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Bisschen «Himmelrich-Dame» fürs Wohnzimmer?
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Um an das gewünschte Stück «Himmelrich-Dame» zu kommen, muss man vor dem Neubad selbst Hand anlegen. (Bild: jav)

Zweites Leben des Luzerner Gemäldes Bisschen «Himmelrich-Dame» fürs Wohnzimmer?

3 min Lesezeit 05.03.2016, 16:06 Uhr

Die Himmelrich-Siedlung ist dem Erdboden gleichgemacht. Doch das Wandbild von «QueenKong» lebt weiter. Am Samstag traf sich im Neubad, wer einen Teil des Bildes ergattern wollte. Mit Hammer und Meissel bewaffnet machten sich die Luzernerinnen und Luzerner an die Arbeit.

Schon auf dem Weg zur Luzerner Zwischennutzung Neubad kommen uns im Regen Menschen mit Fassade-Teilen in den Händen entgegen. Denn an diesem Samstag kann man sich hier gratis ein Stück «Himmelrich» ergattern (zentral+ berichtete). Doch nicht einfach nur ein Stück, sondern ein Teil der begehrten «Himmelrich-Dame», des Wandgemäldes des Künstlerpaars QueenKong, welches erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit dem Rest der ABL-Siedlung abgerissen worden ist.

Vero Bürgi und Marco Schmid hatten im vergangenen Sommer die Möglichkeit, die Fassade eines der dem Abriss geweihten Gebäude mit ihrer Kunst zu verschönern. Das Bild erregte in der Luzerner Bevölkerung, der Presse und auf den Sozialen Medien schnell viel Aufmerksamkeit. Und bald schon war die Himmelrich-Dame überall beliebt und ihr baldiges Verschwinden wurde immer wieder thematisiert und bedauert.

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In Erinnerungen schwelgen

Ein Augenschein vor Ort: Eine Mulde voller Bauschutt steht vor dem Neubad – voll mit grossen Stücken des Wandgemäldes. Das Wetter ist wahrlich unwirtlich an diesem Samstagnachmittag, aber davon lassen sich die Leute nicht beirren. Mit Hammer und Meissel, die Kinder auch mit Schutzbrille, wird gearbeitet. Immer unter Beobachtung und mit Beratung des Künstlers Marco Schmid und des Initianten Oli Sielemann. Alle wollen ein bisschen von der Dame mit nach Hause nehmen.

Alt und Jung fassen mit an, es wird gefachsimpelt und über die Zeit der Zwischennutzung im Himmelrich sinniert. Die Tage der offenen Türen im Himmelrich sind den Leuten noch in guter Erinnerung wie auch die kurze Zwischennutzung im letzten Sommer.

Eines ist nicht genug

Sielemann ist mit der Aktion trotz Wetterpech bisher zufrieden. «Es waren bestimmt schon um die 60 Leute da, und etwa 200 Stücke der Mauer sind schon weg. Und bis zum Abend werden noch einige kommen.» Sielmann hat auf 500 Leute gewettet, die sich ein Stück der Dame sichern werden.

Und viele packen gleich mehrere Teile des Wandgemäldes ein. «Für die Mutter», «für den Enkel» oder gleich für den halben Freundeskreis wird mitgenommen. Farbwünsche werden per SMS besprochen, mögliche Objekte der Begierde fotografiert und zur Absegnung verschickt. Was sie mit den farbigen Fassadestücken machen werden, das wissen die meisten noch nicht. Aufstellen, einrahmen oder auch als Türstopper verwenden sind die ersten Ideen.

 

Die einfache Variante

Noch bis 18 Uhr darf man sich mit Hammer und Meissel am Bauschutt zu schaffen machen und einen Teil sichern. Danach sind aber trotzdem noch zahlreiche Stücke im Neubad zu bekommen – bereits von den Profis fachgerecht herausgemeisselt. «Da werden bestimmt auch noch einige ein Plätzchen finden», so Sielemann.

Überraschend schnell

Die Aktion hat Sielemann aus reiner Liebe zur Himmelrich-Dame gestartet. Das Engagement aller Beteiligten vor Ort ist ehrenamtlich. Und auch Sponsoren konnte er ganz kurzfristig für diesen Nachmittag gewinnen. «Ich bin überrascht, wie schnell alles ging. Aber es zeigt auch, dass das Wandgemälde vielen Luzernern etwas bedeutet hat», sagt er.

Die Einnahmen aus dem Bierverkauf und der Kollekte fliessen ins Projekt Spieltraum und in die Neugestaltung des Bleichergärtlis. Spieltraum organisiert am Samstag jeweils Kinderaktivitäten im Vögeli- und Bleichergärtli. Das Bleichergärtli wird im Rahmen der neuen Himmelrich-Siedlung komplett neu gestaltet und soll zum Quartiertreff werden.

Letztes, aber schönstes Überbleibsel der alten Himmelrich-Siedlung.

Letztes, aber schönstes Überbleibsel der alten Himmelrich-Siedlung.

(Bild: lwo)

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