Ein Tag im Leben der Familie Iten aus Baar
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Simon Iten mit seinen Eltern Erika und Toni. (Bild: Simon Iten)

Bauernblog: Der Mähdrescher kommt Ein Tag im Leben der Familie Iten aus Baar

3 min Lesezeit 25.07.2020, 10:40 Uhr

Es sind Sommerferien im Zugerland. Die Sonne scheint, am See vorne wird gebadet und bei uns auf dem Hof in Baar steht die Gerstenernte an.

Zwischen Steinhausen und Blickensdorf im Kanton Zug liegt unser Betrieb «Chupferschmitte». Wir bewirtschaften einen rund 30 Hektaren grossen Ackerbau- und Tierhaltungsbetrieb. Der Hauptbetriebszweig bildet die Schweinezucht und -mast. Daneben haben wir Mastkälber und Schafe.

Auf unseren Flächen produzieren wir Gerste, Futterweizen, Mais und Gras, das wir an unsere Tiere verfüttern, sowie Raps zur Speiseölgewinnung und Brotweizen. Unser Betrieb wird nach ÖLN-Richtlinien bewirtschaftet. ÖLN steht für ökologischer Leistungsnachweis und ist die Bedingung, dass ein Betrieb Direktzahlungen erhält.

Eine unserer Muttersauen, Mohren genannt, mit ihren Ferkeln. (Bild: Simon Iten)

Wer ernten will, muss säen

Heute wollen wir Getreide dreschen. Damit wir das können, haben wir einiges an Vorarbeit leisten müssen. Die Gerste, den Brotweizen und den Raps haben wir bereits im letzten Herbst gesät, also rund zehn Monate vor der Ernte. Auf den Feldern haben wir auch Dünger in Form von Gülle und Mist von unseren Tieren ausgebracht. So ergibt sich ein Kreislaufsystem, das den Boden und die darauf wachsenden Pflanzen fit hält.

Um die Pflanzen optimal zu ernähren, ergänzen wir unsere Hofdünger mit Kunstdünger und Spurenelementen. Denn auch bei den Pflanzen gilt wie bei uns Menschen – vorbeugen ist besser als heilen.

Das Getreide wird von einem Lohnunternehmer mit einem Mähdrescher geerntet. (Bild: Simon Iten)

Wenn der Regen nicht willkommen ist

Bevor der Mähdrescher bei der Gerste beginnt, nehmen wir ein Muster zur Feuchtigkeitsbestimmung der Ähren. Ideal sind 14,5 Prozent Feuchtigkeit. So sind die Körner danach lagerfähig und fangen nicht an zu schimmeln. Die grosse Maschine – sie gehört nicht uns, sondern einem Lohnunternehmer – mäht die Pflanzen und schlägt die kleinen Körner aus den Ähren heraus.

Betriebsspiegel

Erika, Toni und Simon Iten, Chupferschmitte, 6340 Baar
Produktionsform: ÖLN
Landwirtschaftliche Nutzfläche: 30 ha
Schweinezucht und -mast, Mastremonten, Schafhaltung
Gerste, Weizen, Mais, Raps, Grünland, Hochstammbäume

Am Feldrand füllt er die Körner in einen Anhänger. Unser erster Erntetag in diesem Jahr verläuft etwas hektisch, denn kurz nachdem der Mähdrescher seine Arbeit aufgenommen hat, verfärbt sich der Himmel dunkelgrau. Kein gutes Zeichen, denn bei Regen müssen wir die Ernte unterbrechen. Die Körner sollten nicht nass werden.

Bevor wir fertig sind, beginnt es zu regnen. Einen Teil des Feldes können wir nicht mehr ernten. Am Folgetag bringen wir den Anhänger zur Getreidesammelstelle. Dort wird sie, falls nötig, getrocknet und eingelagert. Nach einer Regenpause von zwei Tagen dreschen wir den Rest des Feldes und ein weiteres, das nun auch erntereif ist.

Das Stroh des Getreides brauchen wir wieder als Einstreu für unsere Tiere. (Bild: Simon Iten)

Tierhaltung und Kulturen ergänzen sich

Als Nebenprodukt der Getreidekörner fällt Stroh an. Das sind die Halme, auf denen die Ähren gewachsen sind. Dieses wird gewendet, damit es trocknen kann und anschliessend in Ballen gepresst. Das Stroh lagern wir ein und verwenden es als Einstreu für unsere Tiere.

Rund eine Woche nach der Gerste wird der Raps geerntet. Auch hier kommt wieder der Mähdrescher zum Einsatz. Anders als bei der Gerste wird hier das Stroh nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet. So wird dem Boden wertvolle organische Masse zurückgegeben. Die Rapskörner kommen später in die Ölmühle, die daraus das gesunde Rapsöl macht.  

Nach der Gerste und dem Raps ernten wir bis Anfang August auch noch den Weizen. Dann ist die Getreideernte auf unserem Betrieb abgeschlossen. Im Herbst säen wir dann bereits wieder die Kulturen für das nächste Jahr.

Damit sagen wir tschüss!

Simon, Toni und Erika Iten

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