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Problematischer Wohnungsbau im Gewerbegebiet
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Der Neubau hat städtische Dimensionen. (Foto: Gerold Kunz)

Unbetreutes Wohnen in Waldibrücke Problematischer Wohnungsbau im Gewerbegebiet

2 min Lesezeit 2 Kommentare 23.01.2020, 11:00 Uhr

Die Schweiz teilt sich in betreute und unbetreute Gebiete. Das Emmer Gewerbegebiet Waldibrücke zählt zur zweiten Kategorie. Hier folgt das Bauen betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Nun wurde hier mitten im Gewerbegebiet ein Wohnhaus mit städtischen Dimensionen erstellt. Was hat dieses in einem Gebiet zu suchen, an dem Wohnen nicht vorgesehen ist?

Waldibrücke ist ein Verkehrsknotenpunkt. Die Hauptstrasse, die Seetalbahn und die Buslinien 40 und 111 kreuzen hier. Abgesehen von ein paar verstreuten Einfamilienhäusern, die oberhalb der Kantonsstrasse einen Geländesprung als Aussichtsterrasse nutzen, besteht Waldibrücke vorwiegend aus Gewerbebauten.

Am Kreisel steht das Gasthaus Waldibrüggli, das dem Ort mit seiner Schlössliarchitektur etwas Noblesse verleihen will, und das Business- und Ferienhotel Motel Brüggli, das mit der guten Verkehrsanbindung an Luzern für Gäste wirbt.

Mitten in diesem Gewerbegebiet und angrenzend an die Deponiezone Waldibrücke hat das Motel mit einem respektablen Neubau das Wohnangebot massiv vergrössert. Der fünfgeschossige Bau mit einer Länge von 70 Metern und 14 Metern Breite hat städtische Dimensionen, vergleichbar mit der Wohnscheibe zwischen Kaufmannweg und Winkelriedstrasse in der Luzerner Neustadt.

Der Neubau lässt auf der Südostseite die Handschrift eines Architekten vermuten, wohingegen die günstige Ausführung wenig Liebe für das Detail offenbart. Während die Längsseiten mit Einschnitten gut gegliedert sind, zeigen die Stirnseiten mit den mittig platzierten Korridorfenstern das banale Bild des Zweibünders.

Das Wohnhaus ist fremd in der Arbeitszone. (Blld: Gerold Kunz)

Das Geschäftsmodell des Motel Brüggli besteht in Studio-Dauermietern, deren Aufenthalt zu kurz ist, um sich eine Wohnung zu mieten, aber zu lang, um nur ein Hotelzimmer zu beziehen. Der Arbeitszonen IV zugeordnet, dürften hier Wohnungen nur für Betriebsinhaber und für betrieblich an den Standort gebundenes Personal erstellt werden, sagt das kantonale Baugesetz.

Nun wurde mit dem Neubau ein Wohnhaus errichtet, dessen Umfeld aus Asphalt und Metallfassaden besteht. Eine Durchmischung der Nutzungen führt zu lebendigeren Orten, was zu begrüssen ist. Das neue Wohnhaus in Waldbrücke könnte einen Beitrag zur Umdeutung dieses vernachlässigten Gebiets leisten, was es aber nicht tut.

Der Neubau grenzt an die Deponiezone Waldibrücke. (Bild: Gerold Kunz)

Mit dem Neubau, der an die Wohnbedingungen der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts erinnert, werden die heutigen Ansprüche an einem Wohnbau an diesen Standort nicht erfüllt, weshalb der Neubau kein Beitrag an die Diskussion leistet, wie sich Gewerbegebiete in Zukunft positiv entwickeln können.

An diesem traurigen Ort hat ein Wohnhaus nichts zu suchen. Wenn hier temporärer Wohnraum dennoch entstehen soll, muss die Bewilligung an eine Aufwertung des Wohnumfelds gekoppelt sein.

Das Wohnumfeld besteht aus Asphalt und Metallfassaden. (Foto: Gerold Kunz)

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2 Kommentare
  1. stes, 23.01.2020, 18:28 Uhr

    Hier ist der Beweis lieber Autor, Herr Gerold Kunz (Archidekt ETH SIA): Papier und auch die elektronischen Medien, nehmen leider alles an. Leider ist das auch bedauernswert, sehr schlecht recherchiert von Ihnen. Schon im Titel haben Sie sich mit der Wahrheit etwas vergriffen, denn es ist kein Wohnungsbau mein lieber Autor. Wir sprechen hier von der Erweiterung des Motel Brüggli, das Brüggli 3 und von keinem neuen Wohnungsbau in der Waldibrücke. Ihre erwähnten paar Einfamilienhäuser, machen seit langem einen Ortsteil aus und wenn sie von paar schreiben, wird auch die ganze Mathematik schon etwas lange her sein bei Ihnen. Zählen sie doch mal genau, wie viele Steuerzahler dieser Ortsteil von Emmen, Waldibrücke heute hergibt, ist „paar“, massiv untertrieben. Ich denke, da haben sie sich neben der schlechten Recherchen auch noch etwas verrechnet. Zudem sind unsere Grosseltern Adolf und Christina Steffen, schon vor dem Flugplatz in der Waldibrücke wohnhaft gewesen und aus unserer Familie wurden in der Waldibrücke auch zahlreiche Häuser erstellt. So auch unser Haus, vor über 50 Jahren, mit dem heutigen Firmensitz der Rettungsschule SBS Training & Rettung GmbH. Unsere Grosseltren haben damals u.a.das Gasthaus Waldibrücke jahrelang geleitet. Heute haben wir hier im Quartier Waldibrücke mit dem Motel Brüggli und dem Gasthaus, sowie den Garagen und Tankstelle, ein kleines Paradies am Stadtrand von Luzern / Emmen. Die Industrie hat sich unterhalb elegant und separat angegliedert. So sind die Sichtweisen entscheidend und etwas anders als Ihre. Übrigens Ihre etwas einseitig erwähnte Deponie, hat nichts mit einer Abfalldeponie zu tun, sondern mit der Aufschüttung von Erdaushub umliegender Bauten. Dem Leser der sich nicht auskennt, könnte auch diese Schielderung ein falsches Bild vermitteln. Vielleicht ist der Aushub auch von Ihren Bauten, falls sie noch aktiv sind. Ich vermute, dass sie einfach schlecht recherchiert haben und somit Dinge nicht wissentlich falsch weitergeben wollten. Nun wissen sie etwas mehr, aber es wäre schon günstig, wenn vor der Autorenarbeit, eine genaue Abklärung erfolgen würde. Dies als kleiner, wertvoller Tipp für Sie. Sollten Sie dies jedoch wissentlich so verzerrt vermittelt haben, könnte es nur kleinbürgerlicher Archidekten-Neid sein, nach dem Motto: „Wer hat wohl das bessere Hüttlein gebaut, du oder ich?“

  2. kari, f,, 23.01.2020, 13:55 Uhr

    einfach nur grässlich diese klotz, man sagte mir das vile Chauffeure sich mit Huren dort im Motel Treffen, wohl kaum ein Fam, Hotel für zwischen Nutzung, wer also diese Wohnungen mietet ist ja Klar Damen des Gewerbes gell, da kann mal schnell ein Zwischenstopp machen

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