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Luzerner «Sorgenufer» endlich aufgewertet
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Blick aus dem Innern des Landungsstegs von Armin Meili, der zwischen dem Café Luz und der Seebrücke liegt. (Bild: Gerold Kunz)

Meili-Schiffanlegestelle restauriert Luzerner «Sorgenufer» endlich aufgewertet

2 min Lesezeit 17.04.2019, 17:47 Uhr

Als Sorgenufer bezeichneten, Jahre vor der Eröffnung des KKL Luzern, Architekten aus dem Umfeld des Heimatschutzes die linke Seeseite der Luzerner Bucht. Sie forderten eine mit dem Schweizerhofquai gleichwertige Gestaltung. Mit der Wiedereröffnung der Schiffanlegestelle erhält ihre Forderung ein spätes Echo.

Armin Meili ist der wichtigste Luzerner Architekt aller Zeiten. Seit sein Opus Magnum, das Kunst- und Kongresshaus, für den KKL-Neubau abgebrochen wurde, ist er im Stadtzentrum nur noch mit einem Kleinbau vertreten, dem Landungssteg 1 beim Bahnhof mit Baujahr 1936. Wer einen weiteren echten Meili sehen will, muss an die Burgerstrasse, auf die Allmend, nach Baden, Gelfingen und Grosswangen oder sogar bis nach Mailand fahren.

Eugen Mugglin hat sich für die Restaurierung der Schifflandebrücke 1 von Armin Meili eingesetzt.

Eugen Mugglin hat sich für die Restaurierung der Schifflandebrücke 1 von Armin Meili eingesetzt.

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(Bild: Gerold Kunz)

Umso verdienstvoller ist es, dass die Schifffahrtsgesellschaft SGV sich aufmachte, das einzige verbleibende Gebäude im Herzen Luzerns nun sorgfältig restaurieren zu lassen. Abgesehen von einer neuen Toranlage lag für die Architekten die Aufgabe im Entschlacken des Gebäudes von allerlei Zufälligem. Noch bis vor Kurzem war die Halle mit Plakatwänden verstellt, hinter welchen das Schiffspersonal ihre Töffs parkierte. Gelitten hatte die Halle aber auch durch den Neubau eines Kassahauses, das aus heute unerklärlichen Gründen und ohne Respekt gegenüber dem Baudenkmal direkt an die Halle angebaut wurde.

Die Halle mit Baujahr 1936 zeigt sich weiterhin in ihren originalen Materialien.

Die Halle mit Baujahr 1936 zeigt sich weiterhin in ihren originalen Materialien.

(Bild: Gerold Kunz)

Mit der Restaurierung wurden auch Korrekturen vorgenommen. So wurde die Verglasung auf der Ostseite wieder vervollständigt und die Sitzbank wieder angebracht. Und die Leuchten wurden auf heutige Lichtbedürfnisse angepasst. Die Farbe wurde vom Befund übernommen. Ansonsten zeigt sich der Bau noch immer in seinen originalen Materialien von 1936, was die unverfälschte und authentische Erscheinung unterstützt.

Die SGV hatte die Aufgabe den Architekten Jäger Egli und Eugen Mugglin übertragen. Letzterer hat gleichzeitig für die SGV selber eine neue Anlagestelle entworfen. Unweit des Meili-Kleinbaus hat Mugglin für den Bürgenstockshuttle eine Wartehalle gebaut, quasi ein Ableger der Bürgenstockbauten auf dem Luzerner Stadtgebiet. Seine Halle nimmt den Dialog zum KKL auf, indem unter das Dach ein schlichter Glaskörper eingeschoben ist, der von einem kräftigen Metallprofilrahmen gefasst wird. Mit der Meili-Anlegestelle hat Mugglins Unterstand die Anordnung der Sitzbänke und die gerundete Dachuntersicht gemeinsam, die wie beim Vorbild von unten beleuchtet wird.

Die Landungsbrücke, rechts unten im Bild, auf einer älteren Aufnahme.

Die Landungsbrücke, rechts unten im Bild, auf einer älteren Aufnahme.

(Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Mit den beiden Eingriffen erfährt das «Sorgenufer» endlich eine gebührende Aufwertung. Eugen Mugglin, seit den 1990er Jahren aktiv in der Luzerner Heimatschutzsektion, ist für sein Beharrungsvermögen zu danken. Sein Kleinbau steht für Initiative und Ausdauer. Er verdient gerade deshalb unsere Anerkennung.

Mehr Bilder vom Neubau von Eugen Mugglin:

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