Bitte hier entlang: Luzern ebnet den Weg für Igel im Stadtdschungel
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Schon kleinste Hindernisse können für Igel zum Problem werden. (Symbolbild: Unsplash/Alexas Fotos)

Neues Projekt startet Bitte hier entlang: Luzern ebnet den Weg für Igel im Stadtdschungel

3 min Lesezeit 1 Kommentar 23.05.2021, 16:59 Uhr

Bist Du schon mal mit dem Blickwinkel eines Igels durch die Stadt spaziert? Wohl kaum. Es würde aber verdeutlichen: Die Stacheltiere treffen im urbanen Raum auf viele Hindernisse. Ein neues Projekt will das ändern.

Für Igel ist die Stadt ein wahres Labyrinth: Immer wieder landen sie in Sackgassen und müssen sich neue Wege suchen. Denn vielerorts versperrt ihnen beispielsweise ein Zaun den Durchgang zur nächsten Wiese. Oder Treppenstufen bilden eine unüberwindbare Hürde.

Mit dem Projekt «Freie Bahn für Igel & Co.» will die Plattform Stadtwildtiere den stacheligen Tieren das Leben im Stadtraum vereinfachen. «Mithilfe der Stadtluzerner Bevölkerung sollen Barrieren verschwinden und neue Korridore für Igel entstehen», sagt Stephie Burkart, Projektleiterin Natur- und Landschaftsschutz bei der Stadt Luzern.

Mit einer kostenlosen Beratung wolle man möglichst viele Interessierte für die Sache der Igel sensibilisieren und zum Handeln motivieren. Nächste Woche findet ein Infoanlass für freiwillige Helfer statt (siehe Box).

Stacheltiere ziehen sich zurück

Dass der Bedarf gegeben ist, würden Untersuchungen aus Zürich zeigen, wonach die Igelpopulation in den letzten 25 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen sei. «Dies ist alarmierend, besonders, wenn man berücksichtigt, dass die Siedlungsgebiete als Rückzugsgebiete der Igel gelten, weil der landwirtschaftliche Raum kaum noch Lebensraum für Igel bietet», sagt Stephie Burkart. Ähnliche Populationsrückgänge hätten in Grossbritannien dazu geführt, dass der Igel als «gefährdete» Art eingestuft wurde.

Infoanlass im Naturmuseum

Am Dienstagabend, 25. Mai, findet im Naturmuseum Luzern eine Veranstaltung für interessierte Freiwillige statt, die beim Igelprojekt mitmachen möchten. Anmeldung per Mail unter [email protected] Mehr Infos gibt es hier.

Auch in Luzern konnte laut Burkart im Rahmen des Projekts «Igel gesucht» im Jahre 2018 gezeigt werden, dass die Dichte an Tieren je nach Stadtgebiet stark variiert und die Verbreitung Lücken aufweist. «Daher haben wir im Siedlungsraum eine grosse Verantwortung für diesen sympathischen Stachelträger.»

Wie sieht die Welt für einen Igel aus?

Auf der Plattform Stadtwildtiere kann die Bevölkerung mithelfen, die Fauna im urbanen Raum zu dokumentieren. Ob Feldsperling, Fuchs oder Frosch: Wer ein Wildtier beobachtet, kann dies online melden. Seit dem Projektstart im Jahr 2018 seien 545 Igelbeobachtungen gemeldet worden, sagt Stephie Burkart. Diese Meldungen seien wichtig, um ein besseres Bild über das Vorkommen der Igel zu erhalten – und um das Stacheltier gezielt zu fördern.

Die Expertin empfiehlt übrigens, für einmal mit den Augen eines Igels durch den eigenen Garten zu streifen und Barrieren zu erkennen. Absätze ab einer Höhe von 25 Zentimeter seien für Igel beispielsweise bereits unüberwindbar – doch Zwischenstufen etwa mithilfe eines Ziegelsteins könnten Abhilfe schaffen – damit die Stadt für die stacheligen Tiere ein bisschen weniger Labyrinth sein wird.

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1 Kommentare
  1. Peter Bitterli, 24.05.2021, 06:19 Uhr

    Homo sapiens hat sich seine Städte gebaut, auf dass er darin wohne. Gerne tummelt sich der Igel in Feld und Wald. Er baut sich seine Höhlen, auf dass er darin wohne. Möglicherweise könnte homo sapiens das Bedürfnis verspüren, in Feld und Wald zu wohnen und, in sehr speziell orientierten Fällen, vielleicht sogar, sich beim Igel im Bau umzutun und einzurichten. Das könnte ihm dann vorkommen wie ein wahres Labyrinth. Es ist indessen kaum anzunehmen, dass er damit rechnet, auf einen kostenlos beratenen Igel zu treffen, der für die Sache des Menschen sensibilisiert ist. Es lässt sich daraus ablesen, dass homo sapiens, der sympathische Stachelträger, wie sich immer wieder in gar vielem zeigt, schon ein ganz altruistischer Kerl sein kann, wenn er erst einmal seine Grundbedürfnisse befriedigt und es sich gemütlich eingerichtet hat, weshalb wir ihn getrost weiterhin als die Krone der Schöpfung ansprechen wollen, der zu Recht als Herr über die Natur gesetzt wurde. Mir ist bekannt, dass es nächtens auf Korallenriffen unter den Anemonen weit weniger sensibilisiert und human zu und her geht als im Überschneidungsraum der Habitate von Igel und Mensch oder Eisbär und Mensch.

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