Orientierungspunkt im Wirrwarr der Ideen
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Der Neubau knüpft an die bestehende Bebauung an. (Bild: gek)

Positiver Beitrag für Ebikons Ortsbild Orientierungspunkt im Wirrwarr der Ideen

2 min Lesezeit 29.09.2020, 11:02 Uhr

Quasi über Nacht ist mitten in Ebikon eine stattliche Wohnanlage entstanden. Sie zeigt, welchen positiven Beitrag unaufgeregte Architektur an ein Ortsbild leisten kann. Der Neubau ist ein Orientierungspunkt für die künftige Ortsentwicklung. Zu abstrusen Ideen wie der Ebikoner Strassenüberdachung geht er auf Distanz.

Das stolze Volumen setzt die Bebauungsstruktur fort, die vor 50 Jahren weitsichtig angedacht wurde. Mitten im Zentrum ist eine Wohnanlage entstanden, die genossenschaftliches Wohnen erlaubt. Zwar ist die Fassadengestaltung wenig auffällig. Unterschiedlich strukturierte Metallpaneele gliedern die Hülle. Einzig die Storen bringen Farbe in den grauen Bau.

Das Konzept für Ebikons Zentrum wurde in den 1960er-Jahren entwickelt. Unter dem Vorzeichen der autogerechten Stadt wurde damals das Fundament für eine Planung gelegt, die bis heute wirksam ist. Ebikon kennt vermutlich deshalb keine Verkehrsprobleme, trotzdem entwickelt sich das Zentrum nur zögerlich. Nun ist an der Bahnhofstrasse nach Plänen der Steger Architekten Luzern ein Neubau entstanden, der in Volumen und Gestaltung an die Ursprünge in den 1960er-Jahre anknüpft.

Unerwartete Ausrichtung

Der zwischen Gleis, Bach, Strasse und Unterführung eingepasste Quader baut auf einem U-förmigen Grundriss auf. Zur Gleisseite hin öffnet sich der Hof. Mag sein, dass diese Ausrichtung einer optimaleren Besonnung dient. Ortsbaulich wäre eine Öffnung zum Gewässer zu erwarten gewesen. Nun zeigt die Anlage dem Gleisfeld die Rückseite, statt den Hof als Zentrum der Anlage zu behandeln.

Doch für den Strassenraum ist der Neubau ein Gewinn. Er tritt in Dialog zu den umgebenden Bauten, die auf einem gemeinsamen ortsbaulichen Konzept beruhen. Obwohl es Jahre gedauert hat, bis dieser Schlüsselstein nun endlich gebaut wurde, kommt er zur richtigen Zeit.

Er lehrt uns, den alten Konzepte zu vertrauen anstatt auf abstruse neue Ideen zu setzen, zu denen die Überdachung der Hauptstrasse zählt. Hier will jemand die Welt neu erfinden und läuft Gefahr, die Qualitäten, die in Ebikon angelegt sind, zu überschütten.

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