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Beidseitig am Platz
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Der Neubau setzt zur Rückeroberung des Zentrums an. (Bild: Nora Kunz)

Architekturkritik Beidseitig am Platz

2 min Lesezeit 2 Kommentare 11.04.2013, 20:00 Uhr

Das Zentrum in Kriens soll aufgewertet werden. Noch bevor die Gemeinde ihre Planungen umzusetzen beginnt, haben Private die Initiative ergriffen und setzen mit einem Neubau zur Rückeroberung an. 

Die Gemeinde Kriens ist seit Jahren daran, ihr Zentrum aufzuwerten. Projekte wie der Ausbau der Teiggi, der Neubau eines Verwaltungsgebäudes und der Umbau der Schappe Süd zum Kulturzentrum sind in Vorbereitung. Grundlage für die Projekte bildet wie beim Seetalplatz in Emmenbrücke auch in Kriens ein Richtplan der Zürcher Pool Architekten, der aus einem Studienauftragsverfahren hervorging.

Für die baufällige Schmiede Filliger östlich des Schappe-Areals war im Richtplan kein Ersatz mehr vorgesehen. Stattdessen sollte auf dem Grundstück eine Baumallee gepflanzt werden. Sie hätte dem künftigen Kulturzentrum als Vorplatz und Flanierzone dienen sollen. Nun ist mit einem Ersatzneubau diesem Ansinnen ein Ende bereitet worden. Noch bevor das Kulturzentrum in Bau geht, ist die Idee der Aufwertung des Aussenraums bereits zur Makulatur geworden, was zu bedauern ist

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Vermutlich beharrten die Eigentümer auf ihrem Recht, für ihre Parzelle an dieser zentralen Lage einen Ersatzneubau erstellen zu dürfen. Auch ist der Platz an der Fenkernstrasse auf einen Gebäudekörper angewiesen, um Wirkung zu entfalten. Fakt ist, Private haben in Kriens die Initiative ergriffen und setzen mit diesem Neubau zur Rückeroberung des Zentrums als Lebensraum an. Das ist hingegen sehr gut.

Zwischen den beiden Altbauten ragt nun der Neubau empor. In Massstab und Gestaltung weicht er vom vorhandenen Kontext ab. Er gibt der Umgebung ein städtisches Flair. Trotz der bewusst modernen Gestaltung wirkt den Bau dennoch sehr nostalgisch, was an der Dachausbildung liegen mag. Vermutlich hat hier als Vorlage das auf der gegenüberliegenden Strassenseite stehende Hotel Central gedient, das vor Jahren um zwei Geschosse aufgestockt wurde. 

Der Neubau zeigt auf der Seite zum Platz seine Schaufassade, zum viel grösseren Raum der Buswendschlaufe hingegen wirkt er abweisend. Zwar haben die Architekten mit ordentlichen Fenstern die Fassade ausgestattet und davon abgesehen, die Rückseite mit Toilettenfenstern abzuwerten. Dennoch wird das Gebäude hier den Ansprüchen an ein Bauen an einem öffentlichen Platz nicht gerecht. Trotz sichtbarer Qualitäten ist aus dem Gebäude auf dieser Seite kein Hingucker geworden.

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2 Kommentare
  1. Gerold Kunz, 18.04.2013, 09:12 Uhr

    Danke für die Hinweise. Den Schreibfehler haben wir sofort korrigiert (es heisst “Schaufassade”). Hat die Begehung vor Ort meinen Eindruck bestätigt? Über den Zustand des Pilatusplatzes lässt sich auch etwas berichten. Ich nehme mich dem gerne mal an. Als Schnittpunkt aller Zufahrten aus den Vororten (Horw, Kriens, Littau, Emmen) nimmt er eine besondere Stellung im Stadtgrundriss ein. Er hat eine Neubewertung verdient. In den 1950er Jahre wurde die Autobahn bis hierhin geplant. Bis heute übernimmt der Platz die Funktion als Drehscheibe für den Autobahnverkehr. Wer von Süden nach Norden fährt und etwas von der Stadt Luzern sehen will, der kann im Grosshof die Autobahn verlassen und am Kasernenplatz wieder auf die Autobahn einschwenken. Eigentlich müsste jeder Reiseführer diese Besonderheit in seine Empfehlungen aufnehmen.

  2. Tonino Bucherinsky, 14.04.2013, 07:37 Uhr

    Das Krienser “Zentrum” ändert sich langsam – in die gewünschte Richtung???
    Dank dem Beitrag von Gerold Kunz, werde morgen meinen Blick vor dem Objekt schärfen.
    NB Was ist wohl mit “Sachaufassade” im letzten Abschnitt gemeint?
    Mit Gruss aus Luzern, wo der Pilatusplatz mit der neckischen “Begegnungszone” statt dem “Wirtshaus Schmiede” auf die Neugestaltung wartet.