Blaualgen: Wie du wuchernde Giftbakterien von blossem Auge erkennst
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Cyanobakterien in einem Fischteich. (Bild: Von Christian Fischer, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60755021)

Cyanobakterien in hiesigen Gewässern Blaualgen: Wie du wuchernde Giftbakterien von blossem Auge erkennst

2 min Lesezeit 31.07.2020, 14:35 Uhr

Sechs Hunde sind seit Mittwoch gestorben, nachdem sie mit verseuchtem Wasser im Neuenburgersee in Kontakt kamen. Die giftigen Bakterien gibt es auch in hiesigen Gewässern. Derzeit ist die Belastung aber gering. Wo sie wuchern, ist meist von Auge zu erkennen.

Die Tiere sind nach einem Bad an Blaualgen-verseuchten Stränden des Neuenburgersees gestorben. In der Folge haben die Behörden am Freitag mehrere Strände abgesperrt.

Die Cyanobakterien, deren Gift für den Tod der Hunde in Neuenburg verantwortlich sind, kommen in fast jedem Gewässer vor. Sie vermehren sich massenhaft unter bestimmten Bedingungen. Wegen ihrer Erscheinung werden sie auch «Blaualgen» genannt.

Ihr Wachstum in Gewässern wird durch bestimmte Umweltbedingungen begünstigt, wie ein hoher Nährstoffgehalt im Wasser, eine hohe Stabilität der Wassersäule, günstige Temperatur- und Lichtbedingungen sowie eine ruhige und windstille Lage. Kurz: Sie bevorzugen nährstoffreiche Gewässer mit wenig Bewegung – in Luzern etwa den Baldeggersee, wo die Blaualgen in der Vergangenheit immer wieder aufgetaucht sind.

Vorneweg: Für Schwimmer ist der Kontakt mit den Bakterien in der Regel nicht tödlich. Im schlimmsten Fall droht zwar Atemnot, wahrscheinlicher sind aber Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge. Dies meist aber erst nach längerem Kontakt. Auf keinen Fall sollte man Blaualgen-verseuchtes Wasser trinken – aber das gilt auch generell für Seewasser.

Augen offen halten

Wo es Blaualgen hat, geht meist sowieso kein erwachsener Mensch baden: «Eine Massenvermehrung von Cyanobakterien kann visuell durch die Beobachtung von Schaumbildung, Schlieren, auftreibenden Algen, oder durch eine Trübungsmessung festgestellt werden», sagt Kristine Hotz, stellvertretende Zuger Kantonschemikerin gegenüber zentralplus. Anders ausgedrückt: Der schleimartige Film auf der Wasseroberfläche löst eher Ekel als Badegelüste aus.

Die wichtigste Verhaltensregel: «Das Baden an den verseuchten Stellen zu unterlassen», sagt Hotz. Das werde «wegen der genannten Erscheinungen meist intuitiv gemacht». Aufpassen müsse man besonders auf Kleinkinder und Tiere.

Seen werden regelmässig geprüft

Die Belastung in den Zentralschweizer Gewässern mit Cyanobakterien ist derzeit gering. Im Vierwaldstättersee wurden vor gut zwei Wochen zum letzten Mal Proben genommen – ohne kritischen Befund. Auch in den übrigen Gewässern wird die Qualität gut bis sehr gut bewertet.

Auch in den Zuger Seen sind keine Probleme mit Cyanobakterien bekannt. Der nährstoffreiche Zugersee wird zwar immer wieder von Algen geplagt. Für alle Zuger Gewässer gilt aber: Eine gesundheitliche Beeinträchtigung ist nicht zu erwarten.

Wenn das Wasser so aussieht, sollte man das Baden unterlassen.

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