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Vielseitiges Programm auf dem Hof Oberfuren

Ein Tag im Leben der Familie Iten-Imgrüth in Unterägeri

Betriebsleiterpaar Nadine und Beat. (Bild: zvg)

Beat und Nadine Iten-Imgrüth halten auf ihrem Hof in Unterägeri Milchkühe, Legehennen und Mastpoulets. Neben den Tieren macht zum Jahresbeginn die Buchhaltung Arbeit: Beim Inventar nehmen sie alles auf dem Betrieb auf, vom Heuballen bis zum Eierkarton.

Der Tag fängt für Beat um 05 Uhr an. Rundherum wird in den Höfen von Unterägeri das Licht eingeschaltet. Die Stallarbeiten bei den Kühen fangen bei uns mit der Fütterung und dem Melken der Tiere an. Diese Arbeit erledigt Beat sehr gerne in Ruhe und ohne Hilfe, um die Kühe zu beobachten und zu erleben.

Eine Stunde später kommt auch Sebi in den Stall zur Unterstützung beim Misten. Wir haben uns bei der Stallerweiterung wiederum für einen Anbindestall entschieden, denn für Beat war immer klar, dass die Hörner an den Kühen dranbleiben. Unsere Kühe geniessen jedoch täglichen Auslauf an der frischen Luft.

Eierlieferung in den Briefkasten

Bei den Legehennen startet der Tag früh – um 3 Uhr morgens geht bei ihnen das Licht an, damit wir um 7 Uhr die Eier ausnehmen können. Sie sind jetzt über zwei Jahre alt und werden im Februar durch junge Legehennen ersetzt. Die Hühner verbringen bei uns die doppelte Lebenszeit im Vergleich zu jenen, deren Eier im Grosshandel verkauft werden.

Normalerweise werden Legehennen bereits beim ersten Federwechsel («Mauser» genannt) ersetzt, wir behalten sie eine zweite Saison. Unsere Tiere produzieren ausschliesslich für die Region im Ägerital. Wir sind stolz, unsere Kundinnen direkt mit frischen Eiern zu beliefern. Zusätzlich zu den Läden, Restaurants und Kantinen beliefern wir jeden Donnerstag rund 250 Kunden nach Bestellung oder Dauerauftrag in ihre Briefkästen.

Legehennen geniessen die frische Luft im Aussenklimabereich.
Legehennen geniessen die frische Luft im Aussenklimabereich. (Bild: zvg)

Die Mastpoulets gehen bald zur Schlachtung

Das Aufgebot zur Ausstallung der Mastpoulets haben wir am letzten Freitag bekommen. Das schickt uns jeweils der «Integrator». Dies bezeichnet ein Unternehmen, das uns mit Küken und Futter versorgt und schliesslich die Poulets abnimmt.

Diese werden nach zwei Monaten in Kisten verpackt und mit dem Lastwagen nach Zell zur Schlachtung gefahren. Dieses Fleisch kann man im Coop als ganzes Freiland-Grillpoulet kaufen. Vielleicht könnt ihr ja beim nächsten Einkauf auch ein Poulet mit unserem Produzentennamen finden?

Pouletmast im Auslauf, leider dürfen wir aufgrund der Vogelgrippe die Hausgeflügelrassen nur im Geschützten Bereich an die frische Luft lassen.
Pouletmast im Auslauf, leider dürfen wir aufgrund der Vogelgrippe die Hausgeflügelrassen nur im geschützten Bereich an die frische Luft lassen. (Bild: zvg)

Frisches und Dauerhaftes aus dem Hofladen

Im Hofladen bieten wir frische Produkte aus der Zentralschweiz an, sei es von uns oder von anderen Höfen: Freilandeier, Weiderindfleisch, Spätzli, Alpkäse von unseren Kühen, Butterzöpfe am Samstag sowie weitere Produkte wie zum Beispiel Joghurt, Mehl, Teigwaren, Kafi Central. Unsere Praktikantinnen füllen den Hofladen auf, bewirtschaften und pflegen ihn.

Mittagessen wird durch Praktikantinnen zubereitet

Spannend sind auch unsere Arbeiten im Haus. Die Planung des Mittagessens beginnt immer am Montag, wenn wir den Menüplan für die gesamte Woche schreiben. Dort berücksichtigen wir stark die Regionalität und Saisonalität und natürlich, was noch auf unserem Hof zu finden ist.

So haben wir einen Rotkabis aus dem Garten geerntet und kochen heute dazu ein Rindssaftplätzli mit frischen Spätzli. Das Menü stammt bis auf das Mehl und die Gewürze von unserem Betrieb. Gemeinsam geniessen wir das Mittagessen um 12 Uhr. Nach einer kurzen Pause startet das Nachmittagsprogramm.

Unsere Hornkühe mit schöner Aussticht und den Trichlen im Sommer 2022 auf der Weide.
Unsere Hornkühe mit schöner Aussticht und den Trichlen im Sommer 2022 auf der Weide. (Bild: zvg)

Büroarbeit bringt Abwechslung

Der Computer läuft bei uns momentan fast immer. Was uns zurzeit vor allem beschäftigt: Noch die letzten Sponsoren für das 130-jährige Jubiläum des Viehzuchtvereins Unterägeri zu finden. Dieses Fest findet am 22. April 2023 bei uns auf dem Bauernhof statt. Anfangs Januar sind auch die Abschlussarbeiten für die Buchhaltung. Wir machen Inventar, das heisst, eine Bestandsaufnahme des gesamten Betriebs (ohne den Haushalt).

Wir zählen alles: von den Heuballen bis zu den Eierkartons. So können wir von Jahr zu Jahr feststellen, wie viel wir verbrauchen und was welchem Betriebszweig belastet werden muss. Die Tiere sind elektronisch erfasst, hier können wir die Listen herunterladen und in die Buchhaltung einfügen. Alle Unterlagen schicken wir dann der Buchhaltungsfirma, damit sie unseren Jahresabschluss macht. Diese Arbeiten bieten eine grosse Abwechslung zu der Arbeit mit den Tieren und auf dem Feld.

Der Winter ist auf dem Betrieb Oberfuren eingekehrt. Neben der Stallarbeit mit den Tieren ist im Moment viel im Büro zu tun.
Der Winter ist auf dem Betrieb Oberfuren eingekehrt. Neben der Stallarbeit mit den Tieren ist im Moment viel im Büro zu tun. (Bild: zvg)

Planung beim Abendessen

Um 15.30 fangen die Stallarbeiten wieder an. Die Arbeiten bei den Legehennen und Mastpoulets verrichten meistens die Frauen und die Männer machen die Stallarbeiten bei den Kühen.

Das Abendessen um 18.30 bietet die Gelegenheit, den Tag Revue passieren zu lassen und gemeinsam zu besprechen, was am nächsten Tag läuft. So können alle in Ruhe in den Feierabend gehen und sich auf den nächsten Arbeitstag freuen.

Betriebsspiegel

Betriebsgrösse: 28 Hektare Wiesland, 4 Hektare Wald
Tiere:

  • 32 Original Braunviehkühe mit Horn, 20 Aufzuchtrinder
  • 800 Freiland Legehennen
  • 2800 Freiland Mastpoulets
  • 2 Bernersennenhunde, 1 Border Collie
  • 2 Katzen

Betriebszweige: Milchkühe, Pouletmast, Freilandeier, Futterbau, Wald, Direktvermarktung
Arbeitskräfte: Nadine & Beat als Betriebsleiterpaar, Schwiegereltern als Unterstützung, Tanja in der Agriprakti-Ausbildung, Mirjam 50 Prozent Praktikantin neben der Bäuerinnenschule

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Neben dem Handel mit Rohstoffen oder Tourismus sind Luzern und Zug auch für landwirtschaftliche Produkte bekannt. Doch wie geht es den Bauern hier, welche Sorgen und Hoffnungen haben sie? Monatlich erzählt hier ein anderer Bauer aus seinem Alltag.
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