach wie vor gerne, aber mit den vorher nicht heiss geliebten, aber akzeptierten Seminararbeiten stehe ich so richtig auf Kriegsfuss. Kein Wunder, verbünden sich die Mistdinger auch noch mit den Referaten, die ich übermotiviert alle in denselben Monat gepackt habe. Und mit den drei Nebenjobs, die – obwohl teilweise unregelmässig – alle auf einmal gerade viel zu tun geben. Privater Stress noch dazu, Abgabetermin für die Arbeit geplatzt – es geht irgendwie frei nach Murphy: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

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Alte Rezepte versagen

Und ehe ich es mich versehe, liefere ich mir einen erbitterten Kampf mit der studentischen To-do-Liste – und verliere haushoch. Egal, wie viele Aufgaben und Termine ich abhake, die Dinger vermehren sich gefühlt im Sekundentakt. Ernüchterung macht sich breit. Vor allem, wenn sich mein Gehirn abends noch gerne mit der Liste beschäftigt und gepflegt ignoriert, dass der Rest von mir gerne einschlafen möchte. An dieser Stelle: Du kannst mich mal, Hirn. Echt.

Der Weg aus den bisherigen Minikrisen beinhaltete meistens, sich mit Mitstudierenden zu solidarisieren und etwas kollektive Selbstbemitleidung zu betreiben. Das wirkte so manches Mal Wunder. Das Kopfschütteln des restlichen Kollektivs darüber zu ignorieren, bisweilen auch – manchmal muss das eben sein, first world problems hin oder her. Aber diesmal will es irgendwie nicht richtig klappen. Als ich Anfang Jahr darüber bloggte, dass mich «Warum tust du dir das noch an»-Fragen aus dem Umfeld betreffend Master «hässig» machten, dachte ich nicht, dass ich sie mir im gleichen Jahr selbst stellen würde. Mehrmals.

Unbeabsichtigte Krisenintervention

Letzte Woche sass ich – so ziemlich am Tiefpunkt angelangt – im letzten Seminar der Woche. An «wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her» glaubte ich nicht so wirklich, musste mich aber eines Besseren belehren lassen. Denn inmitten der Diskussion war ich plötzlich fasziniert von der Begeisterung, die der Dozent für unsere Vorschläge und die Thematik versprühte, über die ganze Dauer, nach etlichen Jahren der Tätigkeit.

Aufgefallen war mir das bei der Person schon lange, doch erst jetzt faszinierte es mich richtig. Es steckte mich irgendwie an und beantwortete wie selbstverständlich die Frage nach dem Warum: Ich war mal mit derselben Begeisterung hier gestartet, mit der gleichen Faszination fürs Studienfach.

Erfolg mit dem neuen Rezept?

Dieser Begeisterung – war ich mir nun sicher – muss ich nur mehr Raum lassen als dem anderen Mist, und irgendwie wird es sich schon geben. Lösen wird auch das nicht alles können, aber vielleicht genug motivieren, um die Kämpferin in mir mit einem Tritt in den Hintern wieder einsatzfähig zu machen.

Bisher scheint es nicht schlecht zu klappen. Ich bin immer noch überbeschäftigt, aber zuversichtlich, das doch noch auf die Reihe zu bekommen. Und auch wieder stärker davon überzeugt, dass sich der Master gelohnt haben wird. In der Hoffnung, dass ich Recht behalte, muss ich nun noch eine letzte Sache sagen: Ein dickes Dankeschön, Prof. Und überhaupt an alle Dozenten, die uns Studis so mitreissen können.

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