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Die Zukunft aus der Vergangenheit – eine Erfolgsbilanz der letzten elf Jahre
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So beschloss ich, einen Brief an mein zukünftiges Ich zu schreiben. (Bild: Aura)

Die Zukunft aus der Vergangenheit – eine Erfolgsbilanz der letzten elf Jahre

4 min Lesezeit 02.02.2016, 09:47 Uhr

Als frisch gebackene Gymnasiastin schrieb ich mir einen Brief in die Zukunft. Elf Jahre später folgt hier nun die Antwort darauf…

Ein Haufen Träume und Ziele

2005 war ein wichtiges und entscheidendes Jahr für mich. Im Frühling vor fast 11 Jahren absolvierte ich die Aufnahmeprüfung fürs Langzeitgymnasium in Zürich. Wirklich bewusst war mir nicht, was mit dem Bestehen dieser Prüfung auf mich zukommen würde. Aber ich kann mich noch gut erinnern, dass ich nach dem Mathematikteil zu meiner Mutter gegangen bin und ihr gesagt habe: «Hier möchte ich unbedingt in die Schule gehen.» Fasziniert hatten mich wohl vor allem die persönlichen Kästli, die ich aus amerikanischen High-School-Filmen kannte. Man sehe es mir nach. Ich war gesegnet mit der so wertvollen, kindlichen Naivität eines 12-jährigen «Landmeitlis». Aber ich war fest entschlossen, in dieses Schulhaus zurückzukehren und die grosse Stadt Zürich zu erobern. Ein paar Monate später tat ich ebendies. Und plötzlich hatte ich einen Haufen Träume und Ziele im Leben. So beschloss ich, einen Brief an mein zukünftiges Ich zu schreiben. Das Schreiben wollte ich gut aufbewahren und mindestens zehn Jahre lang nicht öffnen.

«Findest du Zac Efron noch immer süss?»

Kürzlich fiel mir der Brief bei einer Entrümpelungsaktion, zwecks meines baldigen Umzugs, nun wieder in die Hände. Er lautete, wie folgt:

Hey!

Wie geht es dir mittlerweile? Was hat sich verändert? Wo wohnst du? Wie steht es mit der Liebe? Was hast du studiert? Bist du nun Journalistin oder Heilpädagogin geworden? Bist du glücklich? Bist du stolz? Was beschäftigt dich am meisten? Träumst du immer noch von Kindern, einem Haus im Grünen und dem Sprung ins Fernsehen?

Ich hoffe sehr, es geht dir gut und du hast unsere Ziele erreicht!

Liebe Grüsse aus der Vergangenheit

Fabienne

P.S. Findest du Zac Efron noch immer süss?

 

«Mein Wissensdurst ist noch lange nicht gestillt»

Als ich den Brief zu Ende gelesen hatte, verdrückte ich doch tatsächlich ein paar Tränen. Es berührte mich, meine krakelige Kinderschrift zu lesen. Und ich beschloss, meinem Ich aus der Vergangenheit wahrheitsgetreu zu antworten:

Liebe Fabienne

Mir geht es gut. Sehr gut sogar! In den vergangenen Jahren hat sich eine Menge getan. Und es gab viele Momente, in denen ich gänzlich anders auf deine Frage geantwortet hätte. Aber heute, hier und jetzt, geht es mir besser denn je. Aber der Reihe nach…

Nach sechs Jahren Gymnasium hatte ich mich aus einem Bauchgefühl heraus 2011 für ein Kulturwissenschaftsstudium mit dem Major (das bedeutet Hauptfach) Soziologie an der Uni Luzern angemeldet. So ähnlich wie du das damals beim Gymnasium gemacht hast. Auch die holprigen (Schul-)Anfänge lassen sich vergleichen. Zunächst lief es nämlich gar nicht. Zu sehr genoss ich das Studentenleben am Vierwaldstättersee. Die erste Prüfung ging also ziemlich in die Hose. So, wie damals die Lateinprüfung – weisst du noch? Es folgte ein stetiges Auf und Ab, dem nun doch endlich ein erster Abschluss folgen soll. Bereits plane ich meinen Master und eine darauffolgende Weiterbildung – mein Wissensdurst ist noch lange nicht gestillt!

Zur Liebe nur so viel; auch ohne Hollywood-Momente ist diese Geschichte filmreif!

Mein grösstes Ziel, mir den Weg in den journalistischen Alltag der Schweiz zu bahnen, verlor ich bis jetzt nie aus den Augen. Ein Wort zum Berufswunsch Heilpädagogin: Bei diversen Sozialeinsätzen in der heilpädagogischen Schule meiner Schwester Stephanie musste ich erkennen, dass meine Geduld, um diesen Weg einzuschlagen, nie und nimmer ausreichen würde. Aber zurück zum Journalismus. Nach Kursen an der MAZ (Schweizer Journalistenschule in Luzern), Resultatdiensten in der Sportredaktion der NZZ und einem redaktionellen Praktikum bei der Zürichsee-Zeitung, konnte ich kürzlich eine Festanstellung als Redaktorin ergattern. Und ja, das macht mich glücklich und stolz zugleich. Noch diesen Monat werde ich zudem bei meinen Eltern ausziehen. Weit weg verschlägt es mich aber nicht, da mir die Nähe und der Kontakt zu Stephanie noch immer sehr am Herzen liegen. Ganz so gross, wie damals erhofft, ist die Wohnung zwar auch nicht, aber es sollte reichen.

Und nun zu deiner letzten Frage: Ja, Kinder und ein Eigenheim sind nach wie vor ein Ziel. Und ja, mit dem Sprung ins Fernsehen liebäugle ich selbstverständlich noch immer.

So, nun hoffe ich doch sehr, dass du mit mir zufrieden bist! Ich bin es jedenfalls!

Beste Grüsse

P.S. Die Schwärmerei für Zac Efron war zum Glück ziemlich schnell einmal vorbei!

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